Ein Welpe wartet ungeduldig auf sein Frühstück, der erwachsene Hund kennt längst jede Bewegung in der Küche und der Senior lässt sich etwas mehr Zeit. Leben mehrere Hunde unterschiedlichen Alters zusammen, stehen schnell mehrere Futtersäcke nebeneinander.
Doch ist das wirklich notwendig? Oder können Welpe, erwachsener Hund und Senior grundsätzlich dasselbe Hundefutter bekommen?
Die kurze Antwort: Hunde unterschiedlichen Alters können dasselbe Futter bekommen, wenn es als Alleinfuttermittel ausdrücklich für alle Lebensphasen konzipiert ist und zu jedem einzelnen Hund passt. Gleiches Futter bedeutet jedoch nicht gleiche Portion: Futtermenge und Mahlzeitenaufteilung müssen individuell angepasst werden.
Warum bekommen Hunde häufig unterschiedliches Futter?
Welpenfutter, Adult-Futter, Seniorfutter, Light-Futter und viele weitere Varianten vermitteln zunächst den Eindruck, jeder Hund benötige seine ganz eigene Rezeptur.
Tatsächlich unterscheiden sich die Bedürfnisse der Hunde. Ein wachsender Welpe braucht bezogen auf sein Körpergewicht meist mehr Energie als ein ausgewachsener Hund. Ein aktiver erwachsener Hund verbraucht mehr als ein gemütlicher Artgenosse. Bei einem Senior können sich Aktivität, Verdauung und Körperkondition verändern.
Diese Unterschiede lassen sich je nach Situation auf zwei Wegen berücksichtigen:
- Jeder Hund erhält eine eigene, auf seine Lebensphase zugeschnittene Rezeptur.
- Alle Hunde erhalten ein geeignetes Alleinfutter für alle Lebensphasen, aber jeweils eine individuell angepasste Menge.
Beide Möglichkeiten können richtig sein. Entscheidend ist nicht, wie viele Futtersäcke im Haus stehen, sondern ob jeder Hund zuverlässig passend versorgt wird.
Eine Rezeptur – unterschiedliche Portionen
Der wichtigste Grundsatz in einem Mehrhundehaushalt lautet:
Dasselbe Futter kann möglich sein.
Die gleiche Futtermenge ist es meistens nicht.
Auch zwei gleichaltrige Hunde benötigen nicht zwangsläufig dieselbe Portion. Körpergewicht, Aktivität, Stoffwechsel, Kastration und individuelle Verwertung beeinflussen den tatsächlichen Energiebedarf.
Leben Hunde unterschiedlichen Alters zusammen, werden diese Unterschiede noch deutlicher. Ein Welpe befindet sich im Wachstum, während ein älterer Hund möglicherweise weniger aktiv ist. Trotzdem kann eine gemeinsame Rezeptur funktionieren, wenn sie für alle Lebensphasen vorgesehen ist.
| Hund | Typischer Bedarf | Worauf achten? |
|---|---|---|
| Welpe | Wachstum und Entwicklung | Entwicklung, Portionsgröße und mehrere Mahlzeiten |
| Erwachsener Hund | Erhalt von Gewicht und Leistungsfähigkeit | Aktivität, Körperkondition und Gewicht |
| Senior | Erhalt von Gewicht, Muskulatur und Wohlbefinden | Aktivität, Gesundheit, Zähne und Verdauung |
Welpe und erwachsener Hund: Darf der Kleine mitfressen?
Sobald ein Welpe im Haushalt lebt, interessiert er sich meistens sehr für den Napf der erwachsenen Hunde. Doch ein gewöhnliches Adult-Futter ist nicht automatisch für das Wachstum geeignet.
Soll der Welpe dasselbe Futter bekommen, muss die Rezeptur ausdrücklich für Welpen, Wachstum oder alle Lebensphasen vorgesehen sein. Nur eine hochwertige Zutatenliste oder ein hoher Fleischanteil reichen für diese Beurteilung nicht aus.
Bei einem geeigneten Alleinfuttermittel für alle Lebensphasen können Welpe und erwachsener Hund grundsätzlich dieselbe Rezeptur erhalten. Der Welpe bekommt seine Tagesration zunächst auf mehrere kleinere Mahlzeiten verteilt. Der erwachsene Hund erhält seine individuell passende Portion.
Mehr darüber erfahren Sie in unserem Beitrag „Ist spezielles Welpenfutter wirklich notwendig?“.
Erwachsener Hund und Senior: Muss der ältere Hund wechseln?
Wird ein Hund älter, sinkt häufig seine Aktivität. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sofort ein spezielles Seniorfutter benötigt wird.
Verträgt der Senior die bisherige Rezeptur gut, hält er sein gesundes Gewicht und bestehen keine Erkrankungen, kann häufig zunächst die Tagesmenge angepasst werden. Dadurch kann er gemeinsam mit dem erwachsenen Hund dasselbe geeignete Alleinfutter bekommen.
Anders sieht es aus, wenn der ältere Hund besondere gesundheitliche Bedürfnisse entwickelt, stark an Gewicht zu- oder abnimmt oder Schwierigkeiten beim Kauen hat. Dann muss die Fütterung neu bewertet werden.
Eine ausführliche Einordnung finden Sie in unserem Ratgeber „Braucht mein Hund im Alter unbedingt Seniorfutter?“.
Die Vorteile einer gemeinsamen Rezeptur
Können mehrere Hunde dasselbe Futter bekommen, wird der Alltag oftmals deutlich einfacher. Das ist besonders angenehm, wenn drei oder vier Hunde verschiedener Altersstufen zusammenleben.
Eine gemeinsame Rezeptur kann bedeuten:
- weniger angebrochene Futtersäcke
- einfachere Vorratshaltung
- weniger Verwechslungen bei der Fütterung
- keine Umstellung allein wegen einer neuen Altersstufe
- eine vertraute Rezeptur für alle Hunde
- leichtere Planung für Urlaub und unterwegs
Gerade bei Hunden, die ihr Futter gerne gegenseitig kontrollieren oder gelegentlich den Napf wechseln, kann eine gemeinsame Rezeptur ebenfalls praktisch sein. Trotzdem sollte jeder Hund möglichst seine eigene Portion vollständig und in Ruhe fressen.
Wann ist dasselbe Futter nicht die richtige Lösung?
So praktisch eine gemeinsame Fütterung ist: Sie sollte nicht um jeden Preis durchgesetzt werden. Es gibt Situationen, in denen unterschiedliche Futtersorten sinnvoll oder notwendig sind.
Dazu gehören beispielsweise:
- eine diagnostizierte Futtermittelallergie oder Unverträglichkeit
- eine notwendige Ausschlussdiät
- Nieren-, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
- starkes Über- oder Untergewicht
- sehr unterschiedliche Energiebedürfnisse
- Probleme beim Kauen oder Schlucken
- eine tierärztlich empfohlene Diät
Wichtig: Benötigt ein Hund eine medizinisch begründete Spezial- oder Diätnahrung, sollte er nicht aus Bequemlichkeit das Futter der anderen Hunde mitfressen. In diesem Fall ist eine getrennte Fütterung notwendig.
Gemeinsame Fütterung richtig organisieren
Ob eine gemeinsame Rezeptur funktioniert, hängt nicht nur vom Futter ab. Auch die Organisation der Mahlzeiten spielt eine wichtige Rolle.
1. Für jeden Hund eine eigene Portion abwiegen
Arbeiten Sie möglichst nicht nur mit Augenmaß. Schon kleine tägliche Abweichungen können sich über Wochen deutlich auf das Gewicht auswirken.
Eine einfache Küchenwaage hilft dabei, die Portionen zuverlässig abzumessen. Besonders bei kleinen Hunden oder energiereichem Trockenfutter können wenige Gramm einen Unterschied machen.
2. Die Näpfe eindeutig zuordnen
Unterschiedliche Napffarben oder feste Futterplätze helfen dabei, die Portionen nicht zu verwechseln. Das ist besonders wichtig, wenn ein Hund deutlich mehr oder weniger als die anderen bekommt.
3. Hunde bei Bedarf getrennt füttern
Manche Hunde fressen langsam und genüsslich, während der Nachbar seinen Napf in wenigen Sekunden leert. Damit der schnelle Fresser nicht anschließend die zweite Portion übernimmt, sollten die Hunde mit Abstand oder in getrennten Räumen gefüttert werden.
4. Futterreste nicht frei stehen lassen
Bleibt ein Napf unbeaufsichtigt stehen, lässt sich später kaum feststellen, welcher Hund wie viel gefressen hat. Besser ist es, die Näpfe nach der Mahlzeit wieder wegzustellen.
5. Leckerchen mitrechnen
Kauartikel, Trainingssnacks und kleine Extras liefern ebenfalls Energie. Gerade wenn ein Hund abnehmen soll, dürfen diese zusätzlichen Kalorien nicht übersehen werden.
Wie finde ich die passende Futtermenge für jeden Hund?
Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung ist eine Orientierung und kein unveränderliches Gesetz. Der tatsächliche Bedarf kann trotz gleichen Körpergewichts unterschiedlich sein.
Berücksichtigen Sie bei jedem Hund:
- aktuelles Körpergewicht
- gewünschtes beziehungsweise gesundes Zielgewicht
- Alter und Wachstumsphase
- Bewegung und tägliche Aktivität
- Kastration und individuelle Verwertung
- zusätzliche Snacks und Kauartikel
- Entwicklung von Gewicht und Körperform
Beobachten Sie nicht nur die Zahl auf der Waage. Auch die Körperform, die Tastbarkeit der Rippen, die Taille und der Zustand der Muskulatur helfen bei der Einschätzung.
Das passende Futter ist die Grundlage.
Die passende Portion macht es individuell.
Lamers Fleischsack für Hunde unterschiedlichen Alters
Die drei Rezepturen von Lamers Fleischsack sind als Alleinfuttermittel für Hunde aller Lebensphasen konzipiert. Sie können daher grundsätzlich vom Welpen über den ausgewachsenen Hund bis zum Senior gefüttert werden.
Das kann Fleischsack gerade für Mehrhundehaushalte interessant machen: Die Hunde erhalten eine gemeinsame Rezeptur, während die jeweilige Tagesmenge individuell an Alter, Gewicht und Aktivität angepasst wird.
Alle drei getreidefreien Sorten enthalten 80 % tierische Zutaten, davon werden mindestens 50 % frisch zubereitet. Mit 38 % Rohprotein verbinden sie eine fleisch- beziehungsweise fischbetonte Rezeptur mit den praktischen Vorteilen eines Trockenfutters.
Zur Auswahl stehen:
- Huhn, Truthahn, Weißfisch und Lachs
- Ente, Schwein, Truthahn und Rind
- Lachs, Hering, Schellfisch und Forelle
Wird eine Sorte von allen Hunden gerne gefressen und gut vertragen, kann die gemeinsame Fütterung übersichtlich und unkompliziert bleiben. Statt für jede Altersgruppe automatisch einen neuen Futtersack zu öffnen, wird die Portion an den einzelnen Hund angepasst.
Eine Rezeptur – passend portioniert für jeden Hund
Lamers Fleischsack ist als Alleinfuttermittel für alle Lebensphasen konzipiert: vom neugierigen Welpen über den aktiven Erwachsenen bis zum erfahrenen Senior.
Was ist bei einem neuen Hund im Haushalt zu beachten?
Zieht ein Welpe oder ein erwachsener Hund neu ein, sollte das bisherige Futter nicht unbedingt am ersten Tag vollständig ersetzt werden. Der Umzug, die neue Umgebung und die veränderten Abläufe bedeuten bereits viel Aufregung.
Soll der neue Hund später dasselbe Futter wie die anderen bekommen, ist eine schrittweise Umstellung meistens die schonendere Lösung:
- Zunächst eine kleine Menge des neuen Futters untermischen.
- Den Anteil über mehrere Tage langsam erhöhen.
- Kot, Appetit und Wohlbefinden beobachten.
- Die Geschwindigkeit an die individuelle Verträglichkeit anpassen.
Sehr empfindliche Hunde benötigen möglicherweise mehr Zeit. Zeigt ein Hund anhaltenden Durchfall, Erbrechen oder deutliche Beschwerden, sollte die Ursache abgeklärt werden.
Dürfen die Hunde ihre Näpfe tauschen?
Ein kurzer Blick in den Napf des anderen ist in vielen Hundehaushalten ganz normal. Regelmäßiges Tauschen oder gegenseitiges Leerfressen macht eine kontrollierte Fütterung jedoch schwierig.
Selbst wenn alle Hunde dieselbe Rezeptur bekommen, können sich ihre Portionen deutlich unterscheiden. Frisst der kräftige, schnelle Hund zusätzlich die Reste des Seniors, nimmt er möglicherweise zu, während der Senior langfristig zu wenig erhält.
Feste Plätze, ausreichend Abstand und eine ruhige Fütterung helfen dabei, dass jeder Hund wirklich seine eigene Portion bekommt.
Unser Fazit
Welpe, erwachsener Hund und Senior können grundsätzlich dasselbe Futter bekommen, wenn es als Alleinfuttermittel ausdrücklich für alle Lebensphasen konzipiert ist und von allen Hunden gut vertragen wird.
Die gemeinsame Rezeptur kann den Alltag, die Vorratshaltung und die Fütterung erheblich vereinfachen. Trotzdem bleibt jeder Hund individuell: Die Tagesmenge, Mahlzeitenzahl und gegebenenfalls auch die Zubereitung müssen zu seinem Alter, Gewicht und Energiebedarf passen.
Liegen Allergien, Erkrankungen oder stark unterschiedliche Bedürfnisse vor, kann eine getrennte Fütterung die bessere Lösung sein. Praktisch darf es sein – aber immer passend zum Hund.
Sie möchten mehrere Hunde mit einer gemeinsamen Rezeptur füttern?
Wir beraten Sie gerne persönlich und betrachten Alter, Gewicht, Aktivität und Verträglichkeit jedes einzelnen Hundes. So lässt sich prüfen, ob eine gemeinsame Fütterung zu Ihrem Rudel passt.
Häufige Fragen zur Fütterung mehrerer Hunde
Können Welpe und erwachsener Hund dasselbe Futter bekommen?
Ja, wenn das Futter ausdrücklich für Wachstum beziehungsweise alle Lebensphasen konzipiert ist. Ein ausschließlich für ausgewachsene Hunde vorgesehenes Adult-Futter ist nicht automatisch für einen Welpen geeignet.
Können ein erwachsener Hund und ein Senior dasselbe Futter fressen?
Ja, sofern beide Hunde das Futter gut vertragen und keine Erkrankung eine besondere Ernährung erfordert. Die Futtermenge sollte für jeden Hund einzeln angepasst werden.
Braucht jeder Hund einen eigenen Futternapf?
Ein eigener Napf ist empfehlenswert. Dadurch lassen sich Portionsgrößen kontrollieren und jeder Hund kann in Ruhe fressen.
Dürfen alle Hunde die gleiche Menge bekommen?
Nein. Auch bei gleichem Futter hängt die benötigte Menge von Körpergewicht, Alter, Aktivität, Stoffwechsel und zusätzlichen Snacks ab.
Was mache ich, wenn ein Hund das Futter der anderen frisst?
Füttern Sie die Hunde mit ausreichend Abstand oder in getrennten Räumen. Stellen Sie die Näpfe nach der Mahlzeit weg, damit kein Hund unbemerkt eine zusätzliche Portion aufnimmt.
Ist Lamers Fleischsack für einen Mehrhundehaushalt geeignet?
Fleischsack kann für einen Mehrhundehaushalt interessant sein, weil alle drei Rezepturen als Alleinfuttermittel für Hunde aller Lebensphasen konzipiert sind. Voraussetzung ist, dass die gewählte Sorte zu allen Hunden passt und jeder seine individuell bemessene Portion erhält.