🧠 Ist getreidefreies Hundefutter wirklich besser? Ein Australian Shepherd liegt neben Hundefutter, Fleisch und Süßkartoffeln.
Ist getreidefreies Hundefutter wirklich besser?

Getreidefreies Hundefutter wird häufig als besonders natürlich, hochwertig oder gut verträglich beworben. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, eine Rezeptur ohne Getreide sei grundsätzlich die bessere Wahl.

So einfach ist die Beurteilung jedoch nicht. Viele Hunde können gut aufbereitetes Getreide problemlos verdauen und als Energiequelle nutzen. Gleichzeitig kann eine getreidefreie Rezeptur für einzelne Hunde sinnvoll sein – beispielsweise dann, wenn ein bestimmter Bestandteil nachweislich nicht vertragen wird.

Entscheidend ist deshalb nicht das Schlagwort „getreidefrei“, sondern die gesamte Zusammensetzung des Futters und die Frage, ob diese zum individuellen Hund passt.

Kurzantwort: Ist getreidefreies Hundefutter wirklich besser?

Nein, getreidefreies Hundefutter ist nicht automatisch besser. Es kann sinnvoll sein, wenn ein Hund bestimmte Getreidebestandteile nicht verträgt oder bewusst eine Rezeptur ohne Getreide gefüttert werden soll.

Für viele Hunde ist hochwertiges Futter mit gut ausgewählten und aufbereiteten Getreidebestandteilen jedoch völlig unproblematisch. Entscheidend sind die gesamte Rezeptur, die Nährstoffversorgung und die individuelle Verträglichkeit.

Warum ist getreidefreies Hundefutter so beliebt?

Viele Hundehalter greifen zu getreidefreiem Futter, weil es häufig als besonders natürlich, verträglich oder hochwertig wahrgenommen wird. Begriffe wie „naturnah“, „ursprünglich“ oder „ohne Getreide“ sprechen das Bedürfnis an, dem Hund eine möglichst artgerechte Ernährung anzubieten.

Dazu kommt, dass getreidefreie Futtermittel in den vergangenen Jahren stark vermarktet wurden. Dadurch wurde Getreide teilweise pauschal mit minderwertigem Futter, Füllstoffen oder Futtermittelallergien verbunden.

Die Bezeichnung „getreidefrei“ sagt jedoch zunächst nur aus, dass kein Getreide enthalten ist. Sie beantwortet nicht automatisch folgende Fragen:

  • Ist das Futter vollständig und ausgewogen?
  • Welche Proteinquellen werden eingesetzt?
  • Welche Kohlenhydratquellen ersetzen das Getreide?
  • Wie hoch sind Fett- und Energiegehalt?
  • Passt das Futter zur Lebensphase des Hundes?
  • Wird die Rezeptur vom individuellen Hund gut vertragen?

Merksatz: „Getreidefrei“ ist eine Eigenschaft der Rezeptur – aber kein vollständiges Qualitätsurteil.

Ist Getreide wirklich schlecht für Hunde?

Nein, grundsätzlich ist Getreide nicht schlecht für Hunde. Viele Hunde können aufbereitete Getreidesorten gut verdauen und als Energiequelle nutzen.

Getreide liefert je nach Sorte unter anderem Stärke, Eiweiß, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Entscheidend sind die verwendete Getreideart, ihre Qualität, die Verarbeitung, die eingesetzte Menge und die Zusammensetzung des gesamten Futters.

Problematisch kann eine Zutat dann werden, wenn der einzelne Hund sie nicht verträgt oder wenn die Gesamtrezeptur nicht zu seinem Bedarf passt. Diese Möglichkeit besteht jedoch nicht nur bei Getreide, sondern grundsätzlich auch bei tierischen Proteinen, Hülsenfrüchten, Kartoffeln oder anderen Zutaten.

Wichtig: Eine einzelne Zutat sollte nie losgelöst von der gesamten Rezeptur bewertet werden. Ein hochwertiges Futter mit Getreide kann besser zum Hund passen als ein ungeeignet zusammengesetztes getreidefreies Futter.

Können Hunde Getreide verdauen?

Hunde können aufgeschlossene Stärke verwerten. Entscheidend ist dabei, dass Getreide und andere stärkehaltige Zutaten fachgerecht verarbeitet wurden.

Rohes, unverarbeitetes Getreide ist deutlich schwerer verdaulich. Durch Erhitzen und Aufschließen wird die Stärke jedoch für die Verdauungsenzyme des Hundes besser zugänglich.

Häufig verwendete Getreidesorten im Hundefutter sind beispielsweise:

Getreideart Mögliche Funktion im Futter Einordnung
Reis Gut nutzbare Kohlenhydrat- und Energiequelle. Wird von vielen Hunden gut vertragen.
Hafer Liefert Energie und verschiedene Ballaststoffe. Kann Bestandteil ausgewogener Rezepturen sein.
Mais Liefert Stärke, Energie und weitere Nährstoffe. Ist in geeigneter Verarbeitung nicht automatisch minderwertig.
Gerste Kann Energie und Ballaststoffe liefern. Die individuelle Verträglichkeit ist entscheidend.

Ob eine Getreidesorte geeignet ist, lässt sich deshalb nicht allein anhand ihres Namens beurteilen. Die Verarbeitung und die gesamte Rezeptur sind ebenso wichtig.

Wann kann getreidefreies Hundefutter sinnvoll sein?

Getreidefreies Hundefutter kann eine sinnvolle Wahl sein, wenn ein Hund eine bestimmte Getreideart nachweislich nicht verträgt oder wenn Hundehalter bewusst eine Rezeptur ohne Getreide füttern möchten.

Auch bei der Auswahl einer übersichtlichen Rezeptur kann ein getreidefreies Futter infrage kommen. Entscheidend ist jedoch, dass nicht nur Getreide weggelassen, sondern weiterhin eine vollständige und bedarfsgerechte Nährstoffversorgung sichergestellt wird.

Getreidefreies Futter kann beispielsweise erwogen werden:

  • bei einer nachgewiesenen Reaktion auf eine bestimmte Getreideart,
  • im Rahmen einer fachlich geplanten Fütterungsstrategie,
  • wenn eine bestimmte getreidefreie Rezeptur nachweislich gut vertragen wird,
  • oder wenn Hundehalter Getreide aus persönlichen Gründen vermeiden möchten.

Bitte beachten: Wiederkehrender Juckreiz, Durchfall oder Hautprobleme beweisen nicht, dass Getreide die Ursache ist. Vor einer langfristigen Futtertherapie sollten andere mögliche Auslöser berücksichtigt werden.

Zur ersten Orientierung finden Sie in unserem Lamers Ernährungs-Kompass Informationen zu sensiblen Hunden, Verdauungsproblemen und möglichen Fütterungsansätzen.

Getreidefrei ist nicht automatisch hypoallergen

Ein häufiger Irrtum ist, die Begriffe „getreidefrei“ und „hypoallergen“ gleichzusetzen. Beide Aussagen beschreiben jedoch etwas Unterschiedliches.

Bezeichnung Was sie aussagt Was sie nicht garantiert
Getreidefrei Die Rezeptur enthält kein Getreide. Dass der Hund alle anderen Zutaten verträgt.
Hypoallergen Die Rezeptur wurde für besondere Anforderungen bei Futtermittelreaktionen entwickelt. Dass sie ohne Prüfung für jeden allergischen Hund geeignet ist.

Ein getreidefreies Futter kann weiterhin tierische Proteinquellen, Hülsenfrüchte, Kartoffeln oder andere Zutaten enthalten, auf die ein einzelner Hund reagieren kann.

Bei einer Futtermittelallergie sind häufig Proteine die relevanten Auslöser. Entscheidend ist deshalb die vollständige Fütterungsgeschichte und nicht nur die Frage, ob Getreide enthalten ist.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Hundefutter bei Allergien und Unverträglichkeiten .

Wichtiger als getreidefrei: die passende Rezeptur

Ob ein Futter gut zum Hund passt, hängt von vielen Faktoren ab. Das Fehlen von Getreide ist nur einer davon.

Für eine sinnvolle Auswahl sollten Sie unter anderem berücksichtigen:

  • Alter und Lebensphase,
  • Körpergewicht und Idealgewicht,
  • Aktivität und Energiebedarf,
  • Kastrationsstatus,
  • bisherige Fütterung,
  • Verträglichkeit einzelner Zutaten,
  • bekannte Erkrankungen
  • und die tatsächliche Futtermenge.

Ein hochwertiges Futter mit Reis kann für einen Hund besser passen als ein getreidefreies Futter mit einer ungeeigneten Proteinquelle oder einem zu hohen Energiegehalt. Umgekehrt kann eine sorgfältig zusammengestellte getreidefreie Rezeptur für einen anderen Hund genau die richtige Wahl sein.

Lamers-Grundsatz: Nicht der Trend entscheidet, sondern der individuelle Bedarf des Hundes.

Was ersetzt das Getreide im getreidefreien Hundefutter?

Getreidefreies Futter ist nicht automatisch kohlenhydratfrei. In vielen Rezepturen wird Getreide durch andere stärkehaltige Zutaten ersetzt.

Typische Alternativen sind:

  • Kartoffeln,
  • Süßkartoffeln,
  • Erbsen,
  • Linsen,
  • Kichererbsen,
  • Tapioka
  • oder andere pflanzliche Rohstoffe.

Auch diese Zutaten können sinnvolle Bestandteile einer Rezeptur sein. Sie sind jedoch nicht automatisch besser als Getreide und können ebenfalls individuell unterschiedlich vertragen werden.

Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur darauf zu achten, was im Futter fehlt. Ebenso wichtig ist die Frage, wodurch die weggelassene Zutat ersetzt wurde.

Getreidefrei bei empfindlicher Verdauung?

Bei einer empfindlichen Verdauung lohnt sich ein genauer Blick auf die gesamte Rezeptur. Nicht immer ist Getreide der Auslöser für weichen Kot, Durchfall oder Blähungen.

Mögliche Einflussfaktoren sind beispielsweise:

  • ein zu schneller Futterwechsel,
  • eine ungeeignete Proteinquelle,
  • ein zu hoher Fettgehalt,
  • eine zu große Futtermenge,
  • viele Leckerlis und Kauartikel,
  • individuell schlecht verträgliche Ballaststoffe,
  • Parasiten oder Infektionen
  • oder andere Erkrankungen des Verdauungstrakts.

Ein getreidefreies Futter kann gut verträglich sein, wenn seine gesamte Zusammensetzung zum Hund passt. Es ist jedoch keine allgemeine Lösung für jede Form von Verdauungsbeschwerden.

Weitere Informationen finden Sie in unseren Ratgebern Schonkost für Hunde und Verdauung und Darmgesundheit beim Hund .

So wählen Sie das passende Hundefutter aus

Statt allein nach dem Begriff „getreidefrei“ zu entscheiden, hilft ein strukturiertes Vorgehen.

1. Den Hund einordnen

Berücksichtigen Sie Alter, Gewicht, Aktivität, Lebensphase, bekannte Erkrankungen und bisherige Beschwerden.

2. Den Grund für getreidefrei klären

Gibt es eine nachgewiesene Unverträglichkeit, einen begründeten Verdacht oder lediglich den Wunsch nach einer getreidefreien Rezeptur?

3. Die gesamte Zusammensetzung prüfen

Achten Sie auf Proteinquellen, Fettgehalt, Energie, alternative Kohlenhydratquellen und die Kennzeichnung als Alleinfuttermittel.

4. Langsam umstellen

Führen Sie das neue Futter bei empfindlichen Hunden schrittweise ein, sofern kein medizinischer Grund für ein anderes Vorgehen besteht.

5. Verträglichkeit beobachten

Kontrollieren Sie Kotbeschaffenheit, Haut, Fell, Appetit, Körpergewicht und Aktivität über einen angemessenen Zeitraum.

6. Nicht mehrere Faktoren gleichzeitig verändern

Tauschen Sie nicht gleichzeitig Hauptfutter, Leckerlis, Kauartikel und Ergänzungen aus. Sonst lässt sich die Reaktion kaum einordnen.

Wann ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll?

Einzelne weiche Kotabsätze oder vorübergehende Veränderungen sind nicht automatisch ein Zeichen für eine Futtermittelallergie. Anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden sollten jedoch untersucht werden.

Bitte tierärztlich abklären lassen bei:

  • anhaltendem oder starkem Durchfall,
  • wiederholtem Erbrechen,
  • Blut im Kot oder Erbrochenen,
  • deutlichem Gewichtsverlust,
  • starkem Juckreiz oder offenen Hautstellen,
  • wiederkehrenden Ohrenentzündungen,
  • anhaltender Futterverweigerung
  • oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustandes.

Bei einem begründeten Verdacht auf eine Futtermittelallergie sollte nicht wahllos zwischen verschiedenen getreidefreien Sorten gewechselt werden. Eine konsequent durchgeführte Ausschlussdiät liefert in der Regel deutlich mehr Erkenntnisse.

Getreidefreies Hundefutter bei Lamers

In unserer Übersicht finden Sie getreidefreie Rezepturen für unterschiedliche Lebensphasen und Ernährungsbedürfnisse.

Ob ein Futter zu Ihrem Hund passt, hängt jedoch nicht nur davon ab, ob es getreidefrei ist. Berücksichtigen Sie auch Proteinquelle, Energiegehalt, Aktivität, Körpergewicht und individuelle Verträglichkeit.

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Häufige Fragen zu getreidefreiem Hundefutter

Ist getreidefreies Hundefutter grundsätzlich besser?

Nein. Getreidefreies Futter kann für einzelne Hunde sinnvoll sein, ist aber nicht automatisch hochwertiger oder besser verträglich als ein ausgewogenes Futter mit Getreide.

Können Hunde Getreide verdauen?

Viele Hunde können fachgerecht aufbereitetes Getreide gut verdauen und die enthaltene Stärke als Energiequelle nutzen.

Ist Reis im Hundefutter Getreide?

Ja. Reis gehört botanisch zu den Getreidearten. Ein Futter mit Reis ist daher nicht getreidefrei.

Ist getreidefreies Hundefutter kohlenhydratfrei?

Nein. Häufig werden Kartoffeln, Süßkartoffeln, Erbsen, Linsen oder Tapioka als alternative Kohlenhydratquellen eingesetzt.

Ist getreidefreies Hundefutter hypoallergen?

Nicht automatisch. Ein getreidefreies Futter kann weiterhin andere Zutaten enthalten, die ein einzelner Hund nicht verträgt.

Hilft getreidefreies Futter bei Juckreiz?

Nur dann, wenn tatsächlich eine unverträgliche Getreidekomponente beteiligt ist. Juckreiz kann viele andere Ursachen haben und sollte bei anhaltendem Auftreten abgeklärt werden.

Hilft getreidefreies Futter bei Durchfall?

Nicht grundsätzlich. Durchfall kann durch viele Faktoren entstehen. Entscheidend ist die Verträglichkeit der gesamten Rezeptur und gegebenenfalls eine medizinische Abklärung.

Welches Getreide wird von Hunden häufig gut vertragen?

Viele Hunde vertragen beispielsweise gut aufbereiteten Reis oder Hafer. Die Verträglichkeit bleibt jedoch individuell.

Sollte jeder sensible Hund getreidefrei gefüttert werden?

Nein. Zunächst sollte geklärt werden, welche Zutaten oder anderen Faktoren tatsächlich an den Beschwerden beteiligt sind.

Wie erkenne ich, ob mein Hund Getreide nicht verträgt?

Beschwerden wie Juckreiz, Durchfall oder Hautprobleme reichen für eine sichere Beurteilung nicht aus. Eine strukturierte Fütterungsanamnese und gegebenenfalls eine Ausschlussdiät sind aussagekräftiger.

Fazit: Ist getreidefreies Hundefutter besser?

Getreidefreies Hundefutter ist nicht grundsätzlich besser. Viele Hunde können hochwertiges, gut aufbereitetes Getreide problemlos verdauen und als Energiequelle nutzen.

Für einzelne Hunde kann eine getreidefreie Rezeptur dennoch sinnvoll sein – etwa wenn eine bestimmte Getreideart nachweislich nicht vertragen wird oder bewusst auf Getreide verzichtet werden soll.

Entscheidend ist nicht der Trend, sondern die gesamte Rezeptur: Proteinquelle, Fettgehalt, Energieversorgung, alternative Kohlenhydratquellen, Lebensphase und individuelle Verträglichkeit müssen zusammenpassen.

Das beste Futter ist nicht automatisch das Futter ohne Getreide. Es ist das Futter, das Ihren Hund bedarfsgerecht versorgt und langfristig gut vertragen wird.

Unsicher bei der Futterwahl?

Sie müssen kein Ernährungsexperte werden. Nutzen Sie den Lamers Ernährungs-Kompass oder lassen Sie sich persönlich beraten, bevor Sie verschiedene Futtersorten auf eigene Faust ausprobieren.

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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bei akuten, starken oder wiederkehrenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Tierarztpraxis.

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