Proteinreiches Hundefutter wird häufig mit viel Fleisch, kräftigen Muskeln und einer besonders natürlichen Ernährung verbunden. Gleichzeitig sind manche Hundehalter unsicher: Ist ein hoher Proteingehalt wirklich gesund? Braucht das nur ein Sporthund? Und belastet viel Eiweiß möglicherweise die Nieren?
Wie so oft in der Hundeernährung lässt sich die Frage nicht allein mit einer Prozentzahl beantworten. Protein ist für jeden Hund lebenswichtig. Entscheidend sind jedoch die Qualität der Proteinquellen, die Zusammensetzung des gesamten Futters und die individuellen Bedürfnisse des Hundes.
Die kurze Antwort: Proteinreiches Hundefutter kann für gesunde Hunde unterschiedlicher Altersstufen geeignet sein. Nicht nur Sporthunde benötigen Eiweiß. Protein unterstützt unter anderem Muskeln, Gewebe, Enzyme und zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Ob eine Rezeptur wirklich passt, entscheidet aber nicht der Rohproteingehalt allein.
Was ist Protein und warum braucht ein Hund es?
Proteine werden umgangssprachlich häufig als Eiweiße bezeichnet. Sie bestehen aus verschiedenen Aminosäuren, die im Körper zahlreiche Aufgaben übernehmen.
Der Hund benötigt Protein unter anderem für:
- Aufbau und Erhalt der Muskulatur
- Wachstum und Entwicklung
- Erneuerung von Haut, Fell und Gewebe
- Bildung von Enzymen und Hormonen
- verschiedene Funktionen des Immunsystems
- zahlreiche Stoffwechselprozesse
Protein ist damit kein besonderer Zusatz für Hochleistungshunde, sondern ein grundlegender Bestandteil jeder ausgewogenen Hundeernährung.
Was bedeutet „proteinreiches Hundefutter“?
Als proteinreich werden meist Futtermittel bezeichnet, deren Rohproteingehalt vergleichsweise hoch ist. Eine feste Grenze, ab der jedes Hundefutter allgemein als proteinreich gilt, gibt es jedoch nicht.
Bei Trockenfutter fällt der angegebene Wert häufig höher aus als bei Nassfutter. Das liegt vor allem am unterschiedlichen Wassergehalt. Nassfutter enthält wesentlich mehr Feuchtigkeit. Dadurch erscheinen seine Nährstoffwerte auf der Verpackung zunächst niedriger.
Wichtig für einen fairen Vergleich:
10 % Rohprotein im Nassfutter und 30 % Rohprotein im Trockenfutter lassen sich wegen des unterschiedlichen Wassergehalts nicht direkt miteinander vergleichen. Für eine genaue Beurteilung müsste der Nährstoffgehalt auf die Trockensubstanz beziehungsweise den Energiegehalt bezogen werden.
Rohprotein sagt nicht alles über die Qualität aus
Der Rohproteingehalt ist ein analytisch bestimmter Wert. Er zeigt, wie viel stickstoffhaltige Substanz im Futter enthalten ist. Er verrät aber nicht automatisch, aus welchen Zutaten das Protein stammt und wie gut der Hund es verwerten kann.
Zwei Futtermittel mit demselben Rohproteingehalt können deshalb sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein.
Für die Beurteilung sind mehrere Fragen wichtig:
- Aus welchen tierischen oder pflanzlichen Zutaten stammen die Proteine?
- Wie gut kann der Hund die enthaltenen Proteine verdauen und verwerten?
- Welche Aminosäuren liefert die Rezeptur?
- Wie ist das Futter insgesamt zusammengesetzt?
- Passt der Energie- und Fettgehalt zum jeweiligen Hund?
Ein hoher Rohproteinwert ist eine Information.
Die Qualität zeigt sich erst in der gesamten Rezeptur.
Wie sich Rohprotein und Fleischanteil unterscheiden, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber „Fleischanteil oder Rohprotein – was sagt mehr über Hundefutter aus?“.
Für welche Hunde kann proteinreiches Futter geeignet sein?
Proteinreiches Futter ist nicht ausschließlich für eine bestimmte Rasse oder Altersgruppe vorgesehen. Es kann grundsätzlich zu unterschiedlichen Hunden passen, sofern die vollständige Rezeptur auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.
Wachsende Welpen und Junghunde
Während des Wachstums benötigt der Körper Aminosäuren für den Aufbau von Muskeln und Gewebe. Ein ausreichender Proteingehalt ist deshalb wichtig.
Trotzdem darf ein Welpenfutter nicht nur anhand der Proteinzahl ausgewählt werden. Energiegehalt, Mineralstoffversorgung und die gesamte Zusammensetzung müssen ebenfalls zur Wachstumsphase passen. Das Produkt sollte ausdrücklich für Welpen, Wachstum oder alle Lebensphasen konzipiert sein.
Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber „Ist spezielles Welpenfutter wirklich notwendig?“.
Aktive erwachsene Hunde
Aktive Hunde benötigen eine Ernährung, die zu ihrem tatsächlichen Energieverbrauch passt. Dazu gehören unter anderem Hunde, die lange Wanderungen begleiten, regelmäßig trainiert werden oder einen bewegungsreichen Alltag haben.
Protein trägt zum Erhalt der Muskulatur bei. Die benötigte Energie wird jedoch nicht allein durch Protein bereitgestellt. Auch Fettgehalt, Portionsgröße und die gesamte Energiedichte der Rezeptur müssen zur Aktivität passen.
Hunde mit normalem Familienalltag
Ein proteinreiches Futter ist nicht automatisch nur etwas für Sport- oder Arbeitshunde. Auch ein gesunder Familienhund kann eine solche Rezeptur gut vertragen.
Entscheidend ist, dass seine tägliche Portion an den tatsächlichen Bedarf angepasst wird. Ein hochwertiges Futter wird nicht dadurch ungeeignet, dass der Hund keinen Hundesport betreibt. Die gefütterte Menge muss aber zu Gewicht und Aktivität passen.
Ältere Hunde
Gerade ältere Hunde sollten nicht ohne Grund sehr proteinarm gefüttert werden. Protein liefert wichtige Bausteine für den Erhalt der Muskulatur. Diese kann im Alter zurückgehen, besonders wenn sich der Hund weniger bewegt.
Ein gesunder Senior kann daher durchaus mit einer proteinreichen Rezeptur zurechtkommen. Liegt jedoch eine diagnostizierte Erkrankung vor, muss die Ernährung individuell beurteilt werden.
Eine ausführliche Einordnung finden Sie in unserem Beitrag „Braucht mein Hund im Alter unbedingt Seniorfutter?“.
Macht viel Protein einen Hund automatisch muskulös?
Nein. Eine hohe Proteinaufnahme allein verwandelt einen wenig aktiven Hund nicht in einen durchtrainierten Vierbeiner.
Muskelerhalt und Muskelaufbau hängen von mehreren Faktoren ab:
- regelmäßige, altersgerechte Bewegung
- passende Belastung und Erholungszeiten
- eine ausreichende Versorgung mit verwertbaren Proteinen
- eine insgesamt bedarfsgerechte Energiezufuhr
- Alter, Gesundheit und körperliche Veranlagung
Protein stellt dem Körper wichtige Bausteine zur Verfügung. Ob daraus Muskulatur erhalten oder aufgebaut wird, hängt aber auch von Bewegung und Gesamtversorgung ab.
Macht proteinreiches Futter einen Hund unruhig?
Manchmal wird berichtet, ein Hund sei durch proteinreiches Futter besonders nervös oder aufgedreht geworden. Ein direkter Zusammenhang lässt sich daraus nicht automatisch ableiten.
Verhalten wird von vielen Faktoren beeinflusst: Auslastung, Schlaf, Stress, Erziehung, Schmerzen, Alltagssituation und individuelle Veranlagung spielen eine große Rolle. Auch die gesamte Energiezufuhr kann relevant sein.
Wird von einem energiereichen Futter dauerhaft zu viel gegeben, nimmt der Hund zusätzliche Energie auf. Das bedeutet jedoch nicht, dass Protein allein die Ursache für Unruhe oder auffälliges Verhalten ist.
Schadet zu viel Protein den Nieren?
Die pauschale Aussage, proteinreiches Futter verursache bei jedem gesunden Hund Nierenschäden, ist zu einfach. Gesunde Hunde können Proteine im Rahmen einer bedarfsgerechten Ernährung verwerten.
Anders kann die Situation bei einer bereits bestehenden Nierenerkrankung aussehen. Dann müssen Proteinmenge, Proteinqualität, Phosphorgehalt, Energieversorgung und weitere Bestandteile gemeinsam beurteilt werden.
Wichtig: Ein Hund mit einer diagnostizierten Nieren-, Leber- oder Stoffwechselerkrankung sollte nicht allein anhand des Rohproteingehalts gefüttert werden. Die Ernährung gehört in diesen Fällen mit dem behandelnden Tierarzt abgestimmt.
Ein gewöhnliches Seniorfutter ist außerdem nicht automatisch für einen nierenkranken Hund geeignet. Umgekehrt benötigt ein gesunder älterer Hund nicht allein aufgrund seines Alters eine besonders proteinarme Ernährung.
Hoher Proteingehalt und Futtermenge
Bei einem gehaltvollen Trockenfutter ist eine genaue Portionierung besonders wichtig. Die Futtermenge sollte sich nicht danach richten, wie voll der Napf aussieht, sondern nach Energiebedarf, Körpergewicht und Fütterungsempfehlung.
Kleine Kroketten oder eine vergleichsweise kompakte Portion können optisch nach wenig Futter aussehen. Entscheidend ist jedoch nicht das Volumen im Napf, sondern welche Nährstoffe und wie viel Energie der Hund tatsächlich aufnimmt.
Für die richtige Portionsgröße:
- Tagesmenge möglichst abwiegen
- Leckerchen und Kauartikel berücksichtigen
- Gewicht und Körperform regelmäßig kontrollieren
- Menge bei veränderter Aktivität anpassen
- nicht allein nach dem Bettelverhalten des Hundes füttern
Proteinreich und getreidefrei – ist das automatisch besser?
Ein hoher Proteingehalt und eine getreidefreie Rezeptur sind zwei unterschiedliche Eigenschaften. Ein Futter kann proteinreich und getreidefrei sein, ohne deshalb automatisch zu jedem Hund zu passen.
Getreide ist nicht grundsätzlich schlecht für Hunde. Eine getreidefreie Ernährung kann aber interessant sein, wenn der Hund bestimmte Getreidebestandteile nicht verträgt oder der Halter eine entsprechende Rezeptur bevorzugt.
Entscheidend bleiben die verwendeten Zutaten, die Verträglichkeit und die vollständige Zusammensetzung. Auch eine getreidefreie Rezeptur sollte als Ganzes beurteilt werden.
Lamers Fleischsack: 38 % Rohprotein und 80 % tierische Zutaten
Die drei Rezepturen von Lamers Fleischsack enthalten 38 % Rohprotein und 80 % tierische Zutaten. Mindestens 50 % der Zutaten werden frisch zubereitet.
Damit verbindet Fleischsack eine fleisch- beziehungsweise fischbetonte Rezeptur mit den praktischen Vorteilen eines Trockenfutters. Die Kroketten lassen sich einfach lagern, genau portionieren und unkompliziert zu Hause oder unterwegs füttern.
Alle drei Sorten sind getreidefrei und als Alleinfuttermittel für Hunde aller Lebensphasen konzipiert. Sie können daher grundsätzlich vom Welpen über den ausgewachsenen Hund bis zum Senior gefüttert werden – immer mit einer individuell angepassten Tagesmenge.
Zur Auswahl stehen drei unterschiedliche Geschmacksrichtungen:
- Huhn, Truthahn, Weißfisch und Lachs
- Ente, Schwein, Truthahn und Rind
- Lachs, Hering, Schellfisch und Forelle
Die Fischrezeptur setzt mit Lachs, Hering, Schellfisch und Forelle vollständig auf tierische Zutaten aus verschiedenen Fischarten. Die beiden anderen Sorten verbinden unterschiedliche Fleischquellen beziehungsweise Fleisch und Fisch miteinander.
Viel Tierisches. Einfach gefüttert.
38 % Rohprotein, 80 % tierische Zutaten und mindestens 50 % frisch zubereitete Zutaten – als getreidefreies Alleinfuttermittel für alle Lebensphasen.
Für welche Hunde ist Fleischsack nicht automatisch geeignet?
Auch eine hochwertige und sorgfältig zusammengestellte Rezeptur passt nicht automatisch zu jedem Hund.
Bei bekannten Allergien sollte beachtet werden, dass alle Fleischsack-Sorten mehrere tierische Proteinquellen enthalten. Für eine strenge Ausschlussdiät oder eine gezielte Monoproteinfütterung sind Mischprotein-Rezepturen daher in der Regel nicht die erste Wahl.
Eine individuelle Prüfung ist außerdem besonders wichtig bei:
- diagnostizierten Nieren- oder Lebererkrankungen
- Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
- einer notwendigen fettarmen Ernährung
- bekannten Unverträglichkeiten gegen enthaltene Tierarten
- einer tierärztlich begleiteten Ausschlussdiät
In diesen Fällen ist nicht ein möglichst hoher oder niedriger Proteinwert das Ziel. Gesucht wird eine Rezeptur, die genau zum gesundheitlichen Bedarf des Hundes passt.
Woran erkennen Sie, ob proteinreiches Futter zu Ihrem Hund passt?
Die wichtigste Rückmeldung gibt der Hund selbst. Beobachten Sie ihn nicht nur in den ersten Tagen, sondern auch über einen längeren Zeitraum.
Achten Sie insbesondere auf:
- stabile Verdauung und gut geformten Kot
- gesundes Körpergewicht
- gute Körperkondition und Muskulatur
- gesunde Haut und gepflegtes Fell
- gute Akzeptanz des Futters
- altersgerechte Aktivität und Wohlbefinden
Bleiben Verdauung, Gewicht und Allgemeinbefinden stabil, spricht vieles dafür, dass die Rezeptur gut zum Hund passt. Treten anhaltende Beschwerden auf, sollte nicht nur die Proteinzahl betrachtet, sondern die gesamte Fütterung überprüft werden.
Unser Fazit
Proteinreiches Hundefutter kann für gesunde Welpen, erwachsene Hunde und Senioren geeignet sein. Protein wird nicht nur von Sporthunden benötigt, sondern übernimmt im Körper jedes Hundes lebenswichtige Aufgaben.
Der Rohproteingehalt allein sagt allerdings noch nicht, ob ein Futter hochwertig ist oder zum individuellen Hund passt. Proteinquellen, Verwertbarkeit, Energiegehalt, Fett, Mineralstoffe und alle weiteren Bestandteile müssen gemeinsam betrachtet werden.
Eine proteinreiche, fleisch- oder fischbetonte Rezeptur kann eine interessante Wahl sein, wenn sie gut vertragen wird und die gefütterte Menge zum tatsächlichen Bedarf des Hundes passt.
Sie sind unsicher, ob proteinreiches Futter zu Ihrem Hund passt?
Wir beraten Sie gerne persönlich. Dabei berücksichtigen wir Alter, Gewicht, Aktivität, bisherige Ernährung, Verträglichkeit und besondere Bedürfnisse Ihres Hundes.
Häufige Fragen zu proteinreichem Hundefutter
Ist proteinreiches Hundefutter gesund?
Proteinreiches Hundefutter kann für gesunde Hunde geeignet sein. Entscheidend sind die Qualität der Proteinquellen, die gesamte Rezeptur, die richtige Futtermenge und die individuelle Verträglichkeit.
Ist proteinreiches Futter nur für aktive Hunde geeignet?
Nein. Protein erfüllt bei jedem Hund wichtige Aufgaben. Auch ein normal aktiver Familienhund kann proteinreiches Futter bekommen, sofern Rezeptur und Portionsgröße zu ihm passen.
Macht proteinreiches Futter einen Hund hyperaktiv?
Verhalten wird von vielen Faktoren beeinflusst. Ein hoher Proteingehalt allein erklärt Unruhe oder Hyperaktivität nicht. Auch Bewegung, Stress, Schlaf, Erziehung und die gesamte Energieaufnahme sollten betrachtet werden.
Ist viel Protein schlecht für die Nieren?
Bei gesunden Hunden lässt sich nicht pauschal sagen, dass proteinreiches Futter Nierenschäden verursacht. Bei einer bestehenden Nierenerkrankung muss die Ernährung dagegen tierärztlich abgestimmt werden.
Brauchen ältere Hunde proteinarmes Futter?
Nicht grundsätzlich. Protein trägt zum Erhalt der Muskulatur bei. Ob eine Anpassung erforderlich ist, hängt vom Gesundheitszustand und nicht allein vom Alter ab.
Kann ein Welpe proteinreiches Futter bekommen?
Ja, wenn die gesamte Rezeptur für Wachstum beziehungsweise alle Lebensphasen konzipiert ist. Der Rohproteingehalt allein reicht zur Beurteilung eines Welpenfutters nicht aus.
Wie viel Rohprotein enthält Lamers Fleischsack?
Alle drei Fleischsack-Rezepturen enthalten 38 % Rohprotein. Sie bieten außerdem 80 % tierische Zutaten, mindestens 50 % frisch zubereitete Zutaten und sind als getreidefreie Alleinfuttermittel für Hunde aller Lebensphasen konzipiert.