Ein Hund kratzt sich gelegentlich. Das ist zunächst genauso normal wie Schütteln, Putzen oder kurzes Lecken an einer Pfote. Wenn das Kratzen jedoch immer wiederkehrt, den Hund nicht zur Ruhe kommen lässt oder zusätzlich Pfotenlecken, Hautrötungen und Ohrenprobleme auftreten, sollte die Ursache genauer untersucht werden.
```Hinter anhaltendem Juckreiz können sehr unterschiedliche Auslöser stecken: Flöhe oder Milben, kleine Verletzungen, Umweltreize, bakterielle Hautentzündungen, Hefepilze, Allergien oder seltener andere Erkrankungen. Häufig kommen sogar mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.
Auch das Futter kann beteiligt sein. Es ist jedoch nicht automatisch die Ursache, nur weil ein Hund sich kratzt oder seine Pfoten leckt. Entscheidend ist deshalb ein geordnetes Vorgehen: zuerst akute und häufige Ursachen prüfen, Infektionen behandeln und erst bei einem begründeten Verdacht die Ernährung gezielt untersuchen.
```Das Wichtigste vorweg
```Ständiges Kratzen ist ein Symptom und noch keine Diagnose. Pfotenlecken bedeutet nicht automatisch Futterallergie, braune Pfoten bedeuten nicht automatisch Hefepilz und fehlende Flöhe im Fell schließen eine Flohallergie nicht sicher aus. Die Verteilung, Dauer und Begleitsymptome liefern wichtige Hinweise – die endgültige Einordnung gehört bei anhaltenden Beschwerden in tierärztliche Hände.
```Wann ist Kratzen beim Hund noch normal?
```Ein kurzes Kratzen nach dem Aufstehen, nach dem Ablegen eines Halsbandes oder wegen eines losen Haares ist zunächst kein Grund zur Sorge. Entscheidend ist nicht ein einzelner Kratzvorgang, sondern das gesamte Muster.
Auffällig wird das Verhalten, wenn der Hund:
- sich täglich sehr häufig oder heftig kratzt,
- nachts oder beim Ruhen immer wieder aufschreckt,
- an Haut oder Pfoten knabbert,
- bestimmte Stellen wund leckt,
- sich regelmäßig über den Boden oder an Möbeln reibt,
- kahle, gerötete oder verdickte Hautstellen entwickelt
- oder das Verhalten über Tage und Wochen zunimmt.
Manche Hunde kratzen sich kaum mit der Hinterpfote. Ihr Juckreiz zeigt sich stattdessen durch Lecken, Beknabbern, Reiben oder häufiges Schütteln des Kopfes.
```Wie zeigt sich Juckreiz beim Hund?
```Juckreiz sieht nicht bei jedem Hund gleich aus. Neben sichtbarem Kratzen gehören auch folgende Verhaltensweisen dazu:
| Beobachtung | Mögliche Bedeutung | Worauf zusätzlich achten? |
|---|---|---|
| Kratzen mit der Hinterpfote | Juckreiz an Hals, Ohren, Achseln oder Körperseiten | Rötung, Schuppen, Krusten oder Haarausfall |
| Lecken und Knabbern an den Pfoten | Juckreiz, Fremdkörper, Entzündung oder Schmerzen | Zwischenzehenräume, Krallen, Ballen und einzelne betroffene Pfoten |
| Kopfschütteln und Ohrenkratzen | Entzündung, Hefen, Bakterien, Milben oder Fremdkörper möglich | Geruch, Sekret, Rötung und Schmerzhaftigkeit |
| Reiben an Teppichen oder Möbeln | Juckreiz im Gesichts-, Ohren- oder Körperbereich | Augen, Lippen, Ohren und Hautfalten prüfen |
| Rutschen mit dem Hinterteil | Reizung im Analbereich möglich | Analbeutel, Haut, Parasiten oder anhaftender Kot |
Praktischer Tipp: Filmen Sie auffälliges Kratzen oder Pfotenlecken mit dem Smartphone. In der Tierarztpraxis zeigt der Hund das Verhalten möglicherweise gerade nicht. Ein kurzes Video kann bei der Einordnung helfen.
Warum kratzt sich mein Hund ständig?
```Juckreiz kann viele Ursachen haben. Einige beginnen plötzlich, andere entwickeln sich schleichend. Die sichtbare Hautveränderung ist dabei nicht immer die eigentliche Ursache: Häufig entstehen Rötungen, Krusten und kahle Stellen erst durch das ständige Kratzen und Lecken.
| Mögliche Ursache | Typische Hinweise | Einordnung |
|---|---|---|
| Flöhe oder Flohallergie | Juckreiz besonders an Rücken, Schwanzansatz und Hinterbeinen | Auch wenige Flohstiche können bei empfindlichen Hunden starken Juckreiz auslösen |
| Milben | Je nach Milbenart Krusten, Haarausfall, Ohrenprobleme oder starker Juckreiz | Für die Diagnose können Hautgeschabsel oder weitere Untersuchungen nötig sein |
| Bakterien oder Hefepilze | Geruch, fettige Haut, Pusteln, Rötung, braune Ablagerungen oder nässende Stellen | Oft sekundär zu einer Allergie oder geschädigten Hautbarriere |
| Umweltallergie | Pfoten, Gesicht, Ohren, Achseln und Bauch häufig betroffen; teilweise saisonal | Andere Ursachen müssen zunächst ausgeschlossen werden |
| Futtermittelreaktion | Ganzjähriger Juckreiz, Pfotenlecken, Ohrenprobleme, manchmal Verdauungsbeschwerden | Nur durch eine konsequente Ausschlussdiät mit Provokation zuverlässig prüfbar |
| Kontaktreiz oder trockene Haut | Beschwerden nach Kontakt mit Streusalz, Reinigungsmitteln, Pollen oder trockener Heizungsluft | Zeitlicher und örtlicher Zusammenhang wichtig |
| Verletzung oder Fremdkörper | Plötzlicher Beginn, häufig nur eine Pfote oder eine einzelne Stelle betroffen | Zum Beispiel Granne, Splitter, eingerissene Kralle oder Insektenstich |
| Schmerz oder Verhalten | Lecken einer bestimmten Stelle ohne typische Hautveränderungen | Schmerzen und Erkrankungen zuerst ausschließen, bevor Stress als Ursache angenommen wird |
Flöhe, Milben und andere Parasiten
```Parasiten gehören zu den wichtigen und vergleichsweise gut überprüfbaren Ursachen von Juckreiz. Flöhe lassen sich jedoch nicht bei jedem betroffenen Hund sofort finden. Hunde putzen sich intensiv, und bei einer Flohallergie können bereits wenige Stiche starke Beschwerden auslösen.
Milben können je nach Art sehr unterschiedliche Hautbilder verursachen. Manche führen zu starkem Juckreiz und Krusten, andere eher zu Haarausfall oder Entzündungen in den Ohren.
Ein Blick ins Fell reicht deshalb nicht immer aus. Die Tierarztpraxis kann unter anderem Flohkamm, Hautgeschabsel, Klebestreifenpräparate oder weitere Untersuchungen einsetzen.
Bitte beachten: Behandeln Sie nicht wahllos mit Hausmitteln oder ätherischen Ölen. Einige Substanzen reizen die Haut zusätzlich oder sind für Hunde bei falscher Anwendung gesundheitlich problematisch.
Bakterielle Hautentzündungen und Hefepilze
```Bakterien und Malassezia-Hefen können sich auf bereits gereizter oder allergisch veränderter Haut übermäßig vermehren. Dadurch wird der Juckreiz stärker, der Hund leckt und kratzt noch mehr und die Hautbarriere wird weiter geschädigt.
Mögliche Hinweise sind:
- auffälliger, muffiger oder ranziger Hautgeruch,
- fettige oder stark schuppende Haut,
- Pusteln, Krusten oder nässende Stellen,
- braune Verfärbungen zwischen den Zehen,
- wiederkehrende Ohrenentzündungen
- und verdickte oder dunkel verfärbte Haut bei längerem Verlauf.
Ob tatsächlich Hefen oder Bakterien beteiligt sind, kann durch eine zytologische Untersuchung von Haut oder Ohren beurteilt werden. Geruch und Aussehen allein reichen für eine sichere Diagnose nicht aus.
Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Hefepilz beim Hund: Ursachen, Behandlung und Fütterung .
```Umweltallergie oder Futtermittelallergie?
```Allergische Hauterkrankungen können sich sehr ähnlich zeigen. Sowohl Umweltallergene als auch Futterbestandteile können unter anderem Juckreiz, Pfotenlecken und wiederkehrende Ohrenprobleme verursachen.
Umweltallergien
Zu den möglichen Umweltallergenen gehören beispielsweise Pollen, Hausstaubmilben und Schimmelbestandteile. Manche Hunde zeigen saisonale Beschwerden, andere reagieren durch ganzjährige Allergene oder mehrere überlappende Auslöser das ganze Jahr.
Futtermittelreaktionen
Auch eine Reaktion auf Bestandteile des Futters kann Juckreiz auslösen. Die Symptome verraten jedoch nicht zuverlässig, ob das Futter tatsächlich der Auslöser ist. Ein Hund mit einer Umweltallergie kann genauso an seinen Pfoten lecken wie ein Hund mit einer Futtermittelreaktion.
Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn der Juckreiz ganzjährig auftritt und gleichzeitig wiederkehrende Ohren- oder Verdauungsprobleme bestehen. Auch dieses Muster ist aber noch kein Beweis.
Wichtig: Allergietests aus Blut, Speichel oder Fell ersetzen keine diagnostische Ausschlussdiät zur Abklärung einer Futtermittelreaktion. Umweltallergietests werden vor allem eingesetzt, wenn nach der Diagnose einer atopischen Erkrankung eine allergenspezifische Immuntherapie geplant werden soll.
Hund leckt ständig die Pfoten: Was kann dahinterstecken?
```Intensives Pfotenlecken ist eine häufige Form von Juckreiz, kann aber auch durch Schmerzen, kleine Verletzungen oder einen Fremdkörper ausgelöst werden. Deshalb ist zunächst wichtig, ob nur eine oder mehrere Pfoten betroffen sind.
Nur eine Pfote wird plötzlich geleckt
Ein plötzlicher Beginn an einer einzelnen Pfote spricht eher für ein örtliches Problem. Prüfen Sie vorsichtig:
- Zwischenzehenräume,
- Ballen und Ballenzwischenräume,
- Krallen und Krallenbett,
- kleine Schnitte oder Einstiche,
- Schwellungen
- und mögliche Fremdkörper wie Grannen oder Splitter.
Tief sitzende Fremdkörper sind von außen nicht immer zu erkennen. Bei Schmerzen, Lahmheit, Schwellung oder anhaltendem Lecken sollte die Pfote tierärztlich untersucht werden.
Mehrere Pfoten sind betroffen
Werden mehrere Pfoten regelmäßig beleckt oder beknabbert, kommen unter anderem Kontaktreizungen, Parasiten, bakterielle oder durch Hefen verursachte Entzündungen und Allergien infrage.
Beschwerden direkt nach dem Spaziergang können zu Pollen, Gräsern, Streusalz, heißem Untergrund oder anderen Kontaktreizen passen. Treten zusätzlich Ohrenprobleme, Juckreiz am Gesicht, Bauch oder in den Achseln auf, sollte auch eine allergische Hauterkrankung untersucht werden.
Warum werden helle Pfoten rötlich-braun?
Speichel kann helles Fell bei häufigem Lecken rötlich bis bräunlich verfärben. Die Verfärbung zeigt vor allem, dass der Hund die Stelle häufig beleckt. Sie beweist weder eine Futterallergie noch eine Hefepilzinfektion.
Ist Pfotenlecken nur Langeweile oder Stress?
Stress und erlerntes Verhalten können Pfotenlecken verstärken. Körperliche Ursachen sollten jedoch zuerst abgeklärt werden. Ein Hund, der wegen Juckreiz oder Schmerzen zu lecken begonnen hat, kann das Verhalten später auch dann teilweise beibehalten, wenn der ursprüngliche Auslöser bereits behandelt wurde.
```Wann kann das Futter bei Juckreiz eine Rolle spielen?
```Eine Futtermittelreaktion ist eine mögliche, aber nicht die einzige Ursache. Deshalb sollte ein Futterwechsel nicht der automatische erste Schritt bei jedem kratzenden Hund sein.
Ein genauerer Blick auf die Ernährung ist besonders sinnvoll, wenn:
- der Juckreiz unabhängig von der Jahreszeit besteht,
- Pfoten und Ohren wiederholt betroffen sind,
- zusätzlich weicher Kot, Durchfall, Blähungen oder Erbrechen auftreten,
- Sekundärinfektionen nach einer Behandlung immer wiederkehren
- oder andere häufige Ursachen bereits überprüft wurden.
Die zuverlässigste Methode zur Abklärung ist eine konsequente Ausschlussdiät. Dabei erhält der Hund für einen festgelegten Zeitraum ausschließlich eine ausgewählte Diät mit bisher nicht gefütterten oder ausreichend hydrolysierten Proteinbestandteilen.
Leckerlis, Kauartikel, Essensreste, Nahrungsergänzungen und aromatisierte Medikamente müssen in die Planung einbezogen werden. Bessern sich die Beschwerden, gehört zur diagnostischen Absicherung grundsätzlich auch die kontrollierte Wiedereinführung des vorherigen Futters beziehungsweise verdächtiger Bestandteile.
Mehr zur praktischen Durchführung: Ausschlussdiät beim Hund starten: So geht es richtig .
In unserem Ratgeber Juckreiz durch Futter lindern erklären wir ausführlich, worauf es bei der Auswahl und konsequenten Durchführung einer geeigneten Fütterung ankommt.
Kein ständiges Sortenwechseln: Wer alle paar Tage ein anderes Futter ausprobiert, erhält meist keine klare Antwort. Gleichzeitig wächst die Zahl der bereits bekannten Proteinquellen, wodurch eine spätere Ausschlussdiät schwieriger werden kann.
Welches Lamers-Futter kommt infrage?
```Die passende Auswahl hängt davon ab, was Ihr Hund bisher gefressen hat und welches Ziel verfolgt wird.
Lamers ProVet Hypoallergen kann eine mögliche Futteroption für empfindliche Hunde sein. Für eine diagnostische Ausschlussdiät muss jedoch vorher geprüft werden, ob die enthaltenen Bestandteile zur bisherigen Fütterungsgeschichte passen.
Lamers ProVet Haut & Fellpflege ist auf die ernährungsphysiologische Unterstützung von Haut und Fell ausgerichtet. Es ersetzt keine Ausschlussdiät und keine Behandlung von Parasiten, Infektionen oder anderen Hauterkrankungen.
```Wie findet der Tierarzt die Ursache des Juckreizes?
```Die Abklärung beginnt mit der Vorgeschichte und einer sorgfältigen Untersuchung von Haut, Fell, Ohren, Pfoten und betroffenen Körperstellen.
Wichtige Fragen sind beispielsweise:
- Seit wann besteht der Juckreiz?
- Trat er plötzlich oder schleichend auf?
- Ist er saisonal oder ganzjährig?
- Welche Körperstellen sind betroffen?
- Welche Parasitenprophylaxe wurde durchgeführt?
- Gibt es Ohren- oder Verdauungsprobleme?
- Welche Futtermittel, Snacks und Kauartikel erhält der Hund?
- Wie hat er auf bisherige Behandlungen reagiert?
Je nach Befund können Flohkamm, Hautgeschabsel, zytologische Untersuchungen von Haut und Ohren, Pilzdiagnostik oder weitere Untersuchungen sinnvoll sein.
Eine atopische beziehungsweise umweltbedingte Hauterkrankung wird nicht allein durch einen positiven Allergietest diagnostiziert. Zunächst müssen andere Ursachen mit ähnlichen Symptomen systematisch berücksichtigt oder ausgeschlossen werden.
Juckreiz-Tagebuch führen
Notieren Sie über mehrere Wochen Körperstellen, Stärke des Juckreizes, Jahreszeit, Spazierwege, Pflegemittel, Futter, Snacks, Kotveränderungen, Ohrenprobleme und eingesetzte Medikamente. Ein solches Protokoll kann Zusammenhänge sichtbar machen und die tierärztliche Abklärung erleichtern.
Was können Sie bei Juckreiz zunächst selbst tun?
```1. Haut und Pfoten ansehen
Prüfen Sie vorsichtig auf Rötungen, Wunden, Schwellungen, Krusten, Fremdkörper, eingerissene Krallen und nässende Stellen.
2. Verlauf dokumentieren
Halten Sie fest, wann, wie häufig und an welchen Stellen sich Ihr Hund kratzt oder leckt.
3. Pfoten nach Spaziergängen säubern
Bei Verdacht auf Pollen, Streusalz oder andere Kontaktreize können die Pfoten mit klarem, lauwarmem Wasser abgespült und anschließend sorgfältig getrocknet werden.
4. Weitere Selbstverletzung verhindern
Offene oder stark gereizte Stellen sollten nicht weiter beleckt werden. Welche Schutzmaßnahme geeignet ist, hängt von der betroffenen Körperstelle ab.
5. Keine Medikamente auf eigene Faust geben
Humanarzneimittel, alte Ohrentropfen oder übrig gebliebene Hautpräparate können ungeeignet sein und die Diagnose erschweren.
6. Futter nicht unstrukturiert wechseln
Besteht ein begründeter Futterverdacht, sollte die Umstellung als geplante Ausschlussdiät erfolgen und nicht als zufälliges Ausprobieren verschiedener Sorten.
Wann sollte ein ständig kratzender Hund zum Tierarzt?
```Lassen Sie den Juckreiz untersuchen, wenn er über mehrere Tage anhält, regelmäßig wiederkehrt oder das Wohlbefinden Ihres Hundes beeinträchtigt.
Zeitnah tierärztlich abklären
- offene, blutige, eitrige oder stark nässende Haut,
- starke Schwellung oder Schmerzen,
- plötzliches heftiges Pfotenlecken mit Lahmheit,
- stark gerötete, schmerzhafte oder übel riechende Ohren,
- großflächiger Haarausfall oder rasche Verschlechterung,
- Apathie, Fieber oder deutlich reduzierter Allgemeinzustand
- und Schwellungen im Gesicht oder Atemprobleme als möglicher Notfall.
Auch weniger dramatische Beschwerden sollten untersucht werden, wenn sie immer wiederkehren. Chronischer Juckreiz kann die Hautbarriere dauerhaft schädigen und Sekundärinfektionen begünstigen.
```Der sinnvolle Weg bei ständigem Juckreiz
```- Akute Probleme erkennen: Verletzungen, Fremdkörper, starke Entzündungen oder Schmerzen abklären.
- Parasiten prüfen: Flöhe und Milben systematisch berücksichtigen.
- Sekundärinfektionen behandeln: Bakterien und Hefen können den Juckreiz erheblich verstärken.
- Verlauf beobachten: Körperstellen, Saison und Begleitsymptome dokumentieren.
- Allergische Ursachen einordnen: Umwelt- und Futtermittelreaktionen nicht allein anhand der Symptome unterscheiden.
- Futterverdacht gezielt prüfen: Eine Ausschlussdiät konsequent planen und anschließend kontrolliert auswerten.
Häufige Fragen zu Juckreiz und Pfotenlecken
```Warum kratzt sich mein Hund, obwohl er keine Flöhe hat?
Neben Flöhen kommen unter anderem andere Parasiten, Hautinfektionen, Kontaktreizungen, Umweltallergien und Futtermittelreaktionen infrage. Außerdem sind einzelne Flöhe nicht immer leicht zu finden.
Warum leckt mein Hund ständig seine Pfoten?
Möglich sind Juckreiz, Kontaktreizungen, Fremdkörper, Verletzungen, Entzündungen, Allergien oder Schmerzen. Ist nur eine Pfote plötzlich betroffen, sollte besonders an ein örtliches Problem gedacht werden.
Sind braune Pfoten ein Zeichen für Hefepilz?
Nicht zwangsläufig. Helles Fell kann sich durch häufigen Speichelkontakt rötlich-braun verfärben. Ob Hefen beteiligt sind, lässt sich durch eine Untersuchung der Haut besser beurteilen.
Kann Trockenfutter Juckreiz verursachen?
Nicht die Fütterungsform allein ist entscheidend. Ein Hund kann auf einen bestimmten Bestandteil eines Trocken-, Nass-, Roh- oder selbst gekochten Futters reagieren. Ob eine Futtermittelreaktion vorliegt, muss strukturiert geprüft werden.
Hilft getreidefreies Futter gegen Juckreiz?
Nicht automatisch. Auch tierische Proteinquellen können Auslöser sein. Getreidefrei bedeutet daher weder allergenfrei noch grundsätzlich besser verträglich.
Kann ich eine Futterallergie mit einem Bluttest feststellen?
Für die zuverlässige Diagnose einer Futtermittelreaktion ist eine konsequente Eliminationsdiät mit anschließender Provokation entscheidend. Ein Blut-, Speichel- oder Felltest ersetzt dieses Vorgehen nicht.
Kann Pfotenlecken psychisch bedingt sein?
Stress, Langeweile oder ein erlerntes Verhalten können beteiligt sein. Zunächst sollten jedoch körperliche Ursachen wie Juckreiz, Entzündung, Fremdkörper und Schmerzen ausgeschlossen werden.
Was hilft sofort gegen Juckreiz beim Hund?
Es gibt keine pauschale Sofortlösung für jede Ursache. Verhindern Sie möglichst weitere Selbstverletzungen und lassen Sie stärkeren oder anhaltenden Juckreiz untersuchen. Medikamente und medizinische Hautpräparate sollten passend zum Befund ausgewählt werden.
Fazit: Nicht nur den Juckreiz, sondern seine Ursache behandeln
```Wenn ein Hund sich ständig kratzt oder seine Pfoten leckt, können zahlreiche Ursachen dahinterstecken. Parasiten, kleine Verletzungen, Hautinfektionen und Kontaktreizungen sollten ebenso berücksichtigt werden wie Umwelt- und Futtermittelallergien.
Das äußere Erscheinungsbild allein reicht meistens nicht für eine eindeutige Diagnose. Außerdem können sich mehrere Probleme gegenseitig verstärken – beispielsweise eine Allergie und eine zusätzliche bakterielle oder durch Hefen verursachte Hautentzündung.
Eine Futterumstellung ist dann sinnvoll, wenn eine Futtermittelreaktion begründet vermutet und strukturiert untersucht wird. Der bessere Weg ist deshalb nicht wahlloses Ausprobieren, sondern ein schrittweises Vorgehen mit klarer Diagnose, gezielter Behandlung und einer Ernährung, die zum individuellen Hund und zum jeweiligen Untersuchungsziel passt.
```Sie möchten die Fütterung Ihres Hundes strukturiert überprüfen?
```Unser Ernährungs-Kompass hilft Ihnen dabei, Haut- und Verdauungsbeschwerden einzuordnen, eine geeignete Fütterungsstrategie zu verstehen und unnötige Futterwechsel zu vermeiden.
Zum Lamers Ernährungs-Kompass ```Fachbegriffe verständlich erklärt
```Im Lamers Tierfutter-Lexikon finden Sie verständliche Erklärungen zu Allergien, Ausschlussdiät, Monoprotein, hydrolysiertem Protein und weiteren Begriffen der Hundeernährung.
Zum Tierfutter-Lexikon ```Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Medikamente, medizinische Shampoos, Ohrpräparate und Maßnahmen gegen Parasiten sollten passend zum individuellen Befund ausgewählt werden.