Das Wichtigste vorweg
Hochwertiges Hundefutter ist ein vollständiges Alleinfuttermittel mit offener Deklaration, bei dem eine klar benannte tierische Zutat vorne steht. Die Analysewerte passen zum Hund, Zusatzstoffe sind nachvollziehbar und der Hersteller ist erreichbar. Am Ende entscheidet aber Ihr Hund: Frisst er gern, ist der Kot fest, das Fell gepflegt und das Gewicht stabil, passt das Futter.
„Welches Hundefutter ist denn nun das beste?“ Diese Frage hören wir seit 1990 im Laden. Unsere ehrliche Antwort: Das beste Futter gibt es nicht. Es gibt aber hochwertiges Futter, das zu Ihrem Hund passt.
Woran Sie Qualität erkennen, steht zum großen Teil auf der Verpackung. Man muss nur wissen, wo man hinschauen muss. Den Rest zeigt Ihnen Ihr Hund.
In diesem Ratgeber haben wir die acht Kriterien zusammengefasst, nach denen wir selbst Futter beurteilen.
Kurzantwort: Woran erkennt man hochwertiges Hundefutter?
Hochwertiges Hundefutter ist ein vollständiges Alleinfuttermittel mit offener Deklaration, bei dem eine klar benannte tierische Zutat vorne steht. Die Analysewerte passen zum Hund, Zusatzstoffe sind nachvollziehbar und der Hersteller ist erreichbar. Am Ende entscheidet aber Ihr Hund: Frisst er gern, ist der Kot fest, das Fell gepflegt und das Gewicht stabil, passt das Futter.
1. Alleinfuttermittel statt Ergänzungsfutter
Auf jeder Verpackung steht, ob es sich um ein Alleinfuttermittel oder ein Ergänzungsfuttermittel handelt. Nur ein Alleinfutter ist so zusammengesetzt, dass es als einzige Nahrung den Bedarf deckt.
Ergänzungsfutter, zum Beispiel viele Snacks, manche Dosen oder Flocken, ist nur zusammen mit anderen Futtermitteln vollständig. Das ist nicht schlechter, muss aber richtig kombiniert werden.
2. Offene Deklaration: Sie sehen, was drin ist
Bei einer offenen Deklaration sind alle Zutaten einzeln und mit Mengenangaben aufgeführt. Bei einer geschlossenen Deklaration stehen nur Gruppen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ oder „Getreide“. Dann wissen Sie nicht genau, was im Futter steckt.
Für Hunde mit empfindlichem Magen oder Futterunverträglichkeit ist eine offene Deklaration besonders wichtig. Mehr dazu im Ratgeber Offene oder geschlossene Deklaration.
3. Benannte tierische Zutat an erster Stelle
Die Zutaten stehen in absteigender Reihenfolge ihres Anteils. Steht vorne eine klar benannte tierische Zutat, zum Beispiel „Lamm“ oder „getrocknetes Huhn“, ist das ein gutes Zeichen.
Achten Sie darauf, ob frisches oder getrocknetes Fleisch angegeben ist. Frischfleisch verliert bei der Herstellung viel Wasser. Den Unterschied erklären wir im Ratgeber Frischfleisch, Trockenfleisch und Fleischmehl.
4. Analysewerte passend zum Hund
Unter „Analytische Bestandteile“ finden Sie Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche. Diese Werte sagen mehr über ein Futter als große Prozentzahlen auf der Vorderseite.
| Hund | Worauf Sie bei den Werten achten |
|---|---|
| Aktiver Hund | Ausreichend Protein und Fett für den höheren Energiebedarf. |
| Ruhiger Hund oder Neigung zu Übergewicht | Moderater Fettgehalt, eher etwas mehr Rohfaser. |
| Senior | Gut verdauliches Protein, angepasste Energie. |
| Welpe | Ein Futter, das ausdrücklich für das Wachstum ausgelegt ist. |
Wie viel Fleisch und Protein sinnvoll ist, lesen Sie in Fleischanteil oder Rohprotein und Hundefutter mit hohem Fleischanteil.
5. Nachvollziehbare Zusatzstoffe
Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren werden als Zusatzstoffe angegeben. Sie sind notwendig, damit ein Futter vollständig ist, und kein Zeichen schlechter Qualität.
Kritischer sehen viele Halter künstliche Farbstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker. Hochwertiges Futter kommt ohne sie aus. Mehr dazu im Ratgeber Hundefutter ohne künstliche Zusätze.
6. Passend zu Alter, Größe und Lebenssituation
Ein sehr gutes Futter kann trotzdem das falsche für Ihren Hund sein. Ein Welpe großer Rassen braucht etwas anderes als ein zehnjähriger Mops. Ein Hund mit empfindlichem Magen etwas anderes als ein Jagdhund im Einsatz.
Achten Sie auf Angaben zur Zielgruppe auf der Verpackung und auf die Krokettengröße. Mehr dazu im Ratgeber Braucht ein Hund für jede Lebensphase ein anderes Futter?.
7. Transparenter Hersteller und klare Fütterungsempfehlung
- Der Hersteller oder Inverkehrbringer ist mit Adresse angegeben und erreichbar.
- Eine Fütterungsempfehlung nach Körpergewicht steht auf der Packung.
- Chargennummer und Mindesthaltbarkeitsdatum sind aufgedruckt.
- Fragen zur Rezeptur werden beantwortet.
Ein Futter wirkt im Regal günstig und ist im Napf teuer, wenn die Tagesration sehr groß ist. Vergleichen Sie deshalb den Preis pro Tag, nicht pro Sack.
8. Der Futtertest zuhause: Ihr Hund entscheidet
Testberichte prüfen meist, ob ein Futter den Nährstoffbedarf rechnerisch deckt. Wie gut es Ihrem Hund bekommt, zeigt aber erst der Alltag. Geben Sie einem neuen Futter nach einer langsamen Umstellung einige Wochen Zeit und achten Sie auf:
- Appetit: Frisst Ihr Hund gerne und zuverlässig?
- Kot: Ist er fest, gut geformt und nicht übermäßig viel?
- Haut und Fell: Ist das Fell gepflegt, kratzt sich Ihr Hund nicht vermehrt?
- Gewicht: Bleibt es stabil bei der empfohlenen Menge?
- Energie: Ist Ihr Hund munter und ausgeglichen?
Tipp aus unserer Beratung: Schreiben Sie die ersten Wochen kurz auf, was Ihnen auffällt. Wie das geht, erklären wir im Ratgeber Futtertagebuch führen.
Häufige Fragen
Ist teures Hundefutter automatisch besser?
Nein. Ein hoher Preis sagt wenig über die Qualität. Vergleichen Sie Zutaten, Deklaration und den Preis pro Tag.
Ist getreidefreies Hundefutter hochwertiger?
Nicht automatisch. Getreidefrei kann für manche Hunde sinnvoll sein, ist aber kein Qualitätsmerkmal an sich. Mehr dazu im Ratgeber „Ist getreidefreies Hundefutter wirklich besser?“.
Was bedeutet „tierische Nebenerzeugnisse“?
Das sind Teile vom Tier, die nicht als Muskelfleisch verkauft werden, zum Beispiel Innereien. Sie können wertvoll sein. Problematisch ist nur, wenn nicht angegeben ist, welche genau enthalten sind.
Wie erkenne ich schlechtes Hundefutter?
Typische Warnzeichen sind eine geschlossene Deklaration, unklare Sammelbegriffe an erster Stelle, künstliche Farbstoffe und eine sehr hohe Fütterungsmenge. Im Alltag zeigen sich oft viel Kot, stumpfes Fell oder ein Hund, der ungern frisst.
Wie lange sollte ich ein neues Futter testen?
Nach der Umstellung etwa vier bis sechs Wochen. Erst dann lässt sich gut beurteilen, wie es Ihrem Hund bekommt.
Ist Nassfutter hochwertiger als Trockenfutter?
Beides kann hochwertig sein. Entscheidend sind Zusammensetzung und Verträglichkeit, nicht die Futterform.
Fazit: Qualität steht auf dem Etikett, die Passform zeigt der Hund
Ein hochwertiges Hundefutter ist ein Alleinfutter mit offener Deklaration, klar benannten Zutaten, passenden Analysewerten und einem transparenten Hersteller.
Ob es das richtige für Ihren Hund ist, zeigt der Alltag: Appetit, Kot, Fell, Gewicht und Energie. Wenn das alles stimmt, haben Sie Ihr Futter gefunden.
Wie Sie aus den Möglichkeiten das passende Futter für Ihren Hund auswählen und welche unserer Futterlinien wofür gedacht sind, lesen Sie auf unserer Seite Bestes Hundefutter finden.
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Sie suchen das passende Futter für Ihren Hund?
Wir helfen Ihnen gerne, ein hochwertiges Futter zu finden, das zu Ihrem Hund passt. Unsere eigenen Rezepturen zeigen wir Ihnen dabei ganz offen. Unsere Ernährungsberatung ist kostenlos und ohne Termin, im Laden in Schwerte, am Telefon oder per E-Mail.
Zum Lamers Ernährungs-KompassLamers Futtermittelhandlung: persönliche Beratung seit 1990.
Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei anhaltenden Verdauungsproblemen, Hautveränderungen oder Gewichtsverlust wenden Sie sich bitte an eine Tierarztpraxis.