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Warum die richtige Hundeernährung mehr ist als nur Futter im Napf: Ein voller silberner Hundenapf mit Trockenfutter, im Hintergrund ein Hund.
Warum die richtige Hundeernährung mehr ist als nur Futter im Napf

Ein voller Napf bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund bedarfsgerecht versorgt ist. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Futter im Napf liegt, sondern ob Zusammensetzung, Nährstoffversorgung, Energiegehalt, Verdaulichkeit und Futtermenge zum einzelnen Hund passen.

Ein junger, aktiver Hund hat andere Bedürfnisse als ein ruhiger Senior. Ein gesunder Hund benötigt eine andere Fütterungsstrategie als ein Hund mit Übergewicht, wiederkehrenden Verdauungsproblemen, Hautveränderungen oder einer diagnostizierten Futtermittelallergie. Deshalb gibt es nicht das eine beste Hundefutter für alle Hunde.

Hochwertige Hundeernährung beginnt mit einer nüchternen Frage: Was braucht dieser Hund in seiner aktuellen Lebenssituation? Verpackungsdesign, Werbeaussagen und einzelne Schlagwörter wie „Premium“, „natürlich“, „getreidefrei“ oder „hoher Fleischanteil“ reichen für eine verlässliche Beurteilung nicht aus.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, woran Sie gutes Hundefutter erkennen, wie Sie Zutatenlisten und Analysewerte richtig einordnen und wie Sie Schritt für Schritt eine passende Ernährung für Ihren Hund auswählen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie:

  • was hochwertige und bedarfsgerechte Hundeernährung wirklich bedeutet,
  • warum einzelne Werbeaussagen kein zuverlässiger Qualitätsnachweis sind,
  • wie Sie Zusammensetzung und Analysewerte richtig lesen,
  • welche Rolle Fleischanteil, Protein, Fett und Kohlenhydrate spielen,
  • woran Sie erkennen, ob ein Futter zu Ihrem Hund passt,
  • wie Sie eine Futterumstellung sinnvoll durchführen,
  • welche typischen Fehler Sie vermeiden sollten
  • und wann eine tierärztliche Abklärung notwendig ist.

Was bedeutet hochwertige Hundeernährung?

Hochwertige Hundeernährung bedeutet, einen Hund vollständig, ausgewogen, sicher und seinem individuellen Bedarf entsprechend zu versorgen. Dabei zählt nicht nur, welche Zutaten eingesetzt werden. Ebenso wichtig sind deren Nährstoffgehalte, Verdaulichkeit, Kombination, Menge und Eignung für den jeweiligen Hund.

Ein Futter kann ansprechend zusammengesetzt sein und trotzdem nicht passen, wenn es zu energiereich, zu energiearm oder für die jeweilige Lebensphase ungeeignet ist. Umgekehrt kann ein schlicht deklariertes Futter einen Hund zuverlässig versorgen, sofern Rezeptur und Nährstoffprofil stimmen.

Die fünf Säulen einer guten Hundeernährung

  • Bedarfsdeckung: Der Hund erhält alle notwendigen Nährstoffe in geeigneter Menge und in einem passenden Verhältnis.
  • Verträglichkeit: Das Futter wird ohne anhaltende Verdauungs-, Haut- oder andere Auffälligkeiten aufgenommen.
  • Passender Energiegehalt: Die Futtermenge unterstützt ein gesundes Körpergewicht.
  • Nachvollziehbare Zusammensetzung: Halter können erkennen, welche Rohstoffgruppen und Nährstoffe enthalten sind.
  • Alltagstauglichkeit: Die Fütterung lässt sich zuverlässig, hygienisch und langfristig umsetzen.

Merksatz: Die Qualität eines Hundefutters zeigt sich nicht an einem einzelnen Schlagwort. Sie ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Bedarfsdeckung, Verträglichkeit, Energieversorgung, Deklaration und individueller Eignung.

Bedarfsgerecht statt werbewirksam

Viele Futtermittel werden mit Begriffen beworben, die positiv klingen, aber allein nur wenig über die tatsächliche Eignung aussagen. „Premium“, „Superfood“, „naturnah“ oder „mit viel Fleisch“ sind keine Garantie dafür, dass ein Futter zum Hund passt.

Für eine fachliche Beurteilung sind andere Fragen wichtiger:

  • Handelt es sich um ein vollständiges Alleinfuttermittel?
  • Für welche Tierart und Lebensphase ist es vorgesehen?
  • Wie hoch ist der Energiegehalt?
  • Welche Protein- und Fettquellen werden eingesetzt?
  • Passt die empfohlene Futtermenge zum tatsächlichen Bedarf?
  • Wie entwickeln sich Gewicht, Muskulatur, Kotbeschaffenheit, Haut und Fell?
  • Gibt es diagnostizierte Erkrankungen oder begründete besondere Anforderungen?

Ein gutes Futter ist daher nicht automatisch das Futter mit der längsten Zutatenliste oder dem höchsten Fleischanteil. Es ist das Futter, das den individuellen Hund in einer angemessenen Menge zuverlässig versorgt.

Alleinfuttermittel oder Ergänzungsfuttermittel?

Auf dem Etikett sollte klar angegeben sein, ob es sich um ein Alleinfuttermittel, ein Ergänzungsfuttermittel oder ein Einzelfuttermittel handelt. Diese Unterscheidung ist für die tägliche Versorgung entscheidend.

Bezeichnung Bedeutung Typische Verwendung
Alleinfuttermittel Soll den Hund bei bestimmungsgemäßer Fütterung vollständig mit allen notwendigen Nährstoffen versorgen. Als tägliche Hauptnahrung geeignet.
Ergänzungsfuttermittel Deckt den vollständigen Nährstoffbedarf allein in der Regel nicht ab. Zur Ergänzung einer Ration oder für bestimmte Fütterungszwecke.
Einzelfuttermittel Besteht im Wesentlichen aus einem einzelnen Futtermittelrohstoff. Als Bestandteil individuell zusammengestellter Rationen.

Wer dauerhaft ausschließlich Ergänzungsfuttermittel, reines Fleisch oder selbst zusammengestellte Rationen füttert, muss besonders sorgfältig auf die vollständige Nährstoffversorgung achten.

Bitte beachten: Bei selbst gekochten oder roh zusammengestellten Rationen ist eine fachlich berechnete Rezeptur sinnvoll. Nährstoffmängel oder Überversorgungen werden nicht immer sofort sichtbar.

Die Deklaration richtig lesen

Die Verpackung eines Hundefutters enthält unterschiedliche Angaben. Dazu gehören unter anderem die Zusammensetzung, analytische Bestandteile, Zusatzstoffe, Fütterungsempfehlung und die Kennzeichnung als Allein- oder Ergänzungsfuttermittel.

Die Zusammensetzung beschreibt die eingesetzten Rohstoffe oder Rohstoffgruppen. Die Zutaten werden üblicherweise in absteigender Reihenfolge ihres Gewichts zum Zeitpunkt der Verarbeitung aufgeführt.

Offene und geschlossene Deklaration

Bei einer offenen Deklaration werden einzelne Zutaten vergleichsweise konkret benannt. Eine geschlossene Deklaration arbeitet stärker mit zusammengefassten Kategorien.

Art der Angabe Beispiel Einordnung
Konkrete Angabe Huhn, Reis, Rübentrockenschnitzel, Geflügelfett Erleichtert die Einschätzung der eingesetzten Rohstoffe.
Gruppenbezeichnung Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide Weniger konkret, aber nicht automatisch minderwertig oder ungeeignet.

Eine detaillierte Deklaration schafft Transparenz. Sie sagt jedoch allein noch nicht, wie gut ein Rohstoff verdaulich ist, wie ausgewogen die gesamte Rezeptur ist oder ob der Hund das Futter verträgt.

Wichtig bei Allergieverdacht: Je genauer die Protein- und Kohlenhydratquellen angegeben sind, desto leichter lässt sich nachvollziehen, welchen Zutaten ein Hund ausgesetzt ist. Eine Zutatenliste ersetzt jedoch keine strukturierte tierärztliche Abklärung oder fachlich begleitete Ausschlussdiät.

Wie wichtig ist der Fleischanteil?

Der Fleischanteil wird häufig als zentrales Qualitätsmerkmal dargestellt. Tatsächlich benötigt der Hund jedoch nicht einfach einen möglichst hohen Fleischanteil, sondern eine passende Versorgung mit Protein, essenziellen Aminosäuren, Fettsäuren, Mineralstoffen, Vitaminen und Energie.

Eine Prozentangabe lässt sich zudem nicht immer direkt mit der Angabe eines anderen Futters vergleichen. Frisches Fleisch enthält viel Wasser. Getrocknetes Fleisch oder Proteinmehl enthält deutlich weniger Feuchtigkeit und ist deshalb konzentrierter.

Eine hohe Menge frisches Fleisch kann nach dem Wasserentzug einen deutlich kleineren Anteil an der Trockenmasse ausmachen. Umgekehrt kann eine kleinere Menge getrocknetes tierisches Protein einen erheblichen Beitrag zum Gesamtproteingehalt leisten.

Wichtiger als eine einzelne Prozentzahl sind:

  • Art und Qualität der Proteinquellen,
  • Verdaulichkeit der gesamten Rezeptur,
  • Aminosäureversorgung,
  • passender Protein- und Energiegehalt,
  • Verhältnis der Nährstoffe zueinander
  • und die individuelle Verträglichkeit.

Auch die Vorstellung, Hunde seien reine Fleischfresser, greift zu kurz. Hunde können verschiedene tierische und pflanzliche Nährstoffquellen verwerten. Entscheidend ist, ob die fertige Ration ihren Bedarf deckt und gut vertragen wird.

Sind tierische Nebenerzeugnisse minderwertig?

Der Begriff „tierische Nebenerzeugnisse“ wird häufig pauschal negativ bewertet. Er umfasst jedoch unterschiedliche Bestandteile. Dazu können nährstoffreiche Organe wie Leber, Herz oder Niere gehören, die wertvolle Proteine, Vitamine und Mineralstoffe liefern.

Entscheidend ist daher nicht nur, ob Nebenerzeugnisse eingesetzt werden, sondern welche Bestandteile verwendet werden, in welcher Qualität sie vorliegen und wie sie in die Gesamtrezeptur eingebunden sind.

Eine konkrete Benennung erhöht die Transparenz. Eine pauschale Kategorie ist weniger aussagekräftig, erlaubt aber nicht automatisch den Schluss, dass das Futter minderwertig ist.

Merksatz: Innereien sind nicht grundsätzlich Abfall. In geeigneter Menge können sie wertvolle Nährstofflieferanten sein. Qualität lässt sich nicht allein an der Bezeichnung „Muskelfleisch“ oder „Nebenerzeugnisse“ festmachen.

Analytische Bestandteile verstehen

Die analytischen Bestandteile geben unter anderem Auskunft über Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit. Diese Angaben sind wichtig, dürfen aber nicht isoliert interpretiert werden.

Analysewert Was er beschreibt Was er nicht verrät
Rohprotein Gesamtmenge stickstoffhaltiger Verbindungen nach dem Analyseverfahren. Nicht direkt die biologische Wertigkeit oder Verdaulichkeit der Proteinquellen.
Rohfett Analytisch erfasste fettlösliche Bestandteile. Nicht allein die Fettsäurequalität oder den gesamten Energiegehalt.
Rohfaser Bestimmte schwerer verdauliche pflanzliche Bestandteile. Nicht die gesamte Menge aller Ballaststoffe.
Rohasche Mineralischer Rückstand nach vollständiger Verbrennung. Nicht, dass dem Futter gewöhnliche Asche zugesetzt wurde.
Feuchtigkeit Wasseranteil des Futters. Nicht die Nährstoffkonzentration nach Abzug des Wassers.

Warum Trocken- und Nassfutter nicht direkt vergleichbar sind

Nassfutter enthält deutlich mehr Wasser als Trockenfutter. Deshalb wirken seine Protein- und Fettwerte auf dem Etikett häufig niedriger. Für einen sinnvollen Vergleich müssen die Werte auf die sogenannte Trockenmasse bezogen werden.

Beispielrechnung

Ein Nassfutter enthält 10 Prozent Rohprotein und 75 Prozent Feuchtigkeit.

  • Trockenmasse: 100 Prozent minus 75 Prozent Feuchtigkeit = 25 Prozent
  • Rohprotein in der Trockenmasse: 10 geteilt durch 25 mal 100 = 40 Prozent

Dieser Rechenweg erleichtert den Vergleich, ersetzt aber keine Gesamtbewertung der Rezeptur.

Protein: Qualität ist wichtiger als eine hohe Zahl

Proteine liefern Aminosäuren, die der Körper unter anderem für Muskulatur, Haut, Fell, Enzyme und zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt. Der Proteinbedarf hängt unter anderem von Alter, Aktivität, Gesundheitszustand und Gesamtenergieaufnahme ab.

Ein hoher Rohproteingehalt ist nicht automatisch besser. Entscheidend sind die Verdaulichkeit, das Aminosäuremuster, die Proteinquellen und das Verhältnis zur aufgenommenen Energie.

Auch die pauschale Aussage, viel Protein schädige bei jedem gesunden Hund die Nieren, ist zu allgemein. Bei diagnostizierten Erkrankungen können jedoch besondere Anforderungen an Proteinmenge, Proteinqualität und weitere Nährstoffe bestehen.

Wichtig: Bei einer diagnostizierten Nieren-, Leber- oder Stoffwechselerkrankung sollte die Fütterung mit der behandelnden Tierarztpraxis abgestimmt werden. Einzelne Analysewerte reichen für eine passende Diätentscheidung nicht aus.

Fett und Energiegehalt richtig einordnen

Fett ist ein konzentrierter Energieträger und liefert essenzielle Fettsäuren. Ein höherer Fettgehalt kann bei sehr aktiven Hunden sinnvoll sein, bei weniger aktiven oder zu Übergewicht neigenden Hunden jedoch schnell zu einer übermäßigen Energieaufnahme führen.

Die passende Futtermenge lässt sich deshalb nicht allein nach dem Körpergewicht bestimmen. Zwei Hunde mit gleichem Gewicht können einen deutlich unterschiedlichen Energiebedarf haben.

Der Energiebedarf wird unter anderem beeinflusst durch:

  • Alter und Wachstumsphase,
  • Aktivität und Trainingsumfang,
  • Kastrationsstatus,
  • Körperzusammensetzung,
  • Haltung und Umgebungstemperatur,
  • Trächtigkeit oder Laktation,
  • Erkrankungen und Medikamente
  • und individuelle Stoffwechselunterschiede.

Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung ist daher ein Ausgangspunkt und keine unveränderliche Vorgabe. Körpergewicht, Taille, Rippenfühlbarkeit und Muskelzustand sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Ist getreidefreies Hundefutter grundsätzlich besser?

Nein. Getreidefreies Hundefutter ist nicht automatisch hochwertiger oder besser verträglich. Viele Hunde können aufbereitete Getreidesorten wie Reis, Hafer oder Mais gut verdauen.

Auch getreidefreie Rezepturen enthalten Kohlenhydratquellen, beispielsweise Kartoffeln, Erbsen, Linsen oder Tapioka. Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob Getreide enthalten ist, sondern ob die gesamte Rezeptur zum Hund passt.

Eine getreidefreie Fütterung kann sinnvoll sein, wenn eine bestimmte Getreidequelle nachweislich nicht vertragen wird oder aus anderen individuellen Gründen vermieden werden soll. Ohne konkreten Anlass ist „getreidefrei“ jedoch kein eigenständiger Qualitätsnachweis.

Mehr Orientierung zu diesem Thema finden Sie auf unserer Seite über getreidefreies Hundefutter .

Zusatzstoffe: notwendig, sinnvoll oder überflüssig?

Der Begriff „Zusatzstoff“ wird häufig negativ verstanden. Zusatzstoffe können jedoch unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe wie bestimmte Vitamine, Spurenelemente oder Aminosäuren können notwendig sein, damit ein Alleinfuttermittel den Nährstoffbedarf vollständig deckt.

Daneben gibt es technologische, sensorische und weitere Zusatzstoffgruppen. Für die Beurteilung ist deshalb wichtig, welcher Stoff aus welchem Grund eingesetzt wird.

Die Aussage „ohne künstliche Zusatzstoffe“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Futter vollständiger, natürlicher oder besser geeignet ist. Bei einem Alleinfuttermittel muss vielmehr sichergestellt sein, dass alle notwendigen Nährstoffe in ausreichender und sicherer Menge enthalten sind.

Unsere Empfehlung: Beurteilen Sie Zusatzstoffe nicht pauschal nach ihrem Namen. Entscheidend ist, welche Funktion sie in der Rezeptur erfüllen und ob das fertige Futter den Hund vollständig versorgt.

Woran erkennt man, ob ein Futter vertragen wird?

Die individuelle Verträglichkeit ist ein wichtiger Teil der Futterbewertung. Sie sollte jedoch über einen angemessenen Zeitraum betrachtet werden. Einzelne Veränderungen können viele Ursachen haben und sind nicht automatisch auf das Futter zurückzuführen.

Hinweise auf eine passende Fütterung

  • stabiles, angemessenes Körpergewicht,
  • gut geformter Kot in individuell normaler Häufigkeit,
  • keine anhaltenden Blähungen oder wiederkehrenden Durchfälle,
  • guter Appetit ohne auffällige Fressunlust,
  • unauffällige Haut und gepflegtes Fell,
  • altersgemäße Aktivität und Belastbarkeit
  • und der Erhalt einer guten Muskulatur.

Auffälligkeiten, die genauer betrachtet werden sollten

  • wiederkehrender Durchfall oder sehr weicher Kot,
  • häufiges Erbrechen,
  • deutliche Blähungen oder Bauchschmerzen,
  • anhaltender Juckreiz,
  • wiederkehrende Ohren- oder Hautprobleme,
  • ungewollte Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme,
  • starke Leistungsminderung
  • oder auffällig große und sehr häufige Kotmengen.

Solche Symptome können ernährungsbedingt sein, aber auch durch Parasiten, Infektionen, Erkrankungen, Medikamente, Stress oder andere Faktoren entstehen. Deshalb sollte nicht vorschnell von einer Futtermittelallergie ausgegangen werden.

Bei Juckreiz finden Sie im Lamers Ernährungs-Kompass eine strukturierte Orientierung. Ergänzend erklärt unser Ratgeber Hund kratzt sich ständig , welche unterschiedlichen Ursachen infrage kommen.

Futter passend zu Lebensphase und Bedarf

Der Nährstoff- und Energiebedarf verändert sich im Laufe des Hundelebens. Eine Rezeptur, die für einen ausgewachsenen, normal aktiven Hund passt, muss nicht automatisch für einen Welpen, Senior oder Leistungshund geeignet sein.

Lebenssituation Worauf besonders achten?
Welpen und Junghunde Bedarfsgerechte Energie- und Mineralstoffversorgung, kontrolliertes Wachstum und Futter für die passende Größenklasse.
Ausgewachsene Hunde Erhalt eines gesunden Körpergewichts, passende Energiezufuhr und langfristige Verträglichkeit.
Sehr aktive Hunde Ausreichende Energie, gut nutzbare Proteinversorgung, Flüssigkeit und Anpassung an tatsächliche Belastungsphasen.
Senioren Individueller Energiebedarf, Erhalt der Muskulatur, gute Verdaulichkeit und Berücksichtigung diagnostizierter Erkrankungen.
Übergewichtige Hunde Kontrollierte Energiezufuhr, ausreichende Proteinversorgung, exakte Portionierung und passende Bewegung.
Sensible Hunde Übersichtliche, gut verträgliche Rezeptur und systematisches Vorgehen statt häufiger spontaner Futterwechsel.
Hunde mit Erkrankungen Fütterung entsprechend der tierärztlichen Diagnose und der konkreten ernährungsphysiologischen Zielsetzung.

Besonders bei Welpen großer Rassen ist „möglichst viel“ nicht automatisch sinnvoll. Ein zu schnelles Wachstum kann unerwünscht sein. Die Energie- und Mineralstoffversorgung sollte deshalb sorgfältig auf Alter, erwartete Endgröße und Entwicklung abgestimmt werden.

Bei älteren Hunden sollte nicht allein nach dem Geburtsdatum entschieden werden. Einige Senioren benötigen weniger Energie, andere verlieren Muskulatur und brauchen eine besonders gut angepasste Versorgung.

Trockenfutter, Nassfutter oder Mischfütterung?

Sowohl Trockenfutter als auch Nassfutter können eine hochwertige und vollständige Ernährung ermöglichen, sofern es sich um geeignete Alleinfuttermittel handelt.

Fütterungsform Mögliche Vorteile Worauf achten?
Trockenfutter Gut portionierbar, lagerfähig, praktisch für unterwegs und energiekonzentriert. Ausreichende Wasseraufnahme und wegen der Energiedichte sorgfältige Portionierung.
Nassfutter Hoher Feuchtigkeitsgehalt, häufig gute Akzeptanz und größeres Futtervolumen. Nach dem Öffnen hygienisch lagern und tatsächlichen Energiegehalt berücksichtigen.
Mischfütterung Kann Vorteile beider Fütterungsformen verbinden. Gesamtfuttermenge und Kalorien beider Bestandteile zusammenrechnen.

Trocken- und Nassfutter dürfen grundsätzlich auch am selben Tag gefüttert werden, sofern der Hund dies verträgt und die gesamte Ration korrekt bemessen wird. Die pauschale Behauptung, beide Fütterungsformen dürften wegen unterschiedlicher Verdauungszeiten niemals kombiniert werden, lässt sich so nicht verallgemeinern.

Schritt für Schritt zum passenden Hundefutter

Statt sich von einzelnen Werbeaussagen leiten zu lassen, hilft ein systematisches Vorgehen.

1. Den Hund genau einordnen

Notieren Sie Alter, aktuelles Gewicht, Idealgewicht, Aktivität, Kastrationsstatus, Lebensphase, bekannte Erkrankungen und bisherige Auffälligkeiten.

2. Das Fütterungsziel festlegen

Geht es um die normale Erhaltung, kontrolliertes Wachstum, Gewichtsabnahme, Gewichtszunahme, eine bessere Verdauungsverträglichkeit oder eine tierärztlich definierte Ernährung?

3. Die richtige Futterkategorie wählen

Achten Sie auf Tierart, Lebensphase und die Kennzeichnung als Alleinfuttermittel. Veterinäre Rezepturen sollten passend zur jeweiligen Indikation ausgewählt werden.

4. Zusammensetzung und Analyse gemeinsam betrachten

Prüfen Sie Protein- und Fettquellen, Energiegehalt, analytische Bestandteile und vorhandene Zusatzstoffe. Vermeiden Sie die Bewertung nach nur einem Einzelwert.

5. Die Startmenge bestimmen

Nutzen Sie die Fütterungsempfehlung als Ausgangspunkt. Leckerlis, Kauartikel und Tischreste müssen in die Gesamtenergie einbezogen werden.

6. Langsam umstellen

Führen Sie das neue Futter schrittweise ein, sofern kein medizinischer Grund für ein anderes Vorgehen besteht.

7. Die Entwicklung dokumentieren

Beobachten Sie Gewicht, Körperform, Kot, Haut, Fell, Appetit und Aktivität. Ändern Sie nicht gleichzeitig mehrere Faktoren.

8. Futtermenge nachjustieren

Bleiben Gewicht und Körperzustand nicht im gewünschten Bereich, sollte die Portion angepasst werden. Bei unklaren Veränderungen ist eine fachliche Abklärung sinnvoll.

Lamers-Grundsatz: Sie müssen kein Ernährungsexperte werden. Sie sollten aber verstehen können, warum ein bestimmtes Futter zu Ihrem Hund passen könnte. Genau das meinen wir mit: Wir verkaufen Orientierung.

Futter richtig umstellen

Ein abrupter Futterwechsel kann bei empfindlichen Hunden vorübergehend zu weichem Kot, Blähungen oder Unruhe im Verdauungssystem führen. Häufig ist eine schrittweise Umstellung über etwa eine Woche sinnvoll.

Zeitraum Bisheriges Futter Neues Futter
Tag 1–2 etwa 75 Prozent etwa 25 Prozent
Tag 3–4 etwa 50 Prozent etwa 50 Prozent
Tag 5–6 etwa 25 Prozent etwa 75 Prozent
Ab Tag 7 0 Prozent 100 Prozent

Bei sehr empfindlichen Hunden kann die Umstellung länger dauern. Bei einer tierärztlich angeordneten Ausschlussdiät oder therapeutischen Fütterung können andere Vorgaben gelten.

Häufige Fehler bei der Hundeernährung

1. Die Futtermenge nie anpassen

Der Bedarf verändert sich. Ein Hund kann mit derselben Portion im Winter, nach einer Kastration, im Alter oder bei weniger Bewegung zunehmen. Die Portion sollte sich am Körperzustand orientieren.

2. Leckerlis nicht mitrechnen

Trainingssnacks, Kauartikel und Tischreste können einen erheblichen Teil der täglichen Energie liefern. Werden sie nicht berücksichtigt, steigt das Risiko für Übergewicht und eine unausgewogene Gesamtration.

3. Zu häufig und planlos wechseln

Wer bei jeder kleinen Auffälligkeit sofort das Futter wechselt, erschwert die Ursachenbeurteilung. Eine stabile Fütterung und eine nachvollziehbare Dokumentation sind häufig hilfreicher als ständig neue Rezepturen.

4. Symptome vorschnell als Allergie deuten

Juckreiz, Durchfall oder Ohrprobleme können viele Ursachen haben. Eine Futtermittelallergie lässt sich nicht zuverlässig durch einen schnellen Futtertest oder einen bloßen Blick auf die Zutatenliste bestätigen.

5. Einzelne Zutaten pauschal verurteilen

Getreide, tierische Nebenerzeugnisse, Kohlenhydrate oder Zusatzstoffe sind nicht automatisch schlecht. Entscheidend sind Qualität, Menge, Funktion, Gesamtrezeptur und individuelle Verträglichkeit.

6. Zusätze ohne konkreten Bedarf kombinieren

Ein vollständiges Alleinfuttermittel ist bereits auf Bedarfsdeckung ausgelegt. Viele zusätzliche Mineralstoff-, Vitamin- oder Kräuterprodukte können die Ration unnötig verändern. Mehr ist nicht automatisch besser.

7. Nur auf den Preis pro Kilogramm schauen

Für die tatsächlichen Fütterungskosten zählen auch Energiegehalt und notwendige Tagesmenge. Ein günstiger Kilopreis kann durch eine höhere Futtermenge relativiert werden. Umgekehrt ist ein teures Futter nicht automatisch hochwertiger.

Wann ist eine tierärztliche Abklärung wichtig?

Eine Futterberatung kann Orientierung geben, ersetzt aber keine tierärztliche Diagnose. Besonders bei anhaltenden, starken oder wiederkehrenden Beschwerden sollte zuerst geklärt werden, ob eine Erkrankung vorliegt.

Bitte zeitnah eine Tierarztpraxis kontaktieren bei:

  • wiederholtem oder anhaltendem Erbrechen,
  • starkem, blutigem oder länger andauerndem Durchfall,
  • deutlichem Gewichtsverlust,
  • starken Bauchschmerzen oder aufgeblähtem Bauch,
  • Teilnahmslosigkeit, Kreislaufproblemen oder Fieber,
  • anhaltender Futterverweigerung,
  • starkem Durst oder auffällig häufigem Wasserlassen,
  • ausgeprägtem Juckreiz, offenen Hautstellen oder wiederkehrenden Entzündungen
  • oder Beschwerden bei Welpen, sehr alten oder chronisch kranken Hunden.

Bei einer vermuteten Futtermittelallergie gilt eine konsequent durchgeführte Ausschlussdiät mit anschließender kontrollierter Überprüfung als wesentlich aussagekräftiger als häufige spontane Futterwechsel.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber über Hundefutter bei Allergien und Unverträglichkeiten .

Warum individuelle Beratung sinnvoll ist

Hundehalter stehen heute vor einer enormen Auswahl. Gleichzeitig vermitteln Verpackungen und Online-Texte häufig den Eindruck, eine einzige Zutat oder ein einzelnes Fütterungskonzept könne jedes Problem lösen.

Eine gute Ernährungsberatung beginnt nicht mit einem Futtersack, sondern mit Fragen:

  • Wie alt ist der Hund?
  • Wie hoch sind aktuelles Gewicht und Idealgewicht?
  • Wie aktiv ist er tatsächlich?
  • Welche Futtermittel und Snacks erhält er bisher?
  • Welche Beschwerden bestehen und seit wann?
  • Welche Untersuchungen wurden bereits durchgeführt?
  • Welche Proteinquellen kennt der Hund?
  • Was soll mit der Futterumstellung erreicht werden?

Seit 1990 begleiten wir bei Lamers Futtermittelhandlung Hundehalter bei der Auswahl einer passenden Ernährung. Dabei geht es nicht darum, jedem Hund dasselbe Produkt zu empfehlen. Es geht darum, Zusammenhänge verständlich zu machen und aus vielen Möglichkeiten eine nachvollziehbare Auswahl zu treffen.

Welche Lamers Hundenahrung passt zu welchem Bedarf?

Für gesunde Hunde ohne besondere ernährungsphysiologische Anforderungen bietet unsere Lamers Black Label Hundenahrung verschiedene Rezepturen für unterschiedliche Lebensphasen und Vorlieben.

Für Hunde mit besonderen Anforderungen finden Sie in unserer Lamers ProVet Veterinary Hundenahrung gezielt ausgerichtete Rezepturen. Bei bestehenden Erkrankungen sollte die Auswahl in Abstimmung mit der behandelnden Tierarztpraxis erfolgen.

Black Label ansehen ProVet Veterinary ansehen

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Häufige Fragen zur Qualität von Hundefutter

Woran erkenne ich gutes Hundefutter?

Gutes Hundefutter ist für die passende Lebensphase vorgesehen, als Alleinfuttermittel gekennzeichnet, bedarfsdeckend, angemessen energiereich, nachvollziehbar zusammengesetzt und wird vom individuellen Hund langfristig gut vertragen.

Muss Fleisch an erster Stelle der Zutatenliste stehen?

Nein. Die Reihenfolge bezieht sich auf das Gewicht der Zutaten vor der Verarbeitung und wird durch den Wassergehalt beeinflusst. Entscheidend ist die gesamte Nährstoff- und Proteinversorgung.

Ist ein hoher Fleischanteil immer besser?

Nein. Ein hoher Fleischanteil sagt allein nicht aus, ob ein Futter ausgewogen, vollständig, gut verdaulich und passend zum Energiebedarf des Hundes ist.

Sind tierische Nebenerzeugnisse schlecht?

Nicht grundsätzlich. Dazu können wertvolle Organe und andere nährstoffreiche Bestandteile gehören. Eine konkrete Deklaration erleichtert jedoch die Beurteilung.

Ist getreidefreies Futter gesünder?

Nicht pauschal. Viele Hunde vertragen Getreide problemlos. Getreidefreie Rezepturen können im Einzelfall sinnvoll sein, sind aber kein automatischer Qualitätsnachweis.

Braucht ein Hund Kohlenhydrate?

Hunde benötigen nicht zwingend eine bestimmte Kohlenhydratquelle, können aufbereitete Stärke jedoch verwerten. Kohlenhydrate können Energie liefern und eine sinnvolle Funktion in der Rezeptur übernehmen.

Ist Trockenfutter schlechter als Nassfutter?

Nein. Beide Fütterungsformen können bedarfsdeckend und hochwertig sein. Entscheidend sind Rezeptur, Futtermenge, individuelle Verträglichkeit und praktische Umsetzung.

Kann man Trocken- und Nassfutter mischen?

Grundsätzlich ja, sofern der Hund die Mischfütterung verträgt und die Gesamtmenge korrekt berechnet wird. Beide Bestandteile müssen bei der täglichen Energiezufuhr berücksichtigt werden.

Wie oft sollte man das Hundefutter wechseln?

Es gibt keinen allgemeinen Grund, ein gut vertragenes und bedarfsdeckendes Futter regelmäßig zu wechseln. Bei einem notwendigen Wechsel sollte dieser geplant und bei empfindlichen Hunden schrittweise erfolgen.

Wie lange dauert es, bis man ein neues Futter beurteilen kann?

Die Verdauungsverträglichkeit lässt sich häufig innerhalb einiger Tage bis Wochen einschätzen. Veränderungen von Haut, Fell oder Körpergewicht benötigen meist mehr Zeit. Starke Beschwerden sollten nicht abgewartet werden.

Bedeutet viel Kot, dass das Futter schlecht ist?

Nicht automatisch. Kotmenge und Häufigkeit werden unter anderem von Futtermenge, Feuchtigkeit, Ballaststoffen, Verdaulichkeit und individuellen Faktoren beeinflusst.

Sind teure Futtermittel automatisch besser?

Nein. Der Preis wird durch Rohstoffe, Produktion, Verpackung, Vertrieb und Markenpositionierung beeinflusst. Er ist kein zuverlässiger alleiniger Qualitätsmaßstab.

Welche Zusätze braucht mein Hund?

Bei einem passenden Alleinfuttermittel sind zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffprodukte normalerweise nicht ohne Weiteres erforderlich. Zusätze sollten einen nachvollziehbaren Zweck haben und zur Gesamtration passen.

Wie erkenne ich Übergewicht beim Hund?

Die Rippen sollten bei leichtem Druck fühlbar sein, ohne deutlich hervorzustehen. Von oben sollte eine Taille erkennbar sein. Bei Unsicherheit kann der Körperzustand fachlich beurteilt werden.

Welches Hundefutter ist das beste?

Das beste Futter ist dasjenige, das den individuellen Nährstoff- und Energiebedarf deckt, zur Lebensphase und gesundheitlichen Situation passt, gut vertragen wird und sich dauerhaft korrekt füttern lässt.

Fazit: Gute Hundeernährung braucht mehr als einen vollen Napf

Hochwertige Hundeernährung lässt sich nicht auf einen hohen Fleischanteil, eine getreidefreie Rezeptur oder ein ansprechendes Etikett reduzieren. Entscheidend ist, ob das Futter den Hund vollständig versorgt, zu seinem Energiebedarf passt und langfristig gut vertragen wird.

Betrachten Sie deshalb immer das Gesamtbild: Lebensphase, Aktivität, Körperzustand, gesundheitliche Situation, Zusammensetzung, Analysewerte, Futtermenge und individuelle Reaktion.

Wer diese Punkte systematisch bewertet, muss nicht jedem Ernährungstrend folgen. Statt ständig nach dem vermeintlich besten Futtersack zu suchen, entsteht eine nachvollziehbare Fütterungsentscheidung.

Genau darin liegt unsere Aufgabe bei Lamers: Wir verkaufen keine Einheitslösung. Wir verkaufen Orientierung.

Sie sind bei der Futterauswahl unsicher?

Nutzen Sie den Lamers Ernährungs-Kompass oder lassen Sie sich persönlich beraten. Seit 1990 begleiten Christiane und Andreas Lamers Hundehalter bei der Auswahl einer passenden Ernährung – verständlich, individuell und ohne pauschale Versprechen.

Zum Lamers Ernährungs-Kompass

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei akuten, starken oder wiederkehrenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Tierarztpraxis.

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Weitere Informationen rund um die Hundeernährung

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