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Frischfleisch, Trockenfleisch und Fleischmehl im Hundefutter – wo liegt der Unterschied
Frischfleisch, Trockenfleisch und Fleischmehl im Hundefutter – wo liegt der Unterschied?

Frischfleisch, Trockenfleisch und Fleischmehl begegnen Hundehaltern regelmäßig in Zutatenlisten. Dabei entsteht schnell der Eindruck, Frischfleisch müsse grundsätzlich hochwertiger sein, während Begriffe wie Fleischmehl weniger attraktiv klingen. Für eine fachliche Beurteilung ist diese Einteilung jedoch zu einfach.

Die Begriffe beschreiben vor allem unterschiedliche Formen und Verarbeitungszustände tierischer Rohstoffe. Durch ihren unterschiedlichen Wassergehalt lassen sich die Prozentangaben nicht direkt miteinander vergleichen. Ein bereits getrockneter tierischer Rohstoff ist wesentlich konzentrierter als wasserreiches Frischfleisch.

In diesem Ratgeber erklären wir, was hinter den verschiedenen Bezeichnungen steckt, warum die Zutatenliste durch Wasser beeinflusst wird und worauf Sie bei der Beurteilung eines fleischreichen Hundefutters wirklich achten sollten.

Kurz gesagt: Frischfleisch ist nicht automatisch besser und Fleischmehl nicht automatisch schlechter. Entscheidend sind Ausgangsmaterial, Verarbeitung, Verdaulichkeit, Transparenz der Deklaration und die bedarfsgerechte Zusammensetzung des fertigen Futters.

Was bedeuten Frischfleisch, Trockenfleisch und Fleischmehl?

Alle drei Begriffe können tierische Rohstoffe beschreiben, unterscheiden sich aber vor allem hinsichtlich Verarbeitung und Feuchtigkeitsgehalt.

Begriff Vereinfacht erklärt Wichtig bei der Beurteilung
Frischfleisch Tierischer Rohstoff mit seinem natürlichen hohen Wassergehalt. Beim Trocknen geht viel Wasser verloren; die eingesetzte Prozentzahl ist deshalb nicht direkt mit getrockneten Rohstoffen vergleichbar.
Trockenfleisch / getrockneter tierischer Rohstoff Rohstoff, dem bereits ein großer Teil des Wassers entzogen wurde. Nährstoffe sind bezogen auf das Gewicht stärker konzentriert.
Fleischmehl Wärmebehandelter und getrockneter tierischer Rohstoff, dem ein großer Teil von Feuchtigkeit und Fett entzogen wurde. Kann eine konzentrierte Proteinquelle sein; die Bezeichnung allein erlaubt kein Qualitätsurteil.

Genau diese Unterschiede erklären, warum die größte Fleisch-Prozentzahl auf einer Verpackung nicht automatisch bedeutet, dass das fertige Futter mehr tierisches Protein enthält.

Was ist Frischfleisch im Hundefutter?

Frisches Fleisch beziehungsweise frische tierische Rohstoffe werden mit einem vergleichsweise hohen natürlichen Wassergehalt verarbeitet. Das ist zunächst weder ein Vorteil noch ein Nachteil – es ist eine Eigenschaft des Rohstoffs.

Für Trockenfutter ist wichtig, was anschließend geschieht: Bei der Herstellung wird Wasser entzogen. Das Gewicht des ursprünglich eingesetzten frischen Rohstoffs sinkt dadurch deutlich.

Eine hohe Frischfleischangabe auf einem Trockenfutter sollte deshalb nicht so verstanden werden, als bestünde das fertige trockene Produkt im selben Gewichtsverhältnis aus diesem wasserreichen Ausgangsmaterial.

Frischfleisch kann ein wertvoller Bestandteil einer Rezeptur sein. Seine Qualität lässt sich aber nicht allein daran beurteilen, dass es „frisch“ genannt wird.

Was ist Trockenfleisch im Hundefutter?

Mit Trockenfleisch beziehungsweise getrockneten tierischen Zutaten sind Rohstoffe gemeint, denen bereits vor ihrer Verwendung ein erheblicher Teil des Wassers entzogen wurde.

Dadurch verändert sich ihre Konzentration. Bezogen auf ein Kilogramm Rohstoff enthält eine getrocknete Proteinquelle deutlich weniger Wasser als dieselbe Menge eines frischen, wasserreichen Ausgangsmaterials.

Deshalb kann eine mengenmäßig kleinere Angabe eines getrockneten tierischen Rohstoffs einen erheblichen Beitrag zum Protein des fertigen Futters leisten.

Merksatz: 20 % eines getrockneten Rohstoffs und 20 % eines frischen Rohstoffs sind ernährungsphysiologisch nicht automatisch dasselbe. Das Wasser macht beim Gewichtsvergleich einen erheblichen Unterschied.

Was ist Fleischmehl?

Der Begriff Fleischmehl löst bei vielen Hundehaltern zunächst Skepsis aus. Das liegt häufig daran, dass „Mehl“ weniger appetitlich klingt als „Frischfleisch“. Für die ernährungsphysiologische Beurteilung ist der Klang eines Begriffs jedoch kein zuverlässiger Maßstab.

FEDIAF beschreibt sogenannte Meals als tierische Nebenprodukte, die wärmebehandelt und getrocknet wurden, wobei ein Großteil von Feuchtigkeit und Fett entfernt wird. Dadurch entsteht eine konzentrierte Proteinquelle.

Wie hochwertig ein solcher Rohstoff ist, hängt unter anderem davon ab:

  • welches Ausgangsmaterial verwendet wurde,
  • wie es verarbeitet wurde,
  • wie gut das Protein verdaulich ist,
  • wie transparent die Tierart beziehungsweise Proteinquelle angegeben wird,
  • wie der Rohstoff in die gesamte Rezeptur eingebunden ist.

Unser Lamers Tierfutter-Lexikon fasst es deshalb bewusst neutral zusammen: Fleischmehl ist ein getrockneter, konzentrierter Rohstoff tierischer Herkunft; seine ernährungsphysiologische Qualität hängt von Ausgangsmaterial, Verarbeitung und Verdaulichkeit ab.

Warum der Wassergehalt beim Fleischvergleich so wichtig ist

Stellen Sie sich zwei Zutaten mit demselben Ausgangsgewicht vor:

  • eine wasserreiche frische Fleischzutat,
  • eine bereits getrocknete tierische Proteinquelle.

Während der Herstellung von Trockenfutter verliert die frische Zutat einen erheblichen Teil ihres Wassers. Die bereits getrocknete Zutat verändert ihr Gewicht dagegen wesentlich weniger.

Deshalb kann die frische Zutat zu Beginn der Herstellung mengenmäßig deutlich größer wirken, obwohl ihr Anteil an der Trockenmasse später wesentlich geringer ist.

Das ist auch der Grund, warum wir in unserem Ratgeber „80 % Fleisch im Hundefutter – was bedeutet diese Angabe wirklich?“ davor warnen, Fleisch-Prozentwerte ohne Kenntnis der Zutatenform direkt miteinander zu vergleichen.

Warum Frischfleisch in der Zutatenliste weit vorne stehen kann

Die Zutatenliste wird grundsätzlich durch die Gewichtsanteile der eingesetzten Rohstoffe zum maßgeblichen Zeitpunkt der Verarbeitung beeinflusst. Wasserreiche Zutaten bringen entsprechend viel Gewicht mit.

Dadurch kann eine frische Fleischzutat in der Zusammensetzung sehr weit vorne erscheinen. Nach dem Entzug von Wasser wäre ihr Gewichtsanteil auf Trockenmassebasis jedoch geringer.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass die Zutatenliste „falsch“ wäre. Sie muss lediglich richtig gelesen werden.

Für Verbraucher ergeben sich deshalb drei sinnvolle Fragen:

  1. Welche tierischen Zutaten werden genannt?
  2. Sind sie frisch oder getrocknet angegeben?
  3. Wie sieht der analytische Proteingehalt des fertigen Futters aus?

Diese drei Informationen zusammen sind wesentlich aussagekräftiger als die Position einer einzelnen Zutat.

Welche Form liefert mehr Protein?

Pro Gewichtseinheit ist eine getrocknete tierische Proteinquelle normalerweise konzentrierter als derselbe wasserreiche Rohstoff in frischer Form. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Futter mit getrocknetem Fleisch automatisch proteinreicher oder besser wäre.

Der Proteingehalt des fertigen Futters hängt von der gesamten Rezeptur ab.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen:

  • Fleischanteil,
  • Rohprotein,
  • Proteinquelle,
  • Aminosäureversorgung,
  • Verdaulichkeit.

Warum Fleischanteil und Rohprotein zwei völlig verschiedene Angaben sind, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber „Fleischanteil oder Rohprotein – was sagt mehr über Hundefutter aus?“.

Was ist besser: Frischfleisch, Trockenfleisch oder Fleischmehl?

Es gibt keinen seriösen Grundsatz, nach dem eine dieser Formen grundsätzlich immer besser wäre.

Ein hochwertiges Futter kann frische tierische Zutaten enthalten. Ein anderes hochwertiges Futter kann getrocknete tierische Proteinquellen verwenden. Auch eine Kombination ist möglich.

Entscheidend sind vielmehr:

  • Qualität und Eignung der Ausgangsrohstoffe,
  • Verarbeitung,
  • Verdaulichkeit,
  • Aminosäureversorgung,
  • Transparenz der Deklaration,
  • Bedarfsdeckung des fertigen Futters,
  • individuelle Verträglichkeit.

FEDIAF nennt für ein zufriedenstellendes Heimtierfutter fünf grundlegende Eigenschaften: Es sollte vollständig, ausgewogen, verdaulich, schmackhaft und sicher sein. Ob auf der Vorderseite besonders groß „Frischfleisch“ steht, gehört nicht zu diesen grundlegenden Kriterien.

Unsere Empfehlung:

Lassen Sie sich bei der Futterwahl nicht allein von Begriffen leiten, die für Menschen besonders appetitlich klingen. Entscheidend ist nicht, welche Zutat sich auf der Verpackung am schönsten anhört, sondern welche Nährstoffe das fertige Futter Ihrem Hund tatsächlich liefert.

Sind tierische Nebenerzeugnisse automatisch minderwertig?

Nein. Auch dieser Begriff wird häufig missverstanden.

Tierische Nebenerzeugnisse können beispielsweise Organe und andere Bestandteile umfassen, die für Menschen heute weniger üblich sind, ernährungsphysiologisch aber wertvolle Proteine, Aminosäuren und weitere Nährstoffe liefern können.

FEDIAF weist darauf hin, dass tierische Zutaten für Heimtierfutter in der EU strengen Anforderungen unterliegen. Verwendete tierische Rohstoffe stammen aus kontrollierten Quellen und unterliegen den entsprechenden gesetzlichen Vorgaben.

Für Hundehalter ist trotzdem eine möglichst nachvollziehbare Deklaration hilfreich. Gerade bei sensiblen Hunden oder einer Futtermittelallergie ist es wichtig zu wissen, welche Tierarten beziehungsweise Proteinquellen enthalten sind.

Die Bezeichnung „tierische Nebenerzeugnisse“ sollte deshalb weder automatisch mit „Abfall“ noch automatisch mit „hochwertig“ gleichgesetzt werden. Entscheidend ist, was konkret verwendet wurde.

Ist Frischfleisch natürlicher?

Der Begriff „natürlich“ ist bei der Beurteilung eines Alleinfuttermittels wenig hilfreich. Auch Frischfleisch muss bei der Herstellung eines haltbaren Trockenfutters verarbeitet werden. Umgekehrt wird ein getrockneter tierischer Rohstoff nicht allein durch den Wasserentzug ernährungsphysiologisch minderwertig.

Für den Hund ist entscheidend, welche Nährstoffe nach der Verarbeitung verfügbar sind und ob die gesamte Rezeptur seinen Bedarf deckt.

Deshalb sollte die Frage nicht lauten:

„Welche Zutat wurde am wenigsten verarbeitet?“

Sondern:

„Welche Rezeptur liefert meinem Hund zuverlässig die benötigten Nährstoffe und wird von ihm gut vertragen?“

Ist Fleischmehl dasselbe wie Tiermehl?

Begriffe rund um getrocknete tierische Rohstoffe werden im Alltag häufig durcheinander verwendet. Für die Beurteilung eines konkreten Hundefutters sollte deshalb nicht aus einer umgangssprachlichen Bezeichnung auf die genaue Zusammensetzung geschlossen werden.

Entscheidend ist die tatsächliche Deklaration auf dem Produkt: Welche Tierart wird genannt? Welche Rohstoffbezeichnung verwendet der Hersteller? Welche analytischen Werte weist das fertige Futter auf?

Bei Unsicherheit ist eine konkrete Herstellerangabe hilfreicher als eine pauschale Bewertung des Wortes „Mehl“.

So vergleichen Sie Frischfleisch und getrocknete Zutaten richtig

Wenn Sie zwei Hundefutter miteinander vergleichen möchten, gehen Sie am besten in dieser Reihenfolge vor:

1. Nicht nur die Vorderseite lesen

Werbeaussagen wie „mit viel Frischfleisch“ sind ein erster Hinweis, aber noch keine vollständige Futterbewertung.

2. Zusammensetzung prüfen

Welche tierischen Rohstoffe und Tierarten werden tatsächlich genannt?

3. Verarbeitungszustand beachten

Frisch und getrocknet lassen sich aufgrund des unterschiedlichen Wassergehalts nicht direkt über ihre Prozentzahl vergleichen.

4. Analytische Bestandteile ansehen

Rohprotein und Rohfett helfen dabei, das fertige Produkt einzuordnen. Sie sollten aber ebenfalls nicht isoliert betrachtet werden.

5. Verwendungszweck prüfen

Handelt es sich um ein geeignetes Alleinfuttermittel für die Lebensphase Ihres Hundes?

6. Energiegehalt berücksichtigen

Die richtige Futtermenge hängt stark von der Energiedichte ab.

7. Den Hund beobachten

Gewicht, Körperzustand, Kot, Haut, Fell, Appetit und Aktivität zeigen im Alltag, ob ein Futter langfristig passt.

Eine umfassende Anleitung zur Beurteilung von Zutatenliste, Analysewerten und Gesamtqualität finden Sie in unserem Grundlagenratgeber „Warum die richtige Hundeernährung mehr ist als nur Futter im Napf“.

Was bedeutet das für fleischreiche Rezepturen wie Lamers Fleischsack?

Unsere Produktlinie Lamers Fleischsack besitzt einen ausgewiesenen Fleischanteil von 80 %. Dieser hohe Fleischanteil beschreibt die bewusst fleischbetonte Ausrichtung der Rezepturen.

Wie bei jedem Hundefutter sollte diese Zahl jedoch gemeinsam mit der konkreten Zusammensetzung und den analytischen Bestandteilen der jeweiligen Sorte gelesen werden.

Wichtig bleibt außerdem: Ein hoher Fleischanteil bedeutet nicht automatisch Monoprotein. Lamers Fleischsack ist kein Monoprotein-Konzept. Für Hunde mit diagnostizierten Futtermittelallergien oder im Rahmen einer Ausschlussdiät müssen die enthaltenen Proteinquellen deshalb gezielt geprüft werden.

Für Hundehalter, die für einen gesunden Hund bewusst eine fleischreiche Rezeptur suchen, können die Fleischsack-Sorten dagegen eine interessante Option sein.

→ Lamers Fleischsack mit 80 % Fleisch entdecken

Die fünf wichtigsten Aussagen auf einen Blick

  1. Frischfleisch enthält viel Wasser. Seine Prozentangabe ist deshalb nicht direkt mit einem getrockneten Rohstoff vergleichbar.
  2. Getrocknete tierische Zutaten sind konzentrierter. Eine kleinere Menge kann einen erheblichen Beitrag zum Protein liefern.
  3. Fleischmehl ist nicht automatisch minderwertig. Ausgangsmaterial, Verarbeitung und Verdaulichkeit sind entscheidend.
  4. Die Position in der Zutatenliste reicht nicht zur Qualitätsbeurteilung. Wasser beeinflusst das Gewicht der Zutaten.
  5. Die Gesamtformulierung entscheidet. Bedarfsdeckung, Proteinqualität, Energie und Verträglichkeit sind wichtiger als ein einzelnes Schlagwort.

Häufige Fragen zu Frischfleisch, Trockenfleisch und Fleischmehl

Was ist besser im Hundefutter: Frischfleisch oder Trockenfleisch?

Keine der beiden Formen ist grundsätzlich besser. Frischfleisch enthält mehr Wasser, getrocknete Zutaten sind konzentrierter. Entscheidend sind Rohstoffqualität, Verarbeitung, Verdaulichkeit und die gesamte Rezeptur.

Ist Fleischmehl schlecht für Hunde?

Nein. Fleischmehl beziehungsweise entsprechend getrocknete tierische Rohstoffe können konzentrierte Proteinquellen sein. Die Bezeichnung allein erlaubt kein Qualitätsurteil.

Warum steht Frischfleisch oft an erster Stelle der Zutatenliste?

Frische tierische Zutaten besitzen einen hohen Wassergehalt und dadurch ein hohes Ausgangsgewicht. Nach der Trocknung sinkt ihr Gewichtsanteil.

Ist ein Futter mit 50 % Frischfleisch fleischreicher als eines mit 30 % Trockenfleisch?

Das lässt sich anhand dieser beiden Zahlen allein nicht zuverlässig beurteilen. Der unterschiedliche Wassergehalt muss berücksichtigt werden.

Hat Trockenfleisch mehr Protein als Frischfleisch?

Bezogen auf dasselbe Gewicht ist ein getrockneter tierischer Rohstoff aufgrund des geringeren Wassergehalts typischerweise konzentrierter. Der Proteingehalt des fertigen Futters hängt jedoch von der gesamten Rezeptur ab.

Was passiert mit Frischfleisch bei der Herstellung von Trockenfutter?

Während der Herstellung wird dem Produkt Wasser entzogen. Dadurch reduziert sich das Gewicht des ursprünglich wasserreichen Rohstoffs erheblich.

Sind tierische Nebenerzeugnisse Abfall?

Nein. Dazu können ernährungsphysiologisch wertvolle Organe und andere tierische Bestandteile gehören. Eine konkrete Deklaration erleichtert allerdings die Beurteilung.

Ist Fleischmehl dasselbe wie Rohprotein?

Nein. Fleischmehl ist eine Rohstoffbezeichnung. Rohprotein ist ein analytischer Wert des fertigen Futters.

Ist Frischfleisch leichter verdaulich?

Das lässt sich nicht allein aus der Bezeichnung „frisch“ ableiten. Verdaulichkeit hängt von Ausgangsmaterial, Verarbeitung und Gesamtformulierung ab.

Was ist wichtiger: Frischfleischanteil oder Rohprotein?

Beide Angaben beschreiben unterschiedliche Aspekte. Für eine sinnvolle Futterbewertung müssen zusätzlich Proteinquellen, Verdaulichkeit, Energiegehalt, Bedarfsdeckung und individuelle Eignung betrachtet werden.

Ist Hundefutter mit Fleischmehl weniger hochwertig?

Nicht automatisch. Ein hochwertiges Alleinfuttermittel kann getrocknete tierische Proteinquellen enthalten. Qualität lässt sich nicht allein am Namen einer einzelnen Zutat festmachen.

Wie erkenne ich gutes Hundefutter?

Achten Sie auf Eignung für die Lebensphase, eine bedarfsgerechte Gesamtzusammensetzung, nachvollziehbare Zutaten, passende Analysewerte und Energiegehalt sowie darauf, ob Ihr Hund das Futter langfristig gut verträgt.

Fazit: Nicht „frisch gegen getrocknet“, sondern die gesamte Rezeptur entscheidet

Frischfleisch, Trockenfleisch und Fleischmehl sind keine Qualitätsstufen von „sehr gut“ bis „schlecht“. Sie beschreiben unterschiedliche Formen tierischer Rohstoffe.

Der größte Unterschied für den Vergleich ist häufig der Wassergehalt. Frische Zutaten bringen viel Wasser und damit Gewicht mit. Getrocknete Zutaten sind konzentrierter. Genau deshalb können Prozentangaben ohne diesen Zusammenhang leicht missverstanden werden.

Für eine gute Futterentscheidung sollten Sie deshalb nicht fragen:

„Steht Frischfleisch an erster Stelle?“

Sondern:

„Welche tierischen Rohstoffe enthält das Futter, wie sind sie verarbeitet, welche Nährstoffe liefert die gesamte Rezeptur und passt sie zu meinem Hund?“

Damit ist auch der fünfte Baustein unserer Wissensreihe „Fleisch, Protein & Hundefutter verstehen“ geschlossen. Gemeinsam erklären die fünf Ratgeber Fleischanteil, Fleischbedarf, 80-%-Angaben, Rohprotein sowie die Unterschiede zwischen frischen und getrockneten tierischen Zutaten.

Weitere Fachbegriffe finden Sie im Lamers Tierfutter-Lexikon. Für die individuelle Einordnung Ihrer Futterwahl können Sie außerdem den Lamers Ernährungs-Kompass nutzen.

Fleischangaben verstehen statt nur Prozentzahlen vergleichen

Sie suchen bewusst eine fleischreiche Rezeptur? Entdecken Sie Lamers Fleischsack mit 80 % Fleisch. Entscheidend bleibt auch hier der Blick auf die gesamte Zusammensetzung und darauf, ob die jeweilige Sorte zu Ihrem Hund passt.

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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle tierärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Bei Erkrankungen, Futtermittelallergien oder besonderen Ernährungsanforderungen sollte die Fütterung individuell abgestimmt werden.

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