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Landseer liegt neben einem vollen Futternapf auf dem Teppich, im Hintergrund ein Mann mit Tasse
Welpe erbricht oder frisst nicht: wann es ernst wird

Das Wichtigste vorweg

Welpen haben weniger Reserven als erwachsene Hunde und verlieren durch Erbrechen und Durchfall schnell Flüssigkeit. Einmaliges Erbrechen bei einem munteren Welpen, der danach trinkt und frisst, können Sie beobachten. Erbricht Ihr Welpe mehr als einmal, lässt er mehr als eine Mahlzeit aus, hat er zusätzlich Durchfall oder wirkt er schwach, sollten Sie umgehend Ihre Tierarztpraxis anrufen.

Ihr Welpe erbricht, lässt sein Futter stehen oder hat zusätzlich Durchfall? Gerade in den ersten Wochen im neuen Zuhause verunsichert das viele Halter. Manches ist harmlos, etwa Aufregung oder eine zu große Portion. Bei Welpen gilt aber eine wichtige Regel: Sie haben weniger Reserven als erwachsene Hunde und brauchen deshalb früher Hilfe.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum Welpen erbrechen oder nicht fressen, welche Warnzeichen Sie kennen sollten, wann Sie sofort handeln müssen und wie Sie die Fütterung in dieser Zeit gut gestalten.

In diesem Ratgeber erfahren Sie:

  • warum Erbrechen und Appetitlosigkeit bei Welpen ernster zu nehmen sind,
  • welche harmlosen und welche ernsten Ursachen infrage kommen,
  • bei welchen Warnzeichen Ihr Welpe sofort zur Tierarztpraxis sollte,
  • was Sie bei Erbrechen und Durchfall gleichzeitig beachten sollten,
  • und wie Sie Ihren Welpen in dieser Zeit richtig füttern.

Warum Welpen bei Erbrechen schneller Hilfe brauchen

Ein erwachsener Hund steckt einen Tag mit wenig Appetit oder einmaliges Erbrechen meist gut weg. Bei Welpen ist das anders. Sie sind klein, wachsen schnell und brauchen regelmäßig Energie und Flüssigkeit. Erbrechen und Durchfall entziehen dem Körper Wasser und Mineralstoffe. Bei einem Welpen kann das schneller kritisch werden.

Besonders sehr kleine Rassen können außerdem in eine Unterzuckerung geraten, wenn sie mehrere Mahlzeiten auslassen. Anzeichen dafür sind zum Beispiel Zittern, Schwäche, Taumeln oder auffällige Müdigkeit. Dann ist schnelle tierärztliche Hilfe nötig.

Faustregel: Erbricht Ihr Welpe mehr als einmal, lässt er mehr als eine Mahlzeit aus oder wirkt er ungewohnt ruhig, rufen Sie lieber einmal zu früh als zu spät in Ihrer Tierarztpraxis an.

Welpe erbricht: mögliche Ursachen

Zu schnell oder zu viel gefressen

Viele Welpen fressen gierig, vor allem wenn mehrere Geschwister oder andere Hunde dabei sind. Kommt das Futter kurz nach dem Fressen unverdaut zurück, war die Portion oft zu groß oder das Tempo zu hoch. Kleinere Mahlzeiten und ein ruhiger Futterplatz helfen dann oft schon.

Futterwechsel nach dem Einzug

Mit dem Umzug ins neue Zuhause ändert sich für den Welpen fast alles. Wird zusätzlich sofort das Futter gewechselt, kann der junge Magen überfordert sein. Am besten füttern Sie zunächst das gewohnte Futter vom Züchter oder aus dem Tierschutz weiter und stellen erst später schrittweise um.

Unpassendes verschluckt

Welpen erkunden die Welt mit dem Maul. Gras, Blätter, Spielzeugteile, Socken oder Kauknochen werden schnell verschluckt. Gras wird oft wieder erbrochen. Gegenstände können dagegen Magen oder Darm blockieren. Besteht dieser Verdacht, gehört Ihr Welpe sofort in die Tierarztpraxis. Auch giftige Lebensmittel wie Schokolade, Weintrauben oder Xylit sind für Welpen gefährlich.

Würmer und Infektionen

Wurmbefall ist bei Welpen häufig und kann Erbrechen, Durchfall und einen aufgeblähten Bauch verursachen. Halten Sie sich deshalb an den Entwurmungsplan Ihrer Tierarztpraxis. Gefährlich sind außerdem Virusinfektionen wie die Parvovirose, vor allem bei Welpen, die noch nicht vollständig geimpft sind. Sie beginnt oft mit Erbrechen, Mattigkeit und Appetitlosigkeit, später folgt häufig starker, manchmal blutiger Durchfall.

Reisekrankheit und Aufregung

Manche Welpen erbrechen bei den ersten Autofahrten oder in sehr aufregenden Situationen. Das bessert sich oft, wenn der Welpe Autofahren in kleinen Schritten kennenlernt. Erbricht er auch ohne erkennbaren Anlass, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Einen ausführlichen Überblick finden Sie im Ratgeber Erbrechen beim Hund: Ursachen erkennen und richtig reagieren. Was gelber oder weißer Schaum bedeuten kann, lesen Sie im Ratgeber Hund erbricht gelben Schaum oder weißen Schleim.

Welpe frisst nicht: mögliche Ursachen

Nicht jeder Welpe, der sein Futter stehen lässt, ist krank. Häufige harmlose Gründe sind:

  • Eingewöhnung: In den ersten Tagen im neuen Zuhause fressen manche Welpen weniger, weil alles neu und aufregend ist.
  • Zu große Portionen oder zu viele Leckerlis: Wer zwischendurch viele Belohnungen bekommt, hat zur Mahlzeit weniger Hunger.
  • Zahnwechsel: Etwa zwischen dem vierten und siebten Lebensmonat kann das Kauen unangenehm sein. Manche Welpen fressen dann vorübergehend weniger oder lieber weicheres Futter.
  • Hitze, Müdigkeit oder Ablenkung: Ein ruhiger Futterplatz und feste Zeiten helfen.

Ernst wird es, wenn der Welpe gar nicht frisst, zusätzlich erbricht, Durchfall hat, auffällig müde ist oder auch nicht trinkt. Dann sollten Sie nicht abwarten. Wie Sie Appetitlosigkeit bei erwachsenen Hunden einordnen, lesen Sie im Ratgeber Hund frisst nicht.

Erbrechen und Durchfall beim Welpen

Treten Erbrechen und Durchfall gemeinsam auf, verliert ein Welpe besonders schnell Flüssigkeit. Ein einzelner weicher Haufen nach einem aufregenden Tag ist noch kein Grund zur Sorge. Wiederholter, wässriger oder blutiger Durchfall zusammen mit Erbrechen ist bei einem Welpen dagegen immer ein Fall für die Tierarztpraxis, und zwar am selben Tag.

Wie Sie weichen Kot bei jungen Hunden einordnen und die Verdauung in der Wachstumsphase gut begleiten, erklären wir im Ratgeber Welpenfutter für sensible Verdauung richtig wählen.

Welpe erbricht oder frisst nicht: Wann muss er zum Tierarzt?

Bei Welpen lieber früh handeln. Bitte melden Sie sich umgehend in Ihrer Tierarztpraxis, wenn:

  • Ihr Welpe mehr als einmal erbricht,
  • er mehr als eine Mahlzeit auslässt oder auch nicht trinkt,
  • zusätzlich Durchfall auftritt, vor allem wässrig oder mit Blut,
  • er müde, schwach, zittrig oder teilnahmslos wirkt,
  • sein Bauch aufgebläht, hart oder schmerzhaft ist,
  • er etwas Giftiges oder einen Gegenstand verschluckt haben könnte,
  • er Fieber hat oder sein Zahnfleisch sehr blass ist,
  • er noch nicht vollständig geimpft ist und plötzlich krank wirkt.

Rufen Sie bei Verdacht auf eine ansteckende Erkrankung vorher in der Praxis an. So kann das Team Sie so empfangen, dass andere Tiere geschützt sind.

Welpen richtig füttern: so entlasten Sie den jungen Magen

Ist Ihr Welpe gesund, macht die Art der Fütterung viel aus. Diese Punkte haben sich in der Beratung bewährt:

  • Mehrere kleine Mahlzeiten: Junge Welpen bekommen ihre Tagesration meist auf drei bis vier Mahlzeiten verteilt, ältere auf zwei bis drei.
  • Feste Zeiten und ein ruhiger Platz: So fressen Welpen entspannter und weniger hastig.
  • Leckerlis einrechnen: Belohnungen aus dem Training gehören zur Tagesmenge. Ein Teil der Trockenfutterration eignet sich gut als Trainingshappen.
  • Futterwechsel langsam: Ein neues Futter führen Sie über etwa sieben bis zehn Tage schrittweise ein.
  • Vollwertiges Welpenfutter: Welpen brauchen ein Alleinfuttermittel, das auf das Wachstum abgestimmt ist. Ob spezielles Welpenfutter nötig ist, erklären wir im Ratgeber Ist spezielles Welpenfutter wirklich notwendig?

Nach einer Magen-Darm-Verstimmung füttern Sie Ihren Welpen in Absprache mit der Tierarztpraxis wieder in kleinen Portionen an. Welpen sollten nicht ohne Rücksprache fasten. Eine Auswahl an Trocken- und Nassfutter für junge Hunde finden Sie in unserer Kategorie Welpenfutter.

Häufige Fragen: Welpe erbricht oder frisst nicht

Mein Welpe hat einmal erbrochen und ist sonst fit. Muss ich zum Tierarzt?

Nach einmaligem Erbrechen können Sie einen munteren Welpen, der trinkt und danach normal frisst, aufmerksam beobachten. Erbricht er erneut, frisst er nicht oder wirkt er schlapp, sollten Sie die Tierarztpraxis anrufen.

Wie lange darf ein Welpe nichts fressen?

Deutlich kürzer als ein erwachsener Hund. Lässt ein Welpe mehr als eine Mahlzeit aus, sollten Sie Rücksprache mit der Tierarztpraxis halten. Bei sehr kleinen Rassen, Schwäche oder Zittern gilt das sofort.

Welpe hat Durchfall: was tun?

Ein einzelner weicher Haufen nach Aufregung ist meist harmlos. Hält der Durchfall an, ist er wässrig oder blutig oder erbricht der Welpe zusätzlich, gehört er noch am selben Tag in die Tierarztpraxis. Bitte geben Sie keine Medikamente für Menschen.

Kann der Zahnwechsel Appetitlosigkeit verursachen?

Ja, während des Zahnwechsels fressen manche Welpen vorübergehend weniger oder bevorzugen weicheres Futter. Erbrechen, Durchfall oder Fieber gehören aber nicht zum normalen Zahnwechsel und sollten abgeklärt werden.

Soll ich nach dem Einzug das Futter sofort wechseln?

Besser nicht. Füttern Sie in den ersten Tagen das gewohnte Futter weiter und stellen Sie danach schrittweise über etwa sieben bis zehn Tage um. So muss sich der Welpe nicht an alles gleichzeitig gewöhnen.

Fazit: Bei Welpen lieber einmal zu früh fragen

Welpen erbrechen oder fressen manchmal schlecht, weil sie zu schnell gefressen haben, aufgeregt sind oder gerade die Zähne wechseln. Weil sie aber wenig Reserven haben, sollten wiederholtes Erbrechen, ausgelassene Mahlzeiten, Durchfall oder Mattigkeit schnell tierärztlich abgeklärt werden.

Im gesunden Alltag helfen kleine, regelmäßige Mahlzeiten, ein ruhiger Futterplatz, eingerechnete Leckerlis und ein behutsamer Futterwechsel dabei, den jungen Magen nicht zu überfordern.

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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei Welpen mit Erbrechen, Durchfall oder Appetitlosigkeit wenden Sie sich bitte frühzeitig an eine Tierarztpraxis.

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