Für viele Hundehalter gehört Kotfressen zu den unangenehmsten Verhaltensweisen überhaupt. Kaum ist der Blick einen Moment abgewendet, hat der Hund bereits den Kot eines anderen Hundes, eines Wildtiers, einer Katze oder sogar den eigenen Kot aufgenommen.
Schnell entsteht der Verdacht, dem Hund fehle ein bestimmter Nährstoff. Tatsächlich ist Kotfressen – fachlich Koprophagie genannt – jedoch häufig ein erlerntes, selbstbelohnendes oder erkundendes Verhalten. Besonders Welpen und Junghunde probieren vieles aus ihrer Umgebung aus.
Trotzdem sollte Kotfressen nicht einfach ignoriert werden. Kot kann Parasiten, Bakterien, Viren, Medikamentenrückstände oder andere problematische Stoffe enthalten. Außerdem können in einzelnen Fällen Erkrankungen dahinterstehen, die den Appetit steigern oder die Verdauung und Nährstoffaufnahme beeinträchtigen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum Hunde Kot fressen, wann ein Nährstoffmangel tatsächlich infrage kommt, welche gesundheitlichen Risiken bestehen und wie Sie das Verhalten mit Management und Training sinnvoll verändern können.
Kurzantwort: Warum frisst mein Hund Kot?
Bei vielen Hunden ist Kotfressen ein Verhaltensproblem: Der Kot riecht interessant, die Aufnahme belohnt sich selbst, das Verhalten wurde im Welpenalter erlernt oder der Hund bekommt dadurch besonders viel Aufmerksamkeit.
Ein Nährstoffmangel ist möglich, aber deutlich seltener die alleinige Ursache. Bei Gewichtsverlust, starkem Hunger, großen Kotmengen, Durchfall oder einem veränderten Allgemeinzustand sollten Parasiten, Verdauungsstörungen und andere Erkrankungen tierärztlich ausgeschlossen werden.
Am wirksamsten sind konsequentes Management, sofortiges Entfernen des Kots, ein gut trainiertes Abbruch- und Rückrufsignal sowie eine hochwertige Belohnung für das Weggehen vom Kot.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Kotfressen wird als Koprophagie bezeichnet.
- Bei Welpen und Junghunden kommt das Verhalten häufiger vor.
- Die meisten Fälle sind verhaltensbedingt und nicht durch einen Nährstoffmangel verursacht.
- Medizinische Ursachen müssen bei Durchfall, Gewichtsverlust oder stark gesteigertem Appetit ausgeschlossen werden.
- Fremder Kot kann Parasiten und Krankheitserreger übertragen.
- Katzenkot, Pferdeäpfel und Wildtierkot sind nicht automatisch ungefährlich.
- Schimpfen und hektisches Hinterherlaufen können das Verhalten unbeabsichtigt verstärken.
- Der Hund sollte für das Abwenden vom Kot hochwertig belohnt werden.
- Der eigene Garten und das Wohnumfeld müssen konsequent sauber gehalten werden.
- Zusatzpräparate gegen Kotfressen wirken nicht zuverlässig bei jedem Hund.
Was bedeutet Koprophagie?
Koprophagie ist der Fachbegriff für das Fressen von Kot. Ein Hund kann den eigenen Kot, den Kot anderer Hunde oder den Kot anderer Tierarten aufnehmen.
Das Verhalten zählt zu den sogenannten abnormalen Aufnahmeverhalten. Es kann jedoch je nach Alter und Situation auch Teil normalen Erkundungs- oder Suchverhaltens sein.
Mutterhündinnen nehmen in den ersten Lebenswochen ihrer Welpen Kot und Urin auf, um den Liegebereich sauber zu halten. Welpen erleben dieses Verhalten daher bereits früh. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Welpe später dauerhaft Kot frisst.
Ist Kotfressen beim Hund normal?
Kotfressen kommt bei Hunden häufiger vor, als viele Halter vermuten. Besonders Welpen, Junghunde und stark erkundungsfreudige Tiere zeigen das Verhalten.
„Häufig vorkommend“ bedeutet jedoch nicht, dass es einfach zugelassen werden sollte. Das Verhalten kann sich festigen und birgt gesundheitliche Risiken.
Ein Hund, der gelegentlich im Welpenalter Kot aufnimmt, ist anders zu beurteilen als ein erwachsener Hund, der plötzlich jeden Kot sucht, gleichzeitig abnimmt und dauerhaft hungrig wirkt.
Merksatz: Kotfressen ist ein Verhalten, keine Diagnose. Die Begleitumstände entscheiden, ob vor allem Training oder zusätzlich eine medizinische Abklärung notwendig ist.
Warum fressen Hunde Kot?
Meist kommen mehrere Ursachen infrage:
| Mögliche Ursache | Typische Beobachtung |
|---|---|
| Erkundungsverhalten | Vor allem junge Hunde untersuchen ihre Umgebung mit Maul und Nase. |
| Selbstbelohnung | Geruch, Geschmack und die schnelle Aufnahme wirken für den Hund lohnend. |
| Gewohnheit | Je häufiger der Hund Erfolg hat, desto stabiler kann das Verhalten werden. |
| Aufmerksamkeit | Der Hund lernt, dass Kotaufnahme sofort heftige Reaktionen auslöst. |
| Langeweile oder Unterforderung | Das Verhalten tritt besonders bei wenig Beschäftigung oder langer unbeaufsichtigter Gartenzeit auf. |
| Stress oder Konflikt | Der Hund frisst Kot in angespannten Situationen oder nachdem er für Unsauberkeit bestraft wurde. |
| Gesteigerter Appetit | Der Hund sucht ständig nach Fressbarem und nimmt auch Kot auf. |
| Verdauungs- oder Aufnahmestörung | Gewichtsverlust, große oder weiche Kotmengen und starker Hunger können hinzukommen. |
Warum fressen Welpen häufiger Kot?
Welpen erkunden ihre Umwelt intensiv. Gerüche, Pflanzen, Erde, Spielzeug und Kot werden untersucht und teilweise aufgenommen.
Viele Welpen verlieren das Interesse wieder. Entscheidend ist, dass der Hund möglichst wenig Gelegenheit bekommt, das Verhalten zu üben.
Kot sollte deshalb sofort entfernt werden. Nach dem Absetzen wird der Welpe freundlich zum Halter gerufen und für das Weggehen hochwertig belohnt.
Strafen für Unsauberkeit sind ungeeignet. Ein Welpe kann sonst lernen, seinen Kot möglichst schnell zu beseitigen, bevor der Mensch reagiert.
Eigener Kot oder Kot anderer Hunde?
Frisst der Hund den eigenen Kot, können Gewohnheit, mangelnde Sauberkeit im Umfeld, frühere Strafen oder ein stark gesteigerter Appetit eine Rolle spielen.
Der Kot anderer Hunde ist durch seinen Geruch häufig besonders interessant. Die genaue Fütterung des anderen Hundes lässt sich vom Geruch oder Aussehen des Kots nicht zuverlässig ableiten.
Die Behauptung, stark aromatisiertes Futter mache Kot grundsätzlich „besonders lecker“, ist zu pauschal. Für den Hund kann Kot unabhängig davon eine attraktive Geruchs- und Informationsquelle darstellen.
Warum frisst mein Hund Katzenkot, Pferdeäpfel oder Wildtierkot?
Katzenkot
Katzenfutter ist häufig energie- und proteinreich. Entsprechend kann Katzenkot für Hunde besonders interessant riechen. Das Katzenklo sollte für den Hund unzugänglich aufgestellt werden.
Pferdeäpfel
Pferdekot enthält Pflanzenreste und wird von vielen Hunden gern aufgenommen. Problematisch können Parasiten sowie Rückstände bestimmter Medikamente oder Entwurmungsmittel sein. Große Mengen können außerdem die Verdauung belasten.
Wildtierkot
Kot von Füchsen, Rehen, Kaninchen und anderen Wildtieren kann Parasitenstadien und Krankheitserreger enthalten. Wildtierkot sollte deshalb nicht als harmloser „Natursnack“ betrachtet werden.
Hat mein Hund einen Nährstoffmangel?
Ein Nährstoffmangel ist möglich, aber nicht die häufigste Erklärung für Kotfressen.
Erhält der Hund ein geeignetes Alleinfuttermittel in passender Menge, ist eine vollständige Nährstoffversorgung grundsätzlich vorgesehen.
Zusätzliche Vitamine, Mineralstoffe oder Enzyme sollten nicht allein aufgrund des Kotfressens gegeben werden. Zu viele Ergänzungen können die Ration sogar aus dem Gleichgewicht bringen.
Prüfen statt vermuten: Bei selbst zusammengestellten Rationen, stark reduzierter Futtermenge oder weiteren Beschwerden sollte die Fütterung fachlich berechnet beziehungsweise tierärztlich überprüft werden.
Welche Erkrankungen können Kotfressen begünstigen?
Medizinische Ursachen sind seltener als verhaltensbedingte Ursachen, müssen aber bei auffälligen Begleitsymptomen ausgeschlossen werden.
Mögliche Zusammenhänge bestehen unter anderem bei:
- Darmparasiten: Sie können Verdauung, Kotkonsistenz und Nährstoffaufnahme beeinflussen.
- Exokriner Pankreasinsuffizienz: Es fehlen Verdauungsenzyme; typisch können Gewichtsverlust, großer Hunger und große weiche Kotmengen sein.
- Chronischen Darmerkrankungen: Eine gestörte Aufnahme von Nährstoffen kann Hunger und Suchverhalten verstärken.
- Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen: Manche Erkrankungen führen zu krankhaft gesteigertem Appetit.
- Medikamenten: Beispielsweise können bestimmte Medikamente den Appetit steigern.
- Unterversorgung mit Energie: Eine zu kleine Futterration kann ständiges Futtersuchen fördern.
Ist Kotfressen gefährlich?
Kotfressen ist nicht nur unangenehm. Je nach Herkunft des Kots bestehen reale gesundheitliche Risiken.
| Mögliches Risiko | Einordnung |
|---|---|
| Parasiten | Kot kann infektiöse Stadien von Würmern oder Einzellern enthalten. |
| Bakterien und Viren | Das Risiko hängt von Tierart, Gesundheitszustand und Erreger ab. |
| Medikamentenrückstände | Besonders bei Kot von Nutztieren oder Pferden können Rückstände relevant sein. |
| Magen-Darm-Beschwerden | Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen können nach der Aufnahme auftreten. |
| Übertragung auf Menschen | Nach Kotaufnahme sind gründliche Hygiene und das Vermeiden von Gesichtskontakt besonders wichtig. |
Wichtig: Nach der Aufnahme von Pferdekot sollte bei Unruhe, starkem Speicheln, Schwäche, Zittern, Koordinationsstörungen oder anderen neurologischen Auffälligkeiten sofort tierärztliche Hilfe gesucht werden.
Wie kann ich meinem Hund das Kotfressen abgewöhnen?
1. Zugang konsequent verhindern
Management ist die wichtigste Grundlage. Jeder erfolgreiche Zugriff belohnt das Verhalten erneut.
- Kot im Garten sofort entfernen.
- Den Hund beim Spaziergang vorausschauend beobachten.
- Problemstellen zunächst an kurzer Leine passieren.
- Das Katzenklo hundesicher aufstellen.
- Bei sehr starkem Verhalten kann zeitweise ein gut sitzender, positiv aufgebauter Fressschutz sinnvoll sein.
2. Rückruf vom Kot aufbauen
Trainieren Sie zunächst in einfacher Umgebung. Der Hund soll lernen, sich auf Signal sofort vom Fundstück abzuwenden und zum Halter zu kommen.
Die Belohnung muss für den Hund wertvoller sein als das Weiteruntersuchen des Kots.
3. „Lass es“ positiv trainieren
Das Signal wird zuerst mit ungefährlichen Gegenständen und kontrollierten Trainingssituationen aufgebaut. Erst wenn es zuverlässig funktioniert, wird es in schwierigeren Situationen eingesetzt.
4. Nach dem Kotabsatz belohnen
Frisst der Hund den eigenen Kot, begleiten Sie ihn hinaus. Nach dem Absetzen rufen Sie ihn freundlich zu sich, belohnen ihn und entfernen den Kot sofort.
5. Auslastung verbessern
Suchspiele, Futterbeschäftigung, ruhige Nasenarbeit und gemeinsame Aktivität können das Bedürfnis nach selbstständiger Nahrungssuche reduzieren.
Welche Fehler können Kotfressen verstärken?
- Hektisches Hinterherlaufen: Daraus kann ein Fangspiel entstehen.
- Lautes Schimpfen: Der Hund schluckt möglicherweise schneller oder lernt, Abstand zum Halter zu halten.
- Tausch gegen immer sichtbare Leckerlis: Der Hund kann lernen, gezielt Kot zu suchen, um ein Tauschangebot auszulösen.
- Unbeaufsichtigter Gartenaufenthalt: Das Verhalten kann unbemerkt häufig geübt werden.
- Ständig neue Zusatzpräparate: Ohne Diagnose werden Ursache und Verhalten dadurch häufig nicht verändert.
- Inkonsistente Regeln: Mal erlauben, mal bestrafen erschwert das Lernen.
Ziel des Trainings: Der Hund soll nicht aus Angst vom Kot weggehen, sondern weil Orientierung am Halter zuverlässig lohnender ist.
Kann ein anderes Futter gegen Kotfressen helfen?
Ein Futterwechsel ist nicht automatisch die Lösung. Bei einem gesunden Hund mit bedarfsgerechter Ernährung bleibt Kotfressen meist ein Trainings- und Managementthema.
Eine Überprüfung der Fütterung ist sinnvoll, wenn:
- der Hund ständig hungrig wirkt,
- er Gewicht verliert,
- der Kot dauerhaft weich oder sehr voluminös ist,
- häufig Durchfall oder Blähungen auftreten,
- die Futtermenge stark reduziert wurde,
- eine selbst zusammengestellte Ration gefüttert wird,
- oder eine Verdauungserkrankung bekannt ist.
Ein gut verdauliches, vollständiges Futter kann bei empfindlicher Verdauung sinnvoll sein. Es beseitigt jedoch kein erlerntes Kotfressen.
Lamers-Grundsatz: Wir trennen Fütterungsprobleme und Verhaltensprobleme sauber voneinander. Nur wenn beides gemeinsam betrachtet wird, entsteht eine sinnvolle Lösung.
Wann sollte ein Hund tierärztlich untersucht werden?
Plötzlich neu auftretendes oder stark zunehmendes Kotfressen bei einem erwachsenen Hund sollte genauer eingeordnet werden.
Bitte tierärztlich abklären lassen bei:
- Gewichtsverlust trotz guten oder gesteigerten Appetits,
- starkem, dauerhaftem Hunger,
- großen, weichen oder fettig wirkenden Kotmengen,
- wiederkehrendem Durchfall,
- Erbrechen,
- sichtbaren Parasiten oder Parasitenverdacht,
- vermehrtem Trinken oder Urinieren,
- Mattigkeit oder Verhaltensänderungen,
- plötzlich zwanghaft wirkender Futtersuche,
- Aufnahme größerer Mengen unbekannten Tierkots.
Zur ersten Abklärung gehören je nach Situation eine genaue Fütterungs- und Verhaltensanamnese, eine körperliche Untersuchung und eine Kotuntersuchung. Bei zusätzlichen Auffälligkeiten können Blutuntersuchungen oder spezielle Tests der Bauchspeicheldrüse und Nährstoffaufnahme erforderlich sein.
Lamers ProVet Gastro
Bestehen neben dem Kotfressen wiederkehrende Verdauungsprobleme, kann eine auf den Magen-Darm-Trakt ausgerichtete Ernährung sinnvoll sein.
Lamers ProVet Gastro wurde für Hunde entwickelt, bei denen die Verdauung bei der Futterauswahl besonders berücksichtigt werden soll.
Das Futter ersetzt weder Verhaltenstraining noch eine notwendige Untersuchung auf Parasiten, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen oder andere Ursachen.
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Häufige Fragen zum Kotfressen beim Hund
Ist Kotfressen beim Hund normal?
Es kommt besonders bei Welpen und Junghunden häufig vor. Trotzdem sollte der Zugang verhindert werden, weil sich das Verhalten festigen kann und gesundheitliche Risiken bestehen.
Warum frisst mein Hund den eigenen Kot?
Mögliche Gründe sind Gewohnheit, mangelnde Sauberkeit im Umfeld, früher erlebte Strafen, Langeweile oder ein gesteigerter Appetit.
Warum frisst mein Hund Kot anderer Hunde?
Fremder Kot ist für Hunde eine intensive Geruchsquelle. Das Verhalten kann außerdem durch Gewohnheit und wiederholten Erfolg verstärkt werden.
Warum frisst mein Hund Katzenkot?
Katzenkot kann für Hunde besonders attraktiv riechen. Das Katzenklo sollte daher hundesicher aufgestellt werden.
Darf mein Hund Pferdeäpfel fressen?
Nein. Pferdekot kann Parasiten oder problematische Medikamentenrückstände enthalten und sollte nicht aufgenommen werden.
Ist Wildtierkot gefährlich?
Wildtierkot kann Parasitenstadien und Krankheitserreger enthalten. Die Aufnahme sollte verhindert werden.
Hat mein Hund einen Vitaminmangel?
Kotfressen allein ist kein zuverlässiger Hinweis auf einen Vitaminmangel. Eine Rationsprüfung ist bei selbst zusammengestellter Nahrung oder weiteren Beschwerden sinnvoll.
Fehlen meinem Hund Enzyme?
Eine exokrine Pankreasinsuffizienz kann zu mangelnder Verdauung, starkem Hunger und Gewichtsverlust führen. Sie wird mit speziellen Bluttests diagnostiziert und nicht allein anhand des Kotfressens.
Können Würmer Kotfressen verursachen?
Parasiten können Verdauung und Nährstoffaufnahme beeinflussen. Eine Kotuntersuchung ist bei Verdacht sinnvoll.
Kann mein Hund durch Kot Giardien bekommen?
Infektiöse Stadien können über verunreinigte Umgebung und Kot übertragen werden. Hygiene und konsequentes Entfernen von Kot sind deshalb wichtig.
Hilft Ananas gegen Kotfressen?
Für Hausmittel wie Ananas gibt es keine zuverlässige Wirkung bei jedem Hund. Management und Training bleiben entscheidend.
Wirken Pulver oder Tabletten gegen Kotfressen?
Solche Produkte können bei einzelnen Hunden helfen, lösen aber weder medizinische Ursachen noch das Interesse an fremdem Kot zuverlässig.
Soll ich meinen Hund bestrafen?
Nein. Strafen können dazu führen, dass der Hund schneller schluckt, Abstand hält oder Kot heimlich aufnimmt.
Wie trainiere ich „Lass es“?
Das Signal wird zunächst in kontrollierten Situationen mit ungefährlichen Gegenständen positiv aufgebaut. Der Hund wird für das Abwenden und die Orientierung am Halter belohnt.
Braucht mein Hund einen Maulkorb?
Bei starkem, gesundheitlich riskantem Verhalten kann zeitweise ein gut sitzender Fressschutz sinnvoll sein. Er muss positiv aufgebaut sein und darf Hecheln und Trinken nicht behindern.
Wann sollte ich zum Tierarzt?
Bei Gewichtsverlust, starkem Hunger, Durchfall, großen Kotmengen, Erbrechen, vermehrtem Trinken oder plötzlich stark zunehmendem Kotfressen.
Fazit: Kotfressen ist meist ein Verhaltensproblem – aber nicht immer
Bei vielen Hunden entsteht Kotfressen durch Neugier, Geruch, Gewohnheit und wiederholte Selbstbelohnung. Ein Nährstoffmangel ist deutlich seltener die alleinige Erklärung.
Bestehen zusätzlich Gewichtsverlust, auffälliger Hunger, Durchfall oder große Kotmengen, müssen Parasiten, Verdauungsstörungen und andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.
Für die Verhaltensänderung sind konsequentes Management, schnelles Entfernen des Kots, ein positiv trainiertes Abbruchsignal und eine attraktive Belohnung entscheidend.
Je weniger Gelegenheiten der Hund zum Üben bekommt, desto größer ist die Chance, das Verhalten dauerhaft zu verändern.
Bestehen zusätzlich Verdauungsprobleme?
Wir helfen Ihnen dabei, Futter, Futtermenge, Leckerlis und mögliche ernährungsbedingte Zusammenhänge zu prüfen. Bei Gewichtsverlust, starkem Hunger oder anhaltendem Durchfall sollte zuerst eine tierärztliche Untersuchung erfolgen.
ProVet Gastro ansehen Ratgeber zur VerdauungLamers Futtermittelhandlung – persönliche Beratung seit 1990.
Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gewichtsverlust, starkem Hunger, anhaltendem Durchfall, Erbrechen, neurologischen Auffälligkeiten oder Verdacht auf Vergiftung wenden Sie sich bitte an eine Tierarztpraxis.