„80 % Fleisch“ im Hundefutter klingt zunächst nach einer sehr eindeutigen Angabe. Doch was bedeutet diese Zahl tatsächlich? Sind damit 80 % Frischfleisch gemeint? 80 % getrocknete tierische Zutaten? Mehrere Fleischsorten? Und bedeutet ein so hoher Fleischanteil automatisch, dass das Futter besonders proteinreich, hochwertig oder für sensible Hunde geeignet ist?
Genau hier entstehen bei der Beurteilung von Hundefutter viele Missverständnisse. Denn eine Prozentzahl lässt sich nur richtig einordnen, wenn klar ist, welche Rohstoffe darin enthalten sind, in welcher Form sie verarbeitet wurden und wie die gesamte Rezeptur zusammengesetzt ist.
In diesem Ratgeber erklären wir Schritt für Schritt, was eine Angabe wie 80 % Fleisch aussagen kann – und was nicht. So können Sie Prozentangaben auf Futtermitteln künftig besser vergleichen und Marketingaussagen von ernährungsphysiologisch relevanten Informationen unterscheiden.
Die wichtigste Antwort vorab: 80 % Fleisch bedeutet nicht automatisch 80 % Rohprotein, nicht automatisch 80 % Muskelfleisch und nicht automatisch Monoprotein. Entscheidend ist, worauf sich die Prozentangabe konkret bezieht und wie die übrige Rezeptur aufgebaut ist.
Was bedeutet „80 % Fleisch“ im Hundefutter überhaupt?
Eine Prozentangabe auf einem Hundefutter beschreibt zunächst einen Anteil an der Rezeptur beziehungsweise eine produktbezogene Angabe des Herstellers. Um sie sinnvoll beurteilen zu können, muss jedoch klar sein, was genau in diese 80 % eingerechnet wird.
Bezeichnungen auf Futtermitteln können beispielsweise lauten:
- 80 % Fleisch,
- 80 % Frischfleisch,
- 80 % Fleisch und tierische Bestandteile,
- 80 % tierische Zutaten,
- 80 % tierisches Protein beziehungsweise ein bestimmter Anteil des Proteins aus tierischen Quellen.
Diese Aussagen dürfen nicht automatisch gleichgesetzt werden.
Deshalb gilt bei jeder auffälligen Prozentzahl: Lesen Sie die konkrete Zusammensetzung direkt daneben beziehungsweise auf der Rückseite weiter. Erst dort zeigt sich, aus welchen Zutaten die Rezeptur tatsächlich besteht.
Fleisch oder tierische Bestandteile – ist das dasselbe?
Im alltäglichen Sprachgebrauch wird unter Fleisch häufig Muskelfleisch verstanden. Tierische Rohstoffe in einem Hundefutter können jedoch deutlich vielfältiger sein.
Dazu können – abhängig von der konkreten Rezeptur und Deklaration – beispielsweise gehören:
- Muskelfleisch,
- Herz,
- Leber,
- weitere Innereien,
- tierische Fette,
- getrocknete tierische Proteinquellen.
Innereien sind dabei nicht grundsätzlich minderwertig. Organe können ernährungsphysiologisch wertvolle Proteine, Vitamine und Mineralstoffe liefern. Entscheidend sind Art, Qualität, Menge und Einbindung in die gesamte Rezeptur.
Problematisch für die Beurteilung wird es eher, wenn Angaben sehr allgemein bleiben. Je konkreter ein Hersteller die verwendeten Rohstoffe benennt, desto leichter können Hundehalter nachvollziehen, was tatsächlich im Futter steckt.
Die Begriffe Nebenerzeugnisse, Zutatenliste, Alleinfuttermittel und Rohprotein erklären wir zusätzlich im Lamers Tierfutter-Lexikon.
Was bedeuten 80 % Frischfleisch?
Frisches Fleisch enthält von Natur aus viel Wasser. Genau das ist wichtig, wenn Prozentangaben verschiedener Trockenfutter miteinander verglichen werden.
Wird beispielsweise eine große Menge frischer tierischer Rohstoffe für ein Trockenfutter eingesetzt, geht während des Herstellungsprozesses ein erheblicher Teil der enthaltenen Feuchtigkeit verloren. Das fertige Trockenfutter enthält deshalb nicht einfach dieselbe Gewichtsverteilung wie die Rohstoffmischung vor der Trocknung.
Ein stark vereinfachtes Gedankenbeispiel macht das deutlich:
Gedankenbeispiel – keine Produktberechnung:
Stellen Sie sich einen wasserreichen frischen Rohstoff und einen bereits getrockneten Rohstoff vor. Beide werden mit 500 Gramm eingewogen. Nach dem Entzug von Wasser bleibt vom frischen Rohstoff gewichtsmäßig deutlich weniger Trockensubstanz übrig, während sich das Gewicht des bereits getrockneten Rohstoffs wesentlich weniger verändert.
Deshalb sagt das ursprüngliche Gewicht allein noch nicht, wie hoch der Nährstoffanteil im fertigen Trockenfutter ist.
Das bedeutet nicht, dass Frischfleisch schlechter wäre. Es bedeutet lediglich, dass Frischfleisch-Prozent und Trockenfleisch-Prozent nicht ohne Weiteres miteinander vergleichbar sind.
Warum ist „80 % Fleisch“ bei Trockenfutter besonders erklärungsbedürftig?
Trockenfutter enthält deutlich weniger Feuchtigkeit als frische Rohstoffe oder Nassfutter. Deshalb spielt die Form der eingesetzten Zutaten beim Vergleich eine besonders große Rolle.
Ein Trockenfutter kann beispielsweise frische und getrocknete tierische Zutaten kombinieren. Ein anderes verwendet überwiegend bereits getrocknete Proteinquellen. Eine dritte Rezeptur kann mit einem hohen Frischfleischeinsatz werben.
Wer nur die größte Prozentzahl vergleicht, übersieht dadurch möglicherweise:
- den unterschiedlichen Wassergehalt der Rohstoffe,
- die tatsächliche Nährstoffkonzentration im fertigen Futter,
- unterschiedliche tierische Proteinquellen,
- Rohfett und Energiegehalt,
- Mineralstoff- und Vitaminversorgung,
- die übrigen Zutaten der Rezeptur.
Genau deshalb sollte ein Hundefutter immer als Gesamtrezeptur beurteilt werden.
Die grundsätzliche Einordnung eines hohen Fleischanteils erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber „Hundefutter mit hohem Fleischanteil – ist mehr Fleisch wirklich besser?“.
Bedeuten 80 % Fleisch auch 80 % Protein?
Nein. Das ist einer der wichtigsten Unterschiede beim Lesen einer Futterdeklaration.
Fleisch besteht nicht ausschließlich aus Protein. Je nach Rohstoff enthält es unter anderem:
- Wasser,
- Protein,
- Fett,
- Mineralstoffe
- und weitere natürliche Bestandteile.
Der auf der Verpackung angegebene Wert Rohprotein ist dagegen ein analytischer Bestandteil des fertigen Futters. Er beschreibt also etwas anderes als der prozentuale Einsatz bestimmter Fleischrohstoffe.
| Angabe | Was wird beschrieben? |
|---|---|
| 80 % Fleisch | Eine Angabe zu den eingesetzten fleischlichen beziehungsweise tierischen Rohstoffen – abhängig von der konkreten Deklaration. |
| Rohprotein | Analytisch bestimmter Wert für den Proteingehalt des fertigen Futters. |
| Proteinqualität | Hängt unter anderem von Aminosäureprofil, Verdaulichkeit und Gesamtzusammensetzung ab und lässt sich nicht aus einer einzelnen Prozentzahl ablesen. |
Dieser Punkt wird im nächsten Artikel unserer Themenwelt noch ausführlicher behandelt: „Fleischanteil oder Rohprotein – was sagt mehr über Hundefutter aus?“
Bedeuten 80 % Fleisch automatisch Monoprotein?
Auch hier lautet die Antwort eindeutig: Nein.
Ein Futter kann einen sehr hohen Anteil tierischer Zutaten enthalten und trotzdem mehrere Tierarten beziehungsweise Proteinquellen kombinieren.
Monoprotein beschreibt nicht die Menge des Fleisches, sondern die Anzahl der tierischen Proteinquellen. Ein Monoprotein-Futter enthält eine tierische Proteinquelle. Ein Futter mit mehreren tierischen Proteinquellen ist dagegen kein Monoprotein-Konzept – unabhängig davon, ob sein Fleischanteil 30 %, 60 % oder 80 % beträgt.
Für einen gesunden Hund sind mehrere Proteinquellen nicht grundsätzlich problematisch. Relevant wird diese Unterscheidung insbesondere bei Hunden mit diagnostizierten Futtermittelallergien oder bei einer kontrollierten Ausschlussdiät.
Wenn Sie hierzu Orientierung benötigen, lesen Sie unseren Leitfaden zu Monoprotein-Hundefutter.
Für Allergiker wichtig: „80 % Fleisch“ ist keine Aussage darüber, ob ein Futter für eine Ausschlussdiät geeignet ist. Entscheidend ist, welche Proteinquellen tatsächlich enthalten sind und welche davon der einzelne Hund bereits kennt oder nicht verträgt.
Sind 80 % Fleisch automatisch hochwertiges Hundefutter?
Nein. Die Zahl kann ein interessantes Merkmal einer fleischbetonten Rezeptur sein, ersetzt aber keine Gesamtbewertung.
Ein bedarfsgerechtes Alleinfuttermittel muss den Hund nicht nur mit Protein versorgen. Zur vollständigen Ernährung gehören unter anderem auch:
- essenzielle Aminosäuren,
- Fette und essenzielle Fettsäuren,
- Vitamine,
- Mineralstoffe und Spurenelemente,
- eine zum Hund passende Energiemenge.
Deshalb kann ein Futter mit niedrigerer Fleisch-Prozentzahl ernährungsphysiologisch sehr gut zusammengesetzt sein, während eine hohe Fleischzahl allein noch nichts über die Ausgewogenheit der gesamten Ration beweist.
Die sinnvollere Frage lautet deshalb nicht:
„Welches Futter hat die höchste Fleisch-Prozentzahl?“
Sondern:
„Welche Rezeptur ist transparent, bedarfsgerecht und passt zu meinem Hund?“
Wie Sie Hundefutter insgesamt beurteilen können, erklären wir in unserem ausführlichen Grundlagenartikel „Warum die richtige Hundeernährung mehr ist als nur Futter im Napf“.
Was bedeutet 80 % Fleisch für die Proteinqualität?
Auch die Proteinqualität lässt sich nicht allein aus dem Fleischanteil ableiten.
Proteine bestehen aus Aminosäuren. Für den Hund ist entscheidend, dass die notwendigen Aminosäuren in ausreichender Menge verfügbar sind und das Protein gut verwertbar ist. Unterschiedliche tierische und pflanzliche Proteinquellen können sich dabei ergänzen.
Ein hoher Anteil tierischer Zutaten kann zu einer guten Proteinversorgung beitragen. Die Zahl „80 %“ verrät jedoch allein weder das vollständige Aminosäureprofil noch die tatsächliche Verdaulichkeit des fertigen Futters.
Auch deshalb arbeiten anerkannte Ernährungsleitlinien mit Nährstoffanforderungen und nicht mit einer vorgeschriebenen Fleisch-Prozentzahl.
80 % Fleisch im Nassfutter und 80 % Fleisch im Trockenfutter – ist das dasselbe?
Nein. Nass- und Trockenfutter unterscheiden sich erheblich im Feuchtigkeitsgehalt.
Dadurch können Analysewerte und Zutatenanteile auf den ersten Blick schwer vergleichbar wirken. Wer beispielsweise Proteinwerte von Nass- und Trockenfutter sinnvoll vergleichen möchte, muss den unterschiedlichen Wassergehalt berücksichtigen.
Dasselbe Grundproblem betrifft auch Fleischangaben: Eine hohe Prozentzahl in einem wasserreichen Nassfutter beschreibt eine andere Ausgangssituation als eine Angabe bei einem stark getrockneten Produkt.
Deshalb sollten Prozentwerte niemals ohne Produktart und Zutatenform interpretiert werden.
So vergleichen Sie Hundefutter mit hohen Fleischangaben richtig
Wenn zwei Futtersorten mit 70 %, 80 % oder 90 % Fleisch werben, gehen Sie am besten Schritt für Schritt vor.
Schritt 1: Wortlaut genau lesen
Steht dort „Fleisch“, „Frischfleisch“, „tierische Zutaten“ oder etwas anderes? Ähnlich klingende Aussagen können unterschiedliche Bedeutungen haben.
Schritt 2: Zusammensetzung prüfen
Welche Tierarten und tierischen Rohstoffe werden tatsächlich genannt? Ist die Deklaration konkret oder sehr allgemein?
Schritt 3: Frisch oder getrocknet unterscheiden
Berücksichtigen Sie den unterschiedlichen Wassergehalt. Ein direkter Prozentvergleich kann sonst irreführend sein.
Schritt 4: Analytische Bestandteile ansehen
Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche liefern zusätzliche Informationen über das fertige Produkt.
Schritt 5: Verwendungszweck prüfen
Ist es ein Alleinfuttermittel? Für welche Lebensphase ist es gedacht? Ein hoher Fleischanteil ersetzt keine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung.
Schritt 6: Individuellen Hund berücksichtigen
Alter, Aktivität, Körperzustand, Erkrankungen und Unverträglichkeiten entscheiden mit darüber, ob ein Futter geeignet ist.
Schritt 7: Verträglichkeit beobachten
Ein Futter muss sich im Alltag bewähren. Achten Sie unter anderem auf Körpergewicht, Kotbeschaffenheit, Appetit, Aktivität, Haut und Fell.
Was ist wichtiger als die 80-%-Zahl?
Für eine sinnvolle Futterauswahl würden wir folgende Punkte höher gewichten als eine einzelne große Zahl auf der Verpackung:
- Ist das Futter für den vorgesehenen Hund bedarfsgerecht?
- Ist die Deklaration nachvollziehbar?
- Welche Proteinquellen werden verwendet?
- Wie hoch sind Energie-, Protein- und Fettgehalt?
- Passt die Rezeptur zur Lebensphase und Aktivität?
- Gibt es medizinische Besonderheiten oder Unverträglichkeiten?
- Wie verträgt der Hund das Futter langfristig?
Wer diese Fragen beantwortet, kann eine Fleisch-Prozentzahl wesentlich sinnvoller einordnen.
Wie sind die 80 % beim Lamers Fleischsack einzuordnen?
Unsere Produktlinie Lamers Fleischsack wird mit einem ausgewiesenen Fleischanteil von 80 % angeboten. Für uns ist wichtig, diese Zahl nicht isoliert als Qualitätsversprechen zu verwenden, sondern sie sachlich einzuordnen.
Die 80 % stehen für die bewusst fleischbetonte Ausrichtung der Rezepturen. Gleichzeitig sollten Sie auch hier die konkrete Zusammensetzung der jeweiligen Sorte betrachten.
Besonders wichtig: Lamers Fleischsack ist kein Monoprotein-Konzept. Der hohe Fleischanteil bedeutet also nicht, dass nur eine Tierart beziehungsweise tierische Proteinquelle enthalten ist.
Damit richtet sich die Produktlinie vor allem an Hundehalter, die für einen gesunden Hund bewusst eine fleischreiche Rezeptur suchen. Bei diagnostizierten Futtermittelallergien, einer Ausschlussdiät oder anderen besonderen Ernährungsanforderungen sollte dagegen gezielt geprüft werden, ob die enthaltenen Proteinquellen für den jeweiligen Hund geeignet sind.
→ Lamers Fleischsack mit 80 % Fleisch ansehen
Unsere Einordnung aus der Futterberatung
Eine große Prozentzahl kann eine hilfreiche Information sein – wenn man weiß, was dahintersteht. Genau deshalb möchten wir nicht nur sagen „80 % Fleisch“, sondern erklären, wie Sie diese Angabe beurteilen können. Seit 1990 beraten wir Hundehalter bei der Futterauswahl. Unser Grundsatz bleibt: Nicht eine einzelne Zahl entscheidet, sondern das Zusammenspiel aus Rezeptur, Bedarf und individuellem Hund.
Wie viel Fleisch braucht ein Hund denn tatsächlich?
Auch aus einer 80-%-Angabe lässt sich nicht ableiten, dass jeder Hund genau diesen Fleischanteil benötigt. Hunde haben einen Bedarf an Energie und Nährstoffen – keine vorgeschriebene Fleischquote.
Warum eine pauschale Zahl wie „ein Hund braucht mindestens 70 % Fleisch“ ernährungsphysiologisch zu kurz greift, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber „Wie viel Fleisch braucht ein Hund wirklich?“.
Damit ergänzen sich die drei ersten Artikel unserer Themenwelt:
- Hundefutter mit hohem Fleischanteil: Ist mehr Fleisch grundsätzlich besser?
- Wie viel Fleisch braucht ein Hund? Gibt es eine optimale Fleischmenge?
- 80 % Fleisch im Hundefutter: Was bedeutet eine konkrete Prozentangabe?
Jeder Artikel beantwortet damit eine andere Frage, ohne dieselbe Suchintention mehrfach abzudecken.
Häufige Fragen zu 80 % Fleisch im Hundefutter
Sind 80 % Fleisch im Hundefutter viel?
80 % sind zunächst eine hohe ausgewiesene Fleischangabe. Für die ernährungsphysiologische Einordnung muss jedoch bekannt sein, welche tierischen Rohstoffe darin enthalten sind und ob sie frisch oder getrocknet eingesetzt wurden.
Sind 80 % Fleisch automatisch besser als 60 %?
Nein. Zwei Futtermittel lassen sich nicht allein anhand dieser Zahlen qualitativ vergleichen. Rohstoffform, Nährstoffprofil, Verdaulichkeit, Energiegehalt und Gesamtzusammensetzung sind ebenfalls entscheidend.
Bedeuten 80 % Fleisch auch 80 % tierisches Protein?
Nicht automatisch. Fleischanteil und Proteinanteil sind unterschiedliche Angaben. Fleisch enthält neben Protein beispielsweise Wasser und Fett.
Bedeuten 80 % Fleisch 80 % Muskelfleisch?
Nicht zwingend. Das hängt von der konkreten Deklaration des Produkts ab. Tierische Bestandteile können neben Muskelfleisch auch andere ernährungsphysiologisch wertvolle Bestandteile umfassen.
Sind 80 % Frischfleisch nach dem Trocknen noch 80 %?
Der eingesetzte Frischfleischanteil beschreibt die Rezeptur vor beziehungsweise während der Herstellung. Beim Trocknen geht Wasser verloren, sodass sich die Gewichtsverhältnisse im fertigen Trockenprodukt verändern.
Ist Hundefutter mit 80 % Fleisch automatisch Monoprotein?
Nein. Ein Futter kann 80 % Fleisch enthalten und gleichzeitig mehrere Tierarten beziehungsweise Proteinquellen nutzen. Monoprotein beschreibt die Zahl der tierischen Proteinquellen, nicht deren Gesamtmenge.
Ist ein Futter mit 80 % Fleisch für Allergiker geeignet?
Nicht automatisch. Bei Futtermittelallergien ist entscheidend, welche Proteinquellen enthalten sind und auf welche der Hund reagiert. Für eine Ausschlussdiät muss die Auswahl gezielt erfolgen.
Ist 80 % Fleisch bei Trockenfutter besser als bei Nassfutter?
So lässt sich das nicht vergleichen. Nass- und Trockenfutter haben sehr unterschiedliche Feuchtigkeitsgehalte. Prozentangaben müssen deshalb immer im Kontext der Produktart und Zutatenform beurteilt werden.
Was sagt Rohprotein bei einem Futter mit 80 % Fleisch aus?
Rohprotein gibt den analytisch bestimmten Proteingehalt des fertigen Futters an. Dieser Wert ist nicht identisch mit dem Fleischanteil und sollte gemeinsam mit den übrigen Analysewerten und der Zutatenliste betrachtet werden.
Woran erkenne ich ein gutes Hundefutter mit viel Fleisch?
Achten Sie auf eine nachvollziehbare Zusammensetzung, geeignete Proteinquellen, eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung, passende Energie- und Fettgehalte sowie darauf, ob das Futter für Ihren Hund und seine Lebensphase geeignet ist.
Fazit: 80 % Fleisch sind eine Information – die richtige Einordnung macht sie wertvoll
Eine Angabe wie „80 % Fleisch“ kann ein attraktives Merkmal einer fleischreichen Rezeptur sein. Sie beantwortet aber nicht automatisch alle wichtigen Fragen zur Qualität eines Hundefutters.
Merken Sie sich deshalb:
- 80 % Fleisch sind nicht 80 % Rohprotein.
- 80 % Fleisch sind nicht automatisch 80 % Muskelfleisch.
- 80 % Fleisch bedeuten nicht automatisch Monoprotein.
- Frische und getrocknete Zutaten lassen sich nicht allein über ihre Prozentzahl vergleichen.
- Ein hoher Fleischanteil ersetzt keine bedarfsgerechte Gesamtrezeptur.
Wer diese Unterschiede versteht, kann Futtermittel wesentlich sachlicher vergleichen – und genau darum geht es uns bei Lamers: nicht möglichst viele Werbeaussagen zu liefern, sondern Orientierung bei der richtigen Entscheidung für Ihren Hund.
Weitere Grundlagen finden Sie im Tierfutter-Lexikon und im Lamers Ernährungs-Kompass.
80 % Fleisch – jetzt wissen Sie, was Sie vergleichen sollten
Wenn Sie bewusst eine fleischreiche Rezeptur suchen, können Sie sich unsere Lamers Fleischsack Produktlinie ansehen. Prüfen Sie dabei nicht nur die große Zahl, sondern auch die Zusammensetzung der einzelnen Sorte und ob sie zu Ihrem Hund passt.
Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information. Bei Erkrankungen, diagnostizierten Futtermittelallergien, Ausschlussdiäten oder anderen besonderen Ernährungsanforderungen sollte die Futterauswahl individuell und gegebenenfalls tierärztlich beziehungsweise ernährungsmedizinisch abgestimmt werden.