Viele Hunde nehmen über Monate oder Jahre langsam und zunächst unbemerkt zu. Oft sind es nur kleine Mengen, die auf der Waage kaum auffallen. Mit der Zeit kann daraus jedoch Übergewicht entstehen, das Beweglichkeit, Gelenke, Ausdauer und Wohlbefinden beeinträchtigt.
Dabei geht es nicht um Schönheitsideale oder eine pauschale Zahl auf der Waage. Ein gesundes Körpergewicht ist individuell. Entscheidend ist, ob Rippen und Taille noch gut beurteilbar sind, der Hund seine Muskulatur erhält und sich seinem Alter entsprechend gern bewegt.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Übergewicht beim Hund erkennen, welche Ursachen infrage kommen, warum Leckerlis häufig unterschätzt werden und wie eine sichere Gewichtsreduktion ohne radikale Hungerkur gelingen kann.
Kurzantwort: Wie kann ein Hund gesund abnehmen?
Ein Hund nimmt ab, wenn er über einen längeren Zeitraum kontrolliert weniger Energie aufnimmt, als er verbraucht. Dabei darf die Versorgung mit Protein, Vitaminen, Mineralstoffen und weiteren notwendigen Nährstoffen nicht vernachlässigt werden.
Für eine sichere Gewichtsreduktion werden ein realistisches Zielgewicht, eine genau abgewogene Tagesration, die Einrechnung aller Leckerlis, angepasste Bewegung und regelmäßige Gewichtskontrollen benötigt. Starkes oder unerklärliches Übergewicht sollte vor Beginn einer Diät tierärztlich abgeklärt werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Das Gewicht allein sagt noch nicht, ob ein Hund zu dick ist.
- Rippen, Taille, Bauchlinie und Muskelzustand müssen ebenfalls beurteilt werden.
- Futter sollte mit einer Küchenwaage abgewogen und nicht nach Augenmaß portioniert werden.
- Leckerlis, Kauartikel und Tischreste gehören zur täglichen Energieaufnahme.
- Radikale Futterkürzungen können zu einer unausgewogenen Nährstoffversorgung führen.
- Bewegung unterstützt die Gewichtsreduktion, ersetzt aber keine kontrollierte Fütterung.
- Gewicht und Körperzustand sollten während der Abnahme regelmäßig kontrolliert werden.
Warum kann Übergewicht beim Hund ein Problem sein?
Jedes zusätzliche Gewicht muss im Alltag bewegt und von Gelenken, Bändern und Muskulatur getragen werden. Ein dauerhaft zu hohes Körpergewicht kann deshalb die körperliche Belastung erhöhen und die Bewegungsfreude einschränken.
Übergewicht kann unter anderem dazu beitragen, dass:
- die Beweglichkeit abnimmt,
- Treppen und längere Spaziergänge schwerer fallen,
- Gelenke und Bänder stärker belastet werden,
- die Ausdauer sinkt,
- Hitze schlechter vertragen wird,
- bestehende Erkrankungen ungünstig beeinflusst werden
- und die Lebensqualität im Alltag abnimmt.
Häufig entsteht außerdem ein Kreislauf: Der Hund trägt mehr Gewicht, bewegt sich dadurch weniger, verbraucht weniger Energie und nimmt weiter zu.
Merksatz: Bei der Gewichtskontrolle geht es nicht um eine besonders schlanke Optik. Ziel ist ein Körperzustand, der Beweglichkeit, Muskulatur und Wohlbefinden unterstützt.
Woran erkenne ich Übergewicht bei meinem Hund?
Viele Hundehalter sehen ihren Hund jeden Tag. Langsame Veränderungen fallen dadurch häufig erst spät auf. Zusätzlich können langes oder dichtes Fell und eine kräftige Körperform die Beurteilung erschweren.
Typische Hinweise auf ein zu hohes Körpergewicht sind:
- Die Rippen sind unter einer deutlichen Fettschicht nur schwer tastbar.
- Von oben ist hinter dem Brustkorb kaum noch eine Taille erkennbar.
- Von der Seite wirkt die Bauchlinie wenig oder gar nicht aufgezogen.
- Am Rücken, Brustkorb oder Schwanzansatz sind deutliche Fettpolster vorhanden.
- Der Hund wird schneller müde oder hechelt stärker.
- Aufstehen, Springen oder Treppensteigen fallen schwerer.
- Das Körpergewicht ist über mehrere Kontrollen kontinuierlich gestiegen.
Einzelne Merkmale sollten nicht isoliert beurteilt werden. Körperbau, Fell, Alter und Muskulatur beeinflussen das Erscheinungsbild.
Body Condition Score beim Hund verständlich erklärt
Der Body Condition Score, kurz BCS, ist ein Bewertungssystem für die Körperkondition. Dabei werden nicht nur die Kilogramm auf der Waage betrachtet, sondern auch Fettabdeckung, Taille und Bauchlinie.
Häufig wird eine Skala von 1 bis 9 verwendet. Die mittleren Werte stehen für eine ideale Körperkondition. Niedrigere Werte weisen auf Untergewicht, höhere Werte auf zunehmendes Übergewicht hin.
| Körperzustand | Rippen | Taille und Bauchlinie | Einordnung |
|---|---|---|---|
| Zu dünn | Sehr leicht sichtbar oder deutlich tastbar, kaum Fettabdeckung. | Sehr starke Taille und ausgeprägte Bauchlinie. | Ursache und Nährstoffversorgung prüfen. |
| Idealgewicht | Gut tastbar, ohne deutlich sichtbare Fettpolster. | Taille von oben erkennbar, Bauchlinie seitlich aufgezogen. | Gewicht und Muskulatur erhalten. |
| Leichtes Übergewicht | Unter einer stärkeren Fettabdeckung noch tastbar. | Taille schwach erkennbar, Bauchlinie weniger ausgeprägt. | Fütterung und Aktivität frühzeitig anpassen. |
| Deutliches Übergewicht | Schwer oder nicht mehr tastbar. | Keine erkennbare Taille, deutliche Fettpolster. | Strukturierten Gewichtsplan erstellen und medizinisch abklären. |
Zusätzlich zum BCS sollte der Muskelzustand beurteilt werden. Ein Hund kann Fett verlieren und gleichzeitig unerwünscht Muskulatur abbauen. Deshalb reicht die Zahl auf der Waage allein nicht aus.
Wie lässt sich das Idealgewicht eines Hundes bestimmen?
Für viele Hunderassen existieren Gewichtsspannen. Diese können eine erste Orientierung geben, berücksichtigen aber weder individuelle Größe noch Körperbau, Geschlecht oder Muskelmasse ausreichend.
Das gesunde Zielgewicht sollte deshalb aus mehreren Informationen abgeleitet werden:
- frühere Gewichte bei guter Körperkondition,
- aktueller Body Condition Score,
- Muskelzustand,
- Rasse und Körperbau,
- Alter und Gesundheitszustand
- und tierärztliche Beurteilung.
Wichtig: Das Ziel sollte nicht einfach das niedrigste frühere Gewicht sein. Bei Senioren, Erkrankungen oder bereits vorhandener Muskelabnahme muss besonders sorgfältig zwischen Fettverlust und Muskelerhalt unterschieden werden.
Wie entsteht Übergewicht beim Hund?
Übergewicht entsteht, wenn ein Hund über längere Zeit mehr Energie aufnimmt, als sein Körper verbraucht. Dabei reicht bereits ein kleiner täglicher Überschuss aus, um das Gewicht langsam ansteigen zu lassen.
Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen:
- zu große Hauptfutterportionen,
- häufige Leckerlis und Kauartikel,
- Essensreste vom Tisch,
- mehrere fütternde Personen im Haushalt,
- Futter, das den ganzen Tag zur Verfügung steht,
- geringe Aktivität,
- sinkender Energiebedarf im Alter,
- Veränderungen nach der Kastration,
- bestimmte Medikamente
- oder Erkrankungen, die Aktivität oder Stoffwechsel beeinflussen.
Übergewicht ist deshalb selten allein das Ergebnis einer einzelnen „zu großen Mahlzeit“. Häufig sind es kleine tägliche Überschüsse, die sich über Monate summieren.
Welche Hunde sind besonders gefährdet?
Grundsätzlich kann jeder Hund Übergewicht entwickeln. Bei bestimmten Lebensumständen ist eine regelmäßige Kontrolle jedoch besonders wichtig.
| Risikofaktor | Warum Gewichtskontrolle wichtig ist |
|---|---|
| Kastration | Energiebedarf, Appetit und Aktivität können sich verändern. |
| Seniorenalter | Viele ältere Hunde bewegen sich weniger und verlieren gleichzeitig Muskulatur. |
| Geringe Aktivität | Bei niedrigem Energieverbrauch kann bereits eine normale wirkende Portion zu groß sein. |
| Gelenk- oder Bewegungsprobleme | Schmerzen können Bewegung reduzieren und Gewichtszunahme begünstigen. |
| Fütterung durch mehrere Personen | Zusätzliche Portionen werden häufig nicht gemeinsam dokumentiert. |
| Sehr futtermotivierte Hunde | Bettelverhalten wird leicht mit echtem Hunger verwechselt. |
Übergewicht nach der Kastration
Nicht jeder kastrierte Hund wird automatisch übergewichtig. Nach einer Kastration können sich jedoch Energiebedarf, Appetit und Aktivität verändern.
Wird die bisherige Futtermenge unverändert weitergegeben, obwohl der Hund weniger Energie benötigt, kann das Gewicht langsam ansteigen.
Nach einer Kastration empfiehlt es sich deshalb:
- das Körpergewicht regelmäßig zu kontrollieren,
- Rippen und Taille monatlich zu beurteilen,
- die Futtermenge nicht vorsorglich extrem zu kürzen,
- Veränderungen von Aktivität und Appetit zu beobachten
- und die Ration bei beginnender Gewichtszunahme frühzeitig anzupassen.
Übergewicht beim älteren Hund
Viele Senioren bewegen sich weniger als früher. Gleichzeitig ist der Erhalt der Muskulatur im Alter besonders wichtig. Eine erfolgreiche Gewichtskontrolle darf deshalb nicht nur auf eine niedrigere Zahl auf der Waage zielen.
Bei älteren Hunden sollten regelmäßig beurteilt werden:
- Körpergewicht,
- Body Condition Score,
- Muskelzustand,
- Beweglichkeit,
- Appetit und Trinkverhalten
- und mögliche altersbedingte Erkrankungen.
Nimmt ein älterer Hund unerwartet zu oder ab, sollte dies nicht vorschnell als normale Alterserscheinung eingeordnet werden.
Leckerlis und versteckte Kalorien werden häufig unterschätzt
Viele Hunde erhalten über den Tag verteilt kleine Belohnungen. Jede einzelne erscheint harmlos. In der Summe können Trainingssnacks, Kauartikel, Käse, Wurst, Zahnpflegesnacks und Tischreste jedoch einen erheblichen Teil der täglichen Energieaufnahme ausmachen.
| Kalorienfalle | Warum sie übersehen wird | Bessere Lösung |
|---|---|---|
| Trainingssnacks | Einzelne Stücke sind klein, werden aber häufig gegeben. | Sehr kleine Stücke verwenden und von der Tagesration abziehen. |
| Kauartikel | Werden als Beschäftigung und nicht als Futter betrachtet. | Energiegehalt berücksichtigen und nicht täglich unkontrolliert geben. |
| Tischreste | Kleine Mengen wirken unbedeutend. | Klare Haushaltsregel festlegen und Alternativen nutzen. |
| Futter für Medikamente | Wird als notwendige Medikamentengabe betrachtet. | Kleine passende Menge wählen und mit einrechnen. |
| Mehrere Bezugspersonen | Niemand kennt die vollständige Tagesmenge. | Tagesration morgens gemeinsam bereitstellen. |
Als praktische Orientierung sollten Belohnungen nur einen kleinen Teil der täglichen Energieaufnahme ausmachen. Je mehr Extras gegeben werden, desto weniger vollständiges Hauptfutter bleibt übrig.
Einfacher Alltagstipp: Füllen Sie morgens die vollständige Tagesration in einen Behälter. Alles, was daraus zum Training verwendet wird, wird nicht zusätzlich in den Napf gegeben.
Gesund abnehmen statt hungern
Eine erfolgreiche Gewichtsreduktion benötigt Geduld und eine klare Struktur. Radikale Hungerkuren sind keine gute Lösung.
Wird von einem normalen Alleinfutter einfach nur eine sehr kleine Menge gegeben, sinkt nicht nur die Energiezufuhr. Gleichzeitig werden möglicherweise auch weniger Protein, Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen.
Ein sinnvoller Gewichtsplan umfasst deshalb:
1. Ausgangszustand erfassen
Gewicht, Body Condition Score, Muskelzustand, Aktivität und vollständige Fütterung dokumentieren.
2. Realistisches Ziel festlegen
Zielgewicht und Zwischenziele individuell bestimmen, statt eine beliebige Rassezahl zu übernehmen.
3. Passende Tagesration berechnen
Die Ration am Ziel und am tatsächlichen Bedarf ausrichten und nicht nur pauschal halbieren.
4. Alle Extras berücksichtigen
Leckerlis, Kauartikel, Tischreste und Futter zur Medikamentengabe vollständig einrechnen.
5. Bewegung passend steigern
Umfang und Intensität an Alter, Kondition, Gelenke und Gesundheitszustand anpassen.
6. Regelmäßig kontrollieren
Gewicht, Körperkondition und Muskulatur prüfen und den Plan bei Bedarf anpassen.
Wann ist spezielles Diätfutter zur Gewichtskontrolle sinnvoll?
Bei leichtem Übergewicht kann manchmal bereits eine angepasste Portion des bisherigen Futters ausreichen. Je stärker die Ration jedoch reduziert werden müsste, desto wichtiger wird eine Rezeptur, die trotz niedrigerer Energieaufnahme eine angemessene Nährstoffversorgung unterstützt.
Ein gezielt entwickeltes Futter zur Gewichtsreduktion kann sinnvoll sein, wenn:
- deutliches Übergewicht besteht,
- mit dem bisherigen Futter keine ausreichende Portionsgröße möglich ist,
- der Hund bei kleineren Portionen stark nach Futter verlangt,
- Muskulatur während der Gewichtsreduktion erhalten werden soll,
- gleichzeitig Gelenke stärker belastet sind
- oder ein strukturierter Fütterungsplan benötigt wird.
Spezialfutter ist jedoch kein Ersatz für Portionskontrolle. Auch ein Futter zur Gewichtsreduktion kann bei zu großen Mengen zu einer weiteren Gewichtszunahme führen.
Hundefutter richtig abwiegen und portionieren
Messbecher und Schaufeln sind für eine zuverlässige Portionskontrolle häufig zu ungenau. Bereits kleine tägliche Abweichungen können sich über Wochen summieren.
Verwenden Sie deshalb eine digitale Küchenwaage und wiegen Sie die gesamte Tagesration in Gramm ab.
So funktioniert es im Alltag
- Tagesmenge morgens vollständig abwiegen.
- Gewünschte Mahlzeiten aus dieser Gesamtmenge entnehmen.
- Einen Teil für Training oder Suchspiele zurückhalten.
- Zusätzliche Snacks entweder vermeiden oder von der Tagesration abziehen.
- Alle Haushaltsmitglieder über die festgelegte Menge informieren.
Bitte beachten: Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung ist ein Ausgangswert. Der tatsächliche Bedarf kann abhängig von Alter, Aktivität, Kastration, Stoffwechsel und Körperzustand abweichen.
Bewegung bei Übergewicht sinnvoll steigern
Bewegung unterstützt den Energieverbrauch, erhält Muskulatur und kann die Lebensfreude steigern. Ein stark übergewichtiger oder untrainierter Hund sollte jedoch nicht plötzlich zu intensiven sportlichen Belastungen gezwungen werden.
Sinnvolle Möglichkeiten sind beispielsweise:
- mehrere kürzere Spaziergänge statt einer einmaligen Überforderung,
- langsame Verlängerung der Gehstrecken,
- gleichmäßiges Gehen auf möglichst gelenkschonendem Untergrund,
- ruhige Such- und Schnüffelspiele,
- Futterspiele mit einem Teil der Tagesration
- und individuell geeignete physiotherapeutische Übungen.
Bei Lahmheit, Schmerzen, Atemproblemen oder deutlicher Leistungsschwäche sollte die Belastung nicht eigenständig gesteigert werden.
Gelenke während der Gewichtsreduktion entlasten
Ein zu hohes Körpergewicht kann die mechanische Belastung von Gelenken und Bewegungsapparat erhöhen. Gleichzeitig bewegen sich Hunde mit Gelenkbeschwerden häufig weniger, wodurch eine Gewichtsreduktion schwieriger wird.
Deshalb sollten Fütterung, Bewegung und mögliche Schmerzursachen gemeinsam betrachtet werden.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Gelenke beim Hund unterstützen .
Wichtig: Ein Hund mit Schmerzen bewegt sich oft nicht deshalb wenig, weil er „faul“ ist. Vor einer deutlichen Steigerung der Aktivität sollten mögliche Gelenk- oder Rückenprobleme abgeklärt werden.
Wie kontrolliert man den Fortschritt richtig?
Ein Gewichtsplan sollte nicht einmal festgelegt und anschließend unverändert über Monate fortgeführt werden. Der Bedarf kann sich während der Abnahme verändern.
Dokumentieren Sie regelmäßig:
- Körpergewicht auf möglichst derselben Waage,
- Body Condition Score,
- Muskelzustand,
- Taillenumfang oder Fotos von oben und von der Seite,
- genaue tägliche Futtermenge,
- Leckerlis und Kauartikel,
- Aktivität
- und Veränderungen von Appetit, Verhalten oder Verdauung.
Bleibt das Gewicht stehen, sollte nicht sofort die Portion drastisch gekürzt werden. Zunächst muss geprüft werden, ob wirklich alle Extras erfasst wurden, ob mehrere Personen füttern und ob sich Aktivität oder Gesundheitszustand verändert haben.
Typische Fehler beim Abnehmen
| Fehler | Warum problematisch? | Besser |
|---|---|---|
| Futtermenge nach Augenmaß | Tägliche Abweichungen summieren sich. | Tagesration in Gramm abwiegen. |
| Leckerlis nicht einrechnen | Die tatsächliche Energieaufnahme bleibt unbekannt. | Alle Extras dokumentieren und abziehen. |
| Portion extrem verkleinern | Nährstoffaufnahme und Sättigung können unzureichend sein. | Geeignete Gewichtsrezeptur prüfen. |
| Zu viel Bewegung auf einmal | Gelenke und Kreislauf können überlastet werden. | Belastung langsam und kontrolliert steigern. |
| Nur die Waage betrachten | Fettverlust und Muskelverlust werden nicht unterschieden. | BCS und Muskelzustand mitbeurteilen. |
| Plan häufig wechseln | Der Erfolg einzelner Maßnahmen ist nicht beurteilbar. | Strukturiert vorgehen und regelmäßig auswerten. |
Wann ist eine tierärztliche Abklärung wichtig?
Häufig ist eine zu hohe Energieaufnahme die wichtigste Ursache für Übergewicht. Dennoch sollten Erkrankungen, Medikamente und Schmerzen als mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt werden.
Bitte tierärztlich abklären lassen bei:
- starker oder plötzlich auftretender Gewichtszunahme,
- Gewichtszunahme trotz genau kontrollierter Ration,
- auffällig gesteigertem Appetit,
- stark verändertem Trink- oder Urinverhalten,
- deutlicher Müdigkeit oder Leistungsschwäche,
- Lahmheit oder Schmerzen,
- Atemproblemen,
- sichtbarem Muskelabbau
- oder wenn bekannte Erkrankungen beziehungsweise Medikamente berücksichtigt werden müssen.
Auch bei starkem Übergewicht sollte vor Beginn einer umfassenden Gewichtsreduktion eine Untersuchung erfolgen. So können Zielgewicht, Belastbarkeit und Fütterung sicherer geplant werden.
Lamers ProVet Gewichtskontrolle & Gelenkpflege
Lamers ProVet Gewichtskontrolle & Gelenkpflege wurde für Hunde entwickelt, deren Fütterung gezielt auf eine Gewichtsreduktion oder Gewichtskontrolle ausgerichtet werden soll.
Die Rezeptur kann dabei helfen, eine kontrollierte Energiezufuhr mit einer bedarfsgerechten Fütterung zu verbinden. Gleichzeitig berücksichtigt sie die besondere Belastung des Bewegungsapparates bei übergewichtigen Hunden.
Entscheidend bleibt die individuell passende Tagesmenge. Auch ein Futter zur Gewichtskontrolle muss abgewogen und in einen vollständigen Gewichtsplan eingebunden werden.
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Häufige Fragen zu Übergewicht und Abnehmen beim Hund
Woran erkenne ich, dass mein Hund zu dick ist?
Bei einem übergewichtigen Hund sind die Rippen häufig nur schwer tastbar, die Taille ist von oben kaum erkennbar und die Bauchlinie wirkt wenig aufgezogen. Eine Beurteilung mit dem Body Condition Score ist aussagekräftiger als das Gewicht allein.
Wie viel sollte mein Hund wiegen?
Das gesunde Gewicht hängt von Rasse, Größe, Körperbau, Geschlecht, Muskulatur und Alter ab. Rassetabellen bieten nur eine Orientierung. Entscheidend sind Körperkondition und individuelle Beurteilung.
Wie kann mein Hund am besten abnehmen?
Benötigt werden eine genau abgewogene Tagesration, die Einrechnung aller Snacks, ein geeignetes vollständiges Futter, angepasste Bewegung und regelmäßige Kontrollen von Gewicht, Körperkondition und Muskulatur.
Darf ich die Futtermenge einfach halbieren?
Eine pauschale Halbierung ist nicht empfehlenswert. Dabei kann nicht nur die Energie-, sondern auch die Nährstoffaufnahme stark sinken. Die Ration sollte individuell berechnet und gegebenenfalls ein geeignetes Gewichtsreduktionsfutter eingesetzt werden.
Braucht ein übergewichtiger Hund spezielles Diätfutter?
Nicht immer. Bei leichtem Übergewicht kann eine angepasste Portion ausreichen. Bei deutlicherem Übergewicht kann eine energieärmere und gezielt zusammengesetzte Rezeptur die Nährstoffversorgung und Portionsgestaltung erleichtern.
Wie viel Futter braucht ein Hund zum Abnehmen?
Die passende Menge hängt vom Zielgewicht, Energiegehalt des Futters, Alter, Aktivität, Gesundheitszustand und bisherigen Kalorienaufnahme ab. Eine allgemeine Grammzahl für alle Hunde gibt es nicht.
Darf ein Hund während einer Diät Leckerlis bekommen?
Ja, sofern sie mengenmäßig begrenzt und vollständig in die Tagesration eingerechnet werden. Häufig kann ein Teil des Hauptfutters als Trainingsbelohnung verwendet werden.
Warum nimmt mein Hund trotz wenig Futter nicht ab?
Mögliche Gründe sind ungenaues Portionieren, nicht erfasste Snacks, mehrere fütternde Personen, geringe Aktivität, eine falsch eingeschätzte Tagesmenge oder gesundheitliche Faktoren. Die vollständige Fütterung sollte dokumentiert und gegebenenfalls tierärztlich geprüft werden.
Wird ein Hund nach der Kastration automatisch dick?
Nein. Energiebedarf, Appetit und Aktivität können sich jedoch verändern. Wird die Fütterung nicht angepasst, steigt das Risiko einer Gewichtszunahme.
Wie oft sollte ich meinen Hund während der Abnahme wiegen?
Regelmäßige Kontrollen in vergleichbaren Abständen sind sinnvoll. Bei einem strukturierten Gewichtsplan kann die betreuende Tierarztpraxis oder Ernährungsberatung ein passendes Kontrollintervall festlegen.
Reicht mehr Bewegung allein zum Abnehmen?
Häufig nicht. Bewegung unterstützt den Energieverbrauch und den Muskelerhalt, eine kontrollierte Fütterung bleibt jedoch der zentrale Bestandteil der Gewichtsreduktion.
Welche Bewegung eignet sich für einen übergewichtigen Hund?
Geeignet sind häufig mehrere kontrollierte Spaziergänge, langsam gesteigerte Gehstrecken und gelenkschonende Beschäftigung. Die Belastung muss zu Alter, Kondition und Gesundheitszustand passen.
Kann Übergewicht Gelenkprobleme verschlimmern?
Zusätzliches Körpergewicht erhöht die mechanische Belastung des Bewegungsapparates. Bei bestehenden Gelenkbeschwerden kann eine kontrollierte Gewichtsreduktion deshalb ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes sein.
Wann sollte ein übergewichtiger Hund zum Tierarzt?
Eine Untersuchung ist besonders bei starkem oder plötzlichem Übergewicht, Gewichtszunahme trotz kontrollierter Ration, Leistungsschwäche, Lahmheit, verändertem Trinkverhalten oder bekannten Erkrankungen wichtig.
Fazit: Gesundes Abnehmen braucht einen Plan
Übergewicht entwickelt sich beim Hund häufig langsam. Deshalb sind regelmäßiges Wiegen, das Ertasten der Rippen und die Beurteilung von Taille und Bauchlinie wichtig.
Soll ein Hund Gewicht verlieren, reicht es nicht, den Napf nach Gefühl etwas leerer zu machen. Benötigt werden eine genau abgewogene Tagesration, die Berücksichtigung aller zusätzlichen Kalorien, geeignete Bewegung und regelmäßige Verlaufskontrollen.
Bei starkem Übergewicht oder wenn eine deutliche Einschränkung der Futtermenge notwendig wäre, kann ein gezielt entwickeltes Futter zur Gewichtskontrolle sinnvoll sein.
Ziel ist keine möglichst schnelle Abnahme, sondern ein gesundes Körpergewicht, das Beweglichkeit, Muskulatur und Lebensqualität langfristig unterstützt.
Sie sind bei Gewicht oder Futtermenge unsicher?
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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Rationsberechnung. Bei starkem oder unerklärlichem Übergewicht, bekannten Erkrankungen, Schmerzen oder deutlichen Veränderungen des Allgemeinzustandes wenden Sie sich bitte an eine Tierarztpraxis.